Die Alpakas auf der Honeyfarm (© honeyfarm.de )

Die Honeyfarm in Rissen: Café, Honig und Alpakas für eine bessere Welt

Am Anfang stand der Traum vom Selbstversorgerhof. Die von Heintzes in Rissen sind erste Schritte in diese Richtung gegangen: mit zehn Bienenvölkern für eigenen Honig, drei Alpakas für eigene Wolle und einem ganz besonderen, nachhaltigen Café.

Es ist fast wie bei Freunden in der Wohnküche. Das kleine Café-Restaurant Honeyfarm Living Kitchen im Rissener Dorfzentrum hat einige Tische, an denen gegessen werden kann, und hinter einer Theke die große, offene Küche. Hier kocht Anke von Heintze jeden Morgen ab 9 Uhr frisch zwei Gerichte fürs Mittagessen. Mindestens eines davon ist immer vegetarisch und wenn Fleisch, dann das in Bio-Qualität. Ihr könnt ihr und ihren Helfern dabei zugucken und etwas maufeln: Es gibt ein schlichtes Frühstück aus Brötchen, Marmelade und Aufschnitt.

Alles frisch, nichts wird weggeschmissen

Ab 12 Uhr steht dann das Mittagessen bereit. "Wir kaufen jeden Tag frisch ein und es wird alles verarbeitet – bei uns wird nichts weggeschmissen", erklärt Jesco von Heintze. Auf Nachhaltigkeit legt das Ehepaar großen Wert, und deshalb wird sorgsam kalkuliert. Wenn der Ansturm auf ein Gericht groß ist, kann es dann auch mal vorkommen, dass um 14 Uhr schon nichts mehr übrig ist. "Wer dann zum Beispiel kommt und das Sherry-Huhn möchte, muss dann eben die Linsensuppe nehmen", meint von Heintze.

Essen to go, per Lieferung, Catering oder "Private Dinner"

Häufig gebe es da positive Überraschungen: "Wer da eigentlich gar keine Lust darauf hat, kann gern mal an die Töpfe kommen, schnuppern oder auch ein Teelöffelchen probieren", sagt er. Auch to go gibt's die guten Speisen – und zwar wenn möglich in Mehrweg-Verpackungen, die es in der Honeyfarm Living Kitchen auch zu kaufen gibt. "Stammgästen empfehlen wir immer, sich so welche anzuschaffen. Für den Notfall haben wir aber natürlich auch Pappverpackungen vorrätig." Wer nicht vorbeikommen kann, dem wird das Essen innerhalb Rissens geliefert. Auch im größeren Maßstab: Die von Heintzes bieten Catering für Feiern für bis zu 100 Personen an. Und "Private Dinner" im Café für kleinere Gesellschaften von bis zu 30 Leuten. "Da kochen wir dann frisch ein abgesprochenes Menü oder Buffet. Gerne auch wie in einer Kochschule mit den Gästen zusammen", so von Heintze.

Bei Honeyfarm gibt es auch unverpackte Reinigungsmittel

Was es außerdem im Café Honeyfarm gibt: unverpackte Reinigungsmittel. Seife, Geschirrspül- und Waschmittel einer veganen Ökomarke stehen in Kanistern bereit. Aus denen kann das Gewünschte in mitgebrachte Behältnisse abgefüllt werden. Ein ökologischer Lebensstil ist dem Ehepaar wichtig – deshalb haben sie auch den Traum von einer Selbstversorgerfarm, "was mit zwei Kindern und in der heutigen Zeit aber kaum umzusetzen ist", wie Jesco von Heintze bedauernd sagt.

10 Bienenvölker und 3 Alpakas

Doch zumindest in die richtige Richtung sollte es gehen. Die von Heintzes produzieren eigenen Honig (den es auch im Café zu kaufen gibt), dafür halten sie zehn Bienenvölker – daher auch der Name Honeyfarm. Das nächste Puzzleteil in Sachen Selbstversorgung: Alpakas. "Ursprünglich wollten wir Kaschmir-Ziegen halten, um eigene Wolle zu produzieren", sagt von Heintze, "aber die würden in unserem Klima nicht überleben". Ganz im Gegensatz zu Alpakas, die aus den Anden stammen und dank ihres dicken, kuschelig weichen Fells auch mit bitterster Kälte zurechtkommen. "Nur im Sommer müssen sie dann natürlich geschoren werden."

Aus der Wolle wird Kleidung gestrickt

Das tun die von Heintzes selbstverständlich jedes Jahr, pro Tier ergibt das dann einen großen Sack Wolle. Die schicken sie an einen Spezialanbieter, der aus der Rohwolle verstrickbare Knäuel macht. "Nach ein paar Monaten haben wir die Wolle dann wieder, und zwar immer noch einen Sack pro Tier, da wird nichts vermischt. Wenn du dann daraus einen Pulli strickst, weißt du genau, dass der zum Beispiel von Luigi stammt."

Jedes Wochenende gibt es Alpaka-Spaziergänge

Drei Tiere haben die von Heintzes, zwei Stuten und einen Wallach. Jeden Samstag und Sonntag bieten sie einen Spaziergang mit den Tieren an, eine Anmeldung dazu ist per Mail möglich. Mehr Aufmerksamkeit oder Publikumsverkehr möchte die Familie aber nicht – "schließlich sind Alpakas scheue Fluchttiere und definitiv keine Kuscheltiere", wie von Heintze nachdrücklich betont. Wer einen Platz bei einem Spaziergang bekommt, wird deshalb auch erst einmal eingeführt. Danach gibt's ein erstes Kennenlernen hinter dem Zaun. Und erst, wenn die Alpakas es erlauben, darf gestreichelt werden.

Infos: Honeyfarm Rissen, Wedeler Landstraße 38, 22559 Hamburg; Mo–Fr 9 bis 19 Uhr

Alpakas in und um Hamburg

Ein Spaziergang mit einem Alpaka steht schon länger auf euer Wunschliste? Dann nehmt das doch mal in Angriff. In und um Hamburg gibt es einige Farmen: Alpakawanderungen in Hamburg.

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