(© FABRIK / Denis Brudna )

Die Fabrik in Ottensen: Kultur ist für alle da

Die Fabrik in Ottensen ist seit den 1970er-Jahren eine bekannte Hamburger Konzertlocation. Dass die Fabrik aber auch eine Menge wichtige soziale Arbeit leistet, ist vielen nicht bewusst.

Jeder kennt sie, die Fabrik in Ottensen. Der riesige Kran vor ihrem Haupteingang ragt hier Tag und Nacht in den Himmel, abends strömen Konzertbesucher in die Halle, am Wochenende Schäppchenjäger zum Flohmarkt. 1971 gründeten die Privatleute Horst Dietrich und Friedhelm Zeuner das Kulturzentrum in der alten Maschinen-Fabrik. 1977 brannte das Gebäude komplett ab, und wurde 1979 wiedereröffnet. Seitdem hat sich die Fabrik zu Ottensens wichtigstem kulturellen Knotenpunkt gemausert – und auch über die Stadtteilgrenzen hinaus.

Die Fabrik: Kultur- und Sozialarbeit in Ottensen

Was viele dabei nicht wissen: Die Türen der Fabrik stehen den Ottensern nicht nur abends zu den verschiedenen Veranstaltungen offen, sondern auch tagsüber. Neben dem breit gefächerten Kulturprogramm bietet die Fabrik auch Kinder- und Jugendarbeit, pädagogische und politische Bildung, Lesungen und Diskussionen. "Wir sind seit Anbeginn ein offenes Haus für den Stadtteil", erzählt Katharina Lauer, die in der Fabrik seit 2013 Ansprechpartnerin für Stadtteilarbeit und Pressefragen ist. "Damals, bei der Gründung, war die Idee hinter der Fabrik ganz neu", führt sie fort. "Kultur sollte nicht nur einem ausgewählten Publikum zugängig sein, sondern etwas, an dem jeder teilnehmen kann." Die Fabrik in Ottensen hat deshalb nicht nur eine kulturelle Funktion, sondern auch eine soziale. Teilhabe heißt hier auch: kostenloses Programm für Kinder und Jugendliche.

Das puertoricanische Reggaeton-Duo Calle 13 in der Hamburger Fabrik. (© Isabel Schiffler / Jazzarchiv )

Auch für die Kleinen: Freizeitprogramm in der Fabrik

Tagsüber können Kinder ab sechs Jahren in die Fabrik kommen und finden hier sowohl Sportmöglichkeiten, Bastelspaß als auch individuelle Förderung und Begleitung. Je nachdem, auf was die Kinder gerade Lust haben, wird in und vor der Fabrik gebastelt, gerannt, getöpfert, gewebt oder gelesen – alles kann, nichts muss. Neben den Kindern, die von allein in die Fabrik kommen, gibt es außerdem Kooperationen mit umliegenden Schulen. Die besuchen die Fabrik dann in größeren Gruppe. Wichtig ist für das Team der Fabrik dabei vor allem, dass die Kinder hier die Freiheiten bekommen, die sie brauchen – im Gegensatz zur Schule, in der oft alles nach festen Plan läuft. "Selbstbestimmtes Gestalten und ganzheitliches Lernen stehen bei uns im Vordergrund", erzählt Katharina. Wenn der Schuh mal drückt oder eines der Kinder Probleme in der Schule oder zu Hause hat, dann finden sie hier ebenfalls jemanden zum Reden.

Die Fabrik steht allen Ottensern offen

Schnell wird klar: Die Fabrik bedient in Ottensen keine Nische, sondern ist für alle da. Das gilt nicht nur bei der Stadtteilarbeit. Auch beim Kulturprogramm ist das deutlich zu spüren. Denn hier kann an einem Abend die Oldschool-Rockband aus den USA spielen, am nächsten Tag läuft französischer Chanson, und am Abend darauf doch lieber wieder deutscher Indie-Pop oder Weltmusik. "Unser Publikum ist ein heterogenes zwischen 6 bis 86 Jahren", bestätigt Katharina. Dass das Angebot der Fabrik so weit gefächert ist, gefällt ihr an ihrem Job besonders gut. Hier ist immer etwas los, die Ottenser gehen ein und aus. Denn sie sind fest mit der Fabrik verwurzelt. Manche Familien würden das Angebot seit mehreren Generationen nutzen. "Die Fabrik hat als Kulturzentrum Einflüsse auf den Stadtteil", fasst Katharina abschließend zusammen, "und der Stadtteil selbstverständlich auf uns."

Ottensen brummt – neben der Fabrik gibt es auch andere große und kleine Kultureinrichtungen, die das Viertel prägen. In der Hebebühne in Ottensen bekommen junge Musiker Proberäume und Unterstützung. Gehört auch zum Kulturprogramm: Das Lichtmess Kino zeigt experimentelle Dokumentarfilme für kleines Geld.

Infos: Die Fabrik Ottensen, Barnerstraße 36, 22765 Hamburg

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