Fontenay – die Straße der Schönen und Reichen. (© Unsplash / Max Kukurudziak )

Vom Pöseln, Rutschen und Milchtrinken: 5 schöne Straßen in Rotherbaum

Prächtige Villen, Museen, Fernsehsender, Uni, Konsulate und exklusive Restaurants und Boutiquen – wir sind in Rotherbaum. Doch gibt's hier auch einen roten Baum? Und woher haben die Straßen hier ihren Namen? Wir haben uns mal auf die Suche gemacht.

1. Hier kommt ihr nicht rein: Rothenbaumchaussee

Es ist die namensgebende Straße des Viertels und darum auch eine der wichtigsten: die Rothenbaumchaussee. Hier haben der NDR und der Privatsender Hamburg 1 ihr Zuhause, es wird hochkarätiges Tennis gespielt und in der Fakultät für Rechtswissenschaften gebüffelt. Und auch das MARKK hat hier seine Adresse. Das hieß übrigens bis 2018 schlicht Völkerkundemuseum, wurde dann aber umgenannt in Das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt, kurz: MARKK. Es gibt beeindruckende Prachtvillen, zahlreiche Restaurants und Cafés und irgendwann auch mal einen roten Schlagbaum. Der trennte im 17. Jahrhundert an einem Wachtposten die Chaussee vom benachbarten Eppendorf. Wer nach Rotherbaum wollte, musste erst einmal um Eintritt bitten.

2. Nach dem Pöseln kamen die Händler: Milchstraße

Eine unserer Lieblingsstraßen in Rotherbaum ist die Milchstraße. Wo einst jede Menge Hamburger Milchhändler ihre Waren verkauften, geht es auch heute noch um Essen und Trinken. Denn die Milchstraße ist das Gastroviertel des gesamten Quartiers. Das heißt auf dieser Ecke übrigens Pöseldorf, dessen Name sich angeblich von dem Wort "pöseln" ableitet. Gemeint war damit sowas wie "gärtnerisches Herumwirtschaften ohne großen wirtschaftlichen Erfolg". Denn bevor die Milchhändler kamen, war hier im 19. Jahrhundert ein reines Gartengebiet. Vor allem in den 80er machte Pöselorf aber mit einer ganz anderen "Pöselei" von sich reden: Damals feierte die Schickeria Hamburgs wilde Partys in den Nachtclubs des Viertels.

3. Mehr Luxus geht nicht: Fontenay

Schön, mit Alsterblick, teuer: Hier, direkt an der Alster, steht Hamburgs neuestes und teuerstes Hotel. Und heißt genauso wie die Straße: Fontenay. Namensgeber war ein amerikanischer Reeder. John Fontenay. Der war um 1800 als Einwanderer nach Hamburg gekommen und hatte im Laufe der Jahre immer mehr Grundstücke in Rotherbaum erworben. Die 84.000 Quadratmeter Land gingen nach seinem Tod an die Stiftung John Fontenay über. Sein Gartenhaus am Mittelweg 183 wurde im Jahr 2000 absichtlich in Brand gesteckt und ein paar Jahre später von der Stiftung Denkmalpflege aufwändig saniert. Heute ist hier das ägyptische Generalkonsulat zu Hause.

4. Rothenbaums musikalische Straße: Mittelweg

Hier ist Musik drin: Denn außer dem Gartenhaus von John Fontenay, der Nachrichtenagentur DPA und dem Max-Planck-Institut befinden sich am Mittelweg auch das Symphonieorchester "Philharmonie der Nationen" und die Staatliche Jugendmusikschule Hamburg. Hier flanieren gern die Schönen der Stadt durch teure Boutiquen und edle Restaurants und lassen sich in einer der zahlreichen Beauty-Institute und Schönheitskliniken gern auch noch ein bisschen schöner machen. Den Mittelweg stört das nicht: Er ist schön genug. Seinen Namen hat er 1858 aus rein praktischen Gründen bekommen: Es war der mittelste Fahrweg nach Harvestehude.

5. Wo gute Laune zu Hause ist: Rutschbahn

Wir sind sicher: In dieser Straße leben bestimmt nur Menschen mit guter Laune. Auch wenn sie hier gar nicht mehr rutschen können. Warum die Rutschbahn Rutschbahn heißt, ist einem Gastronom zu verdanken. Er bespaßte im Garten seines Lokals "Auf dem Grindel" seine Gäste nämlich tatsächlich mit einer ziemlich langen Rutschbahn. Die Freude daran war so groß, dass die Straße 1874 danach benannt wurde.

Noch mehr kuriose Straßennamen in Hamburg

Nicht nur in Rotherbaum findet man allerhand kuriose oder schöne Straßennamen – ganz Hamburg hat welche zu bieten! Welche das sind, verraten wir: Das sind Hamburgs kurioseste Straßennamen.

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