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"Du Schietbüdel!" 10 Hamburgische Schimpfwörter für jedermann

Beleidigungen sind ein Kulturgut und wollen als solches gepflegt werden. Hier kommen 10 Inspirationen und die Bitte, nicht zu hart mit uns ins Gericht zu gehen: Wir sind keine Linguisten, sondern eine Bande von Klönschnackern.

Du Dösbaddel!

In seiner natürlichen Umgebung zeigt sich der norddeutsche "Dösbaddel" als geistig verschlafene Kreatur, die mental selten sofort folgen kann. Im Volksmund wird diese Gattung auch als "Idiot" oder "Dummkopf" bezeichnet. Der heimische Dösbaddel ist sich dieser Unterscheidung aufgrund der vorher genannten Eigenschaften jedoch nicht bewusst.

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Du Schietbüdel!

2008 wurde "Schietbüdel" (auch "Schietbüddel") zum lustigsten Wort Norddeutschlands gewählt. Und noch immer scheiden sich die Geister, ob es sich bei dieser meisterlichen Komposition plattdeutscher Sprachgewandtheit wirklich um eine Beleidigung oder einen Kosenamen handelt. Wer möchte schließlich nicht seinen Lieblingsmenschen liebevoll als "Scheißebeutel", also quasi als volle Windel, betiteln? "Mien seuten Schietbüdel!", "mein süßer Schietbüdel" erweicht definitiv jedes Herz und betitelt zum Beispiel auch den Familienhund – sowie dessen eigentlichen Schietbüdel, den ihr hoffentlich immer dabei habt, wenn ein Schietbüdel vonnöten ist.

Du Dödel!

"Dödel", ein melodisch anmutiges Wort norddeutscher Dichtkunst bezeichnet das Geschlechtsorgan eines Mannes, medizinisch als "Penis" oder "Glied" bekannt – als "Dödel" aber soviel schöner und als Anrede tauglicher. Ob das zugehörige Verb "dödeln" oder auch "rumdödeln", welches den Vorgang des Trödelns bezeichnet, in einem engeren Zusammenhang steht, ist uns an dieser Stelle nicht bekannt – wohl aber möglich.

Du Grootmogul!

Ein Angeber kann jeder sein, ein "Grootmogul", also quasi ein Großmogul, aber nur, wer aus dem Norden kommt.

Du Spacken!

Einem echten Norddeutschen sagt diese Schreibweise erstmal nicht viel, immerhin lautet die korrekte phonetische Aussprache definitiv "Spaggn". In jedem noch so liebevollen Freundeskreis wird man leicht zum "Spaggn", wenn man sich halt wie ein "Spaggn" aufführt, also ein lächerliches oder selbstdarstellerisches Verhalten an den Tag legt – und sich im Zweifelsfall noch damit rühmt.

Du Bangbüx!

Da hat jemand die "Büx" voll, die Hose – und zwar mit Angst. Ein "Bangbüx" ist ein plattdeutscher Angsthase oder auch einfach ein Feigling.

Du Trantüte!

Tran an sich ist schon mal nicht sonderlich ansprechend: Das "Polaröl" oder auch "Fischöl" entsteht aus dem sogenannten "Blubber", dem Fettgewebe von Walen, Roben und Fettfischen. Noch weniger ansprechend als Tran, ist eine ganze wabbelige Tüte voll Tran – eine "Trantüte" eben. Sie beschreibt einen Zeitlupen-Menschen, umgangssprachlich auch als "Lahmarsch" bekannt. Wir begrüßen alle Trantüten, die es langsam, aber sicher bis zur Mitte dieses Artikels geschafft haben. Gleichsam plädieren wir dafür, dass auch "Blubber" und "Fettfisch" mit ins Beleidigungsrepertoire aufgenommen werden.

Du Köömbroder!

Jeder hat einen "Köömbroder" in der Clique, eine Schnapsnase – nur echt mit zwei Ös, weil ein Ö nicht ausreichen würde. Die Aussprache funktioniert am besten, wenn ihr euch dabei einen alten, grimmigen Seemann mit geröteter Nase vorstellt.

Du Sabbelbüdel!

Ja ja, die Norddeutschen und ihre Tüten und Beutel! Offenbar spielen sie kulturell eine wichtige Rolle, denn ein anderes Wort für "Sabbelbüdel" wäre nämlich "Labertasche." Also eine Person, die – ihr ahnt es schon – viel labert und sich mit Vorliebe selbst zuhört.

Du Pennschieter!

Wie eingangs erwähnt, sind wir weniger Linguisten sondern viel mehr Spekulanten. Unsere Spekulationen zu diesem Schimpfwort, welches übersetzt soviel heißt wie "Geizkragen": Einer ist SO geizig, dass er – mit Verlaub – Pfennige scheißt. Oder auch Federn. "Penn"ist nämlich plattdeutsch und kann beides bedeuten. Jedenfalls ist er oder sie zu geizig um die Art Münzen zu scheißen, mit denen man sich tatsächlich etwas gönnen kann.

... Das war's, ihr Spacken!

Wir hoffen, dass wir euch mit dieser Liste Inspiration oder zumindest kurzweilige Unterhaltung bieten konnten. Wenn nicht: "Klei mi ann Moors!" Kratz mich am Hintern!

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