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Die 5 berühmtesten Clubs Hamburgs

Heiße Nächte, harte Türsteher und eine Handgranate: Wir erinnern an 5 legendäre Hamburger Clubs und sagen euch, was aus ihnen wurde.

1. Das Trinity: "Du kommst hier nicht rein"

Härteste Tür der Stadt. Diesen Ruf verteidigte das 1978 eröffnete Trinity über viele Jahre. Wer in den coolen Schuppen an der Eimsbüttler Chaussee wollte, musste nicht nur ziemlich geleckt aussehen, sondern auch Glück haben. Schien regelrecht ein Sport der Türsteher – unter ihnen ein gewisser Michael Ammer –, unbelehrbare Jungs mit zu wenig Style Wochenende für Wochenende nach Hause zu schicken. Drinnen lief alles, was Pop, Wave und Funk so hergaben. Das Publikum erinnerte zuweilen an eine New-Yorker Fashionshow. Bundfalte, Gel und Lederschlips inklusive. Illustre Gäste kamen von überall her. Madonna soll den Laden mal gebucht haben. Depeche Mode spielten dort ein Konzert. Die Jungs von Heaven 17 und Duran Duran gingen ohnehin ein und aus. Die kamen am Türsteher vorbei. 1993 war Schluss mit lustig. Seitdem residiert der Delphi Showpalast in dem Gebäude, das Hamburger Clubgeschichte schrieb. Aber Revivalpartys des Trinity gibt es bis heute.

2. Das Madhouse: "Hey, ist das etwa Prince?"

Der Flachbau mit dem Kasten dahinter. Links daneben der Kiosk, dann eine Baulücke mit Kippenautomat davor. Puh, sah das schröddelig aus. So Anfang der 90er vor dem Madhouse. Glaubt man heute gar nicht mehr, wenn man den gestylten Valentinskamp entlangläuft. War man erstmal drinnen, gab's alles auf die Ohren, was Gitarren so hergeben. Reporter gaben sich gern die Klinke in die Hand. Denn hier lagen die Geschichten auf der Theke. Die von Mick Jagger, der wegen Zechprellerei rausgeflogen sein soll. Oder die von Meat Loaf, der angeblich Gläser spülte, weil Madhouse-Boss Manni Knop ihm Nachtasyl gewährt haben soll. Ob Prince wirklich nach seinen legendären Gigs am Millerntor im Madhouse abfeierte – geschenkt. Denn viel wichtiger als der Promifaktor war die Bedeutung des Clubs für die Hamburger Rock-Szene, die im Oktober 2000 um einiges ärmer wurde. Da schloss das Madhouse für immer seine Pforten.

3. Das (alte) Kir: Noch eine Pulle Rotwein für Herrn Smith

Gibt so Geschichten, die hört man immer wieder gern. Wie die einer guten Freundin, die Mitte der 80er das Kir betrat, um in dem Schuppen an der Max-Brauer-Allee zu Wave-Klängen zu tanzen. Um kurz darauf losgeschickt zu werden, eine Pulle Rotwein zu besorgen. Von niemand anderem als Robert Smith, dem Frontmann von The Cure. Robert hatte es sich in einer dunklen Ecke des Kir bequem gemacht. Andere tanzten. Nächtelang. War die Hölle los auf der düsteren Tanzfläche, wenn "Temple Of Love" von den Sisters of Mercy lief. Oder eben irgendwas von Robert. 2003 gingen die Lichter im Flachbau in der Schanze aus. Um woanders wieder zu leuchten. Denn ja, das Kir gibt es immer noch, mittlerweile am Langenfelder Damm in Eimsbüttel.

Infos: Kir, Langenfelder Damm 94, 22525 Hamburg

4. Das J's: Die Nacht, in der die Handgranate gezündet wurde

Das J's war so eine Art Vorhut. Denn da, wo Michael Ammer einst seine Partys feierte, ist heute das Uebel & Gefährlich beheimatet. Das Geschehen vom 29. April 2000 dürfte kaum einem der jungen Besucher des neuen Clubs noch ein Begriff sein. Ein Anschlag läutete vor 19 Jahren auf brutale Art das Ende des J’s ein. Während 1.500 Menschen, darunter angeblich einige Promis wie Dieter Bohlen und Heiner Lauterbach, ausgelassen feierten, detonierte im ehemaligen Flakbunker an der Feldstraße eine Handgranate. Neun Menschen wurde schwer verletzt, zwei davon lebensgefährlich. Das Ende des J's, das zuvor Hotspot der House-und Danceszene geworden war. Und zum Treffpunkt für Stars. Und die, die es werden oder sein wollten.

5. Der Golden Pudel Club: Totgesagte leben länger

Erst der Kult. Dann das Feuer. Das bittere Ende? Mitnichten. Der Golden Pudel Club ist nicht totzukriegen. 2017 wurde der nach einem verheerenden Brand zerstörte Laden allen Unkenrufen zum Trotz wiedereröffnet. Besser ist das, schließlich genießt der Club überregional einen Ruf, wie man es sonst nur vom Berghain in Berlin kennt. Ein alternativer, versteht sich. Der Pudel war immer schon ein Anker der Indie-Szene. Und galt als Fixpunkt der legendären Hamburger Schule, die Bands wie Tocotronic und Die Sterne hervorbrachte. Mittlerweile scheint die Zukunft des Ladens gesichert. Eine Stiftung, in deren Kuratorium auch der einstige Betreiber und Musiker Rocko Schamoni sitzt, hat sich des Pudels angenommen. Erhalten werden soll ein Raum für Kunst, Projekte, Happening. Und natürlich Tanz.

Infos: Golden Pudel Club, St. Pauli Fischmarkt 27, 20359 Hamburg

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