Der Sheriff von Hoheluft-West

(© Ulrike Fischer )

Im wahren Leben ist er „Bürgernaher Beamter“, aber Sheriff würde zu Thorsten Adam eigentlich viel besser passen.

Mag er auch noch so freundlich grüßend durch das Generalsviertel zwischen Hoheluftchaussee und Goebenstraße spazieren, Polizist Thorsten Adam hat seine Augen überall – und einen echten Riecher für Verdächtige. „Neulich habe ich einen jungen Mann überprüft, der seine Papiere nicht dabei hatte. Ich konnte ihn überzeugen, mich mit zu seiner Wohnung zu nehmen, um den Ausweis zu holen. Die Wohnung roch so stark nach Marihuana, dass ich gleich die Kollegen angefunkt habe. Dreieinhalb Kilo haben wir gefunden, auch Exstasy und eine Schusswaffe. Dafür geht man schon bis zu fünf Jahre in den Bau. Glücklicherweise passieren solche Dinge nicht all zu häufig“, erzählt Adam.

(© Ulrike Fischer )

Hoheluft-West ist dicht besiedelt und das Wohnen mittlerweile fast unbezahlbar. Thorsten Adam kennt sein Viertel noch aus anderen Zeiten: „Als ich hier in den Siebzigern aufwuchs, war Hoheluft-West eher das Viertel der kleinen Angestellten. An jeder Ecke gab’s eine Kneipe, in die der eine oder andere Familienvater schon mal am Freitag Abend mit seiner Lohntüte verschwand“, erzählt der 55jährige. „Wir Kinder spielten auf der Straße, Autos hatten noch Seltenheitswert. Da hieß es dann beim Fußball Roonstraße gegen Wrangelstraße, wir hatten einfach Platz zum Spielen!“ Klar, da klingt ein bisschen Wehmut mit. „Andererseits gab es längst nicht so viele KITAs und gut ausgestattete Spielplätze wie heute“, fügt der Vater zweier Kinder hinzu.

In Unterhosen durch den Isebekkanal

Adam ist bei Alt und Jung beliebt, viele Jugendliche kennen ihn noch aus der Vorschule, als sie die Wache an der Troplowitzstraße besuchen durften. „Neulich erzählte mir eine Mutter, dass die Kinder in der KITA Wrangelstraße derzeit gern ,Herr Adam‘ spielen. Einer darf der Polizist sein und alle anderen müssen machen, was er sagt“, erzählt Adam und lacht. Man merkt dem sportlichen Polizeibeamten an, wie sehr er seinen Job mag. Seit 1979 ist er dabei und hat von Bereitschaft über Personenschutz bis Zivilfahndung und Streife alles gemacht: „Beim 800. Hafengeburtstag bewachte ich den damaligen Bürgermeister Henning Voscherau auf der Rickmer Rickmers, als Zivilfahnder bin ich schon mal in Unterhose durch den Isebekkanal geschwommen, um einen Autoknacker festzunehmen – und bei einer Verfolgungsjagd in der Goebenstraße rollte ich mich mit einem Einbrecher im Vorgarten, bis ich ihn mit Arm auf dem Rücken unten hatte – der hat dann noch ein bisschen in den Boden geatmet, bis die Kollegen kamen.“

Haben Sie auch selbst mal was Verbotenes getan, Herr Adam? „Nicht direkt, aber als Kinder schossen wir auf dem Moltkespielplatz immer an die Hauswand einer Jugendstilvilla, um zu testen, wer den härtesten Schuss hat. Der Besitzer hat mit uns geschimpft, aber wir kamen immer wieder. Als er uns einmal verfolgte, waren wir natürlich schneller. Manchmal sehe ich ihn heute noch auf der Straße – wenn der wüsste! Eigentlich müsste ich mich bei ihm mal entschuldigen.“

Ein Extra-Tipp von Thorsten Adam
Taschen im hinteren Fahrradkorb bitte immer befestigen, derzeit sind wieder Langfinger unterwegs!

Gut zu wissen
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