Nanna-Josephine Roloff (l.) und Yasemin Kotra (© Sven Rehder )

#keinluxus: 3 wichtige Fragen zur Petition gegen Tamponsteuer

Zurzeit kommt man in den sozialen Netzwerken an dem Hashtag #keinluxus kaum vorbei. Dahinter steckt die Forderung nach einer Minderung der Mehrwertsteuer für Tampons und Co. Die Hamburgerin Nanna-Josephine Roloff macht sich dafür stark.

Für Dinge, dir wir zum täglichen Leben benötigen, bezahlen wir 7 Prozent Mehrwertsteuer, für Periodenartikel wie Tampons und Binden den Luxussteuersatz: 19 Prozent. Das ist falsch und diskriminierend, fand die Hamburgerin Nanna-Josephine Roloff und startete vor gut einem Jahr mit Partei-Kollegin Yasemin Kotra die Petition "Die Periode ist kein Luxus" auf der Kampagnenplattform change.org. Bis jetzt haben schon über 150.000 Menschen unterschrieben. In unserem Kurz-Interview verrät Nanna-Josephine Roloff, was sie antreibt und wie es jetzt weitergeht:

1. Was hat euch dazu bewegt, die Petition zu starten?

"Wir wollten etwas gegen diese offenkundige Ungerechtigkeit und Diskriminierung tun. Ganz grundsätzlich sind wir der Meinung, dass Deutschland in Sachen Gleichberechtigung noch einiges zu tun hat. Man schaue sich nur das Ehegattensplitting an, das Frauen systematisch in ein Abhängigkeitsverhältnis treibt oder den §219a, der die freie Information über Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellt. Indem wir den Finger in die Wunde legen, wollen wir aufzeigen, wie versteckt und subtil diskriminiert wird. Gleichzeitig wollen wir Teil der Lösung sein und machen einen konkreten Vorschlag, welche Schritte gegangen werden müssen."

Von den 518 Abgeordneten, die damals das Gesetz zur ermäßigten Umsatzsteuer beschlossen haben, waren gerade einmal 36 Frauen.

2. Im Jahr 1968 wurde der vergünstigte Steuersatz von 7 Prozent eingeführt. Warum gilt der nicht für Periodenartikel?

"Von den 518 Abgeordneten, die damals das Gesetz zur ermäßigten Umsatzsteuer beschlossen haben, waren gerade einmal 36 Frauen. Bei einem solchen Ungleichverhältnis ist es nicht verwunderlich, dass die Bedürfnisse der wenigen Frauen und Trans-Männer nicht bedacht wurden. Männer menstruieren nicht. Sie sind von der Monatsblutung nicht persönlich betroffen. Deshalb liegt sie außerhalb ihres Denkens und Handelns. Es ist unsere Aufgabe, das zu ändern und dafür zu sorgen, dass die Menstruation in die öffentliche Wahrnehmung rückt. Gleichzeitig müssen Frauen in Entscheidungspositionen sein, um die weiblichen Realitäten zu gesellschaftlichen Realitäten zu machen."

3. Wenn ihr euer Ziel von 200.000 Unterschriften erreicht habt, was ist der nächste Schritt?

"Im nächsten Schritt werden wir sehr gezielt auf die Politik einwirken. Die Petition ist ein guter Anfang, um Unterstützung zu bekommen und die notwendige Öffentlichkeit für das Thema zu schaffen. Leider waren bisher alle Versuche, mit Politikerinnen und Politikern ins Gespräch zu kommen, erfolglos. Aber wir haben tolle neue Partner an unserer Seite, die wir bald vorstellen werden und mit denen wir viel vorhaben. Mehr kann ich leider noch nicht verraten, aber es lohnt sich, unseren Newsletter bei Change.org zu abonnieren."

Nanna-Josephine Roloff ist gebürtige Hamburgerin, PR-Beraterin und SPD- Mitglied. Sie studierte Politik und Öffentliches Recht in Passau.

Yasemin Kotra ist ebenfalls gebürtige Hamburgerin, SPD-Mitglied und studiert zurzeit interdisziplinäre Public und Nonprofit Studien im Master.

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