Vom Bahnhof Elbbrücken geht es weiter Richtung Süden. (© kiekmo )

Doch keine U4 in Wilhelmsburg? Darum könnte die Verlängerung scheitern

Eigentlich plant die Stadt, die Linie U4 über den Kleinen Grasbrook nach Wilhelmsburg fortzuführen. Doch andere bauliche Pläne könnten der Verlängerung in die Quere kommen.

Da war mal was mit Olympia, ihr erinnert euch. Der Kleine Grasbrook sollte ordentlich aufgehübscht und die U4 gen Süden fortgeführt werden. Der Plan für die Station Grasbrook steht bei der Hochbahn weiterhin. Doch Bebauungspläne für Wilhelmsburg könnten die Verlängerung der Bahnstecke auf die größte der Elbinseln nun vereiteln.

Trassenführung unmöglich

Umweltverband BUND und der Wilhelmsburger Verein Zukunft Elbinsel sind alarmiert. Kommt es zur Umsetzung einiger Bebauungspläne für das Viertel, wird eine oberirdische Trassenführung der U4 unmöglich. Die wäre nicht nur schneller, sondern auch kostengünstiger zu realisieren. BUND-Landeschef Manfred Braasch verweist gegenüber dem Hamburger Abendblatt auf "mehrere Bauvorhaben der IBA in Wilhelmsburg (Spreehafenviertel, Elbinselquartier, Wilhelmsburger Rathausviertel und Georg-Wilhelm-Höfe)". Der geplante Wohnungsbau ließe keinen Platz für mögliche Trassen. Braasch erwartet von der Politik "dass sie hier die Notbremse zieht".

Jahrzehntelanges Warten?

Die Konsequenz wäre eine unterirdische Weiterführung der U4 – wesentlich teurer, zeitintensiver und in Kombination mit dem Milliardenprojekt U5 (geplante Fertigstellung 2030) kaum denkbar. Im Marschland müssen Tunnel nämlich besonders tief gegraben werden. Anwohner in Neu- und Alt-Wilhelmsburg müssten also noch mehrere Jahrzehnte auf eine Anbindung an die Schnellbahn warten. Dabei wachsen die Elbinseln rasant: Der HVV verzeichnet Fahrgastzahlen von jeweils 12.000 Zusteigenden in Veddel und Wilhelmsburg. Und das nur stadteinwärts. Wohnungen für weitere 10.000 Menschen sind bereits in Planung. S3 und S31 müssen also unbedingt entlastet werden.

Forderung: Zuerst die Planung des ÖPNV

Für Michael Rothschuh, Sprecher des Vereins Zukunft Elbinsel, ist die Sache eindeutig. Er beruft sich auf den Bau der HafenCity: "Es war richtig, dass die U4 in der HafenCity geplant und gebaut wurde, bevor die Gebäude entstanden, weil dies Geld, Konflikte und Zeit spart und Chancen gibt zum von vornherein autoarmen Wohnen und Arbeiten im Quartier". Die Fortführung der U4 betrifft übrigens nicht nur die Bahn an sich: Eine Bürgerbeteiligung entschied, dass es eine begleitende Radstrecke geben soll. Rothschuh fordert die Gewährleistung, die U4 bis nach Harburg verlängern zu können.

Senat erteilte Absage – nun doch die Umsetzung?

Die Forderungen stießen zunächst auf taube Ohren. Seitens Stadtentwicklungsbehörde kam die Absage. Bisher plane man für die U4 lediglich die Überquerung der Elbe bis auf den Kleinen Grasbrook. Gleichzeitig wird der dortige neue Stadtteil entwickelt, was nach Angaben der Sprecherin Dorothee Stapelfeldts (SPD, Stadtentwicklungssenatorin) etwa 20 Jahre dauern wird.

Am vergangenen Sonntag einigte sich die Koalition aus SPD und Grünen jedoch zu einigen Verkehrsthemen. Neben der Einführung des neuen "Jobstarter"-Tickets noch in diesem Jahr und einem kostenlosen Schülerticket für 2021 wurde auch die Verlängerung der U4 diskutiert. Das Ergebnis: Der Anschluss nach Wilhelmsburg soll erfolgen. Wann, wie und wohin bleibt allerdings unklar.

U4 in Wilhelmsburg – und eine neue Ringbahn?

Auch der Entwurf der S33 fordert eine Verlängerung der U4 über Wilhelmsburg bis nach Harburg. Ob die Pläne Realität werden?

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