Schramme 10 )

Die "Schramme 10" in Eppendorf: Wo der Erdnusskult noch immer lebt

Kult statt Chic: Die "Schramme 10" ist eine der letzten echten Pinten in Eppendorf. Wir haben uns für euch in der "Schramme" umgeschaut, einem der letzten Hamburger Originale.

Das Gewusel ist schon von weitem zu hören. Am Ende der ruhigen Wohnstraße unweit des bevölkerten Eppendorfer Marktplatzes. Als wir den Vorgarten der Kneipe erreichen, ahnen wir es: Ja, wird eng heute Abend. Hätten wir uns auch denken können. Schließlich gibt's Fußball. In der Schramme 10, einer der letzten echten Pinten in Hamburg-Eppendorf.

Helles aus dem Hahn und Erdnüsse auf dem Fußboden

Ob die Rothosen vom Volkspark, Kiezkicker oder gar die Bayern in der Champions League: Es Ist eigentlich völlig egal, wer grad spielt. Fans des runden Leders sind treue Kneipengänger. Gemeinsam schauen macht halt mehr Spaß. Da sitzt auch mal ein Werderaner im grünen Trikot neben dem Typ mit der Raute auf der HSV-Brust. Zur Not eben mit ein paar Metern dazwischen. In der Schramme ist das kein Problem. Am Tresen darf genauso geschaut werden wie im Hinterraum, wo stets eine Leinwand hängt.

Was die Kneipe ausmacht? Der Laden ist unprätentiös. Alle sind gleich. Der Schnösel, der den Weg aus seiner für 3.000 Euro gemieteten Altbauwohnung in den Schrammsweg findet, trinkt neben dem Arbeiter und knuffigen Rentnern sein Pils. Studenten steuern die Schramme 10 ohnehin seit Jahrzehnten an. Ging mir nicht anders. Damals, Anfang der 90er. Der erste Abend in dem Laden – eine Erinnerung, die sich eingebrannt hat. Vorhergegangen war ein langer Marsch durch Eppendorf, die Suche nach einem Zapfhahn, aus dem auch nach Mitternacht noch Bier kommt. Alles war längst dicht, die Bordsteine hochgeklappt. Nur an der Theke der Schramme saß noch trinkfestes Volk. Das ist heute noch so. Der Kiez in Eppendorf – das ist die Schramme.

In der "Schramme 10" wird bis Mitternacht gebrutzelt

Wir betreten den Gastraum, der rustikal und hölzern eingerichtet ist – fernab von Eppendorfer Chic. Hinten stehen gemütliche Sofas, vorn Hocker und Stühle. Die Wände sind rot gestrichen. Auf dem Boden liegen Erdnussschalen. Die nach Genuss der Hülsenfrucht einfach unter den Tisch zu werfen, das hat in der Schramme Tradition und war schon Kult, als ich vor mehr als 25 Jahren erstmals hier saß. Die Glotze überm Tresen läuft, die Mannschaften sind schon auf dem Platz, die Stimme des Kommentators kämpft gegen das Gemurmel an. Wir bestellen Bier. Das leckere Helle vom Fass. Neben gängigen Sorten ein echter Tipp.

Wer Hunger hat, kommt in der Schramme kaum zu kurz. Klassisches Kneipen-Food wie den Croque (6,50 Euro) und Burger (ab 8,90 Euro) gibt's ebenso wie feine Garnelen in Cognac (14,50) und Lammfilet vom Grill (16,90). Pasta in allen Variationen ergänzt die Speisekarte. Auch Spätesser sind willkommen. In der Küche wird locker bis Mitternacht gebrutzelt.

In der Halbzeitpause geht noch ein schnelles Helles vor der Tür. Der Außenbereich hat bis zu 100 Plätze und bietet trotz zentraler Lage nahe der U-Bahn-Haltestelle Kellinghusenstraße ein beschauliches Ambiente. Dann zurück an den Tresen. An dem lehnen wir noch weit nach Abpfiff, arbeiten das Gesehene mit anderen Besuchern auf. Am Ende haben wir ein paar neue Bekannte und leichte Schräglage. "Man bittet, vor dem Hinaustreten die Kleider zu ordnen", steht auf einem Schild in der Schramme. Nun denn.

Infos: Schrammsweg 10, 20249 Hamburg, Mo-Do 15 bis 2 Uhr, Fr 15 bis 4 Uhr, Sa 12 bis 4 Uhr, So 12 bis 2 Uhr; www.schramme10.com

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