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Der HVV rüstet nach: Das ändert sich für genervte Fahrgäste

Längere Züge, noch größere Busse und eine dichtere Taktung: Der HVV reagiert auf zunehmende Fahrgastzahlen. Was sich jetzt genau ändert, lest ihr hier.

Niemand genießt das Leben in vollen Zügen, schon gar nicht unsere Pendler. Deshalb haben wir für euch fantastische Neuigkeiten: Der HVV hat mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember den Öffentlichen Nahverkehr ausgeweitet – und das so stark wie seit Jahren nicht mehr. Wenn ihr gerade in der Bahn oder im Bus unterwegs seid, könntet ihr jetzt sogar genug Platz haben, um eure Hände zum Jubeln in die Luft zu reißen!

Anlass ist die in den vergangenen Jahren stark gestiegene Anzahl an Fahrgästen. Verkündet hat die Maßnahmen Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher bereits vergangenen Sommer: "Immer mehr Hamburger fahren Bus und Bahn. Deshalb habe ich mit den Hamburger Verkehrsbetrieben ein Maßnahmenpaket vereinbart, um das Angebot und den Service für die Fahrgäste kurzfristig auszubauen."

Was das bedeutet? Längere Züge, neue Bahnen, noch größere Busse und eine dichtere Taktung. Damit wird die Kapazität des HVV um 20 bis 30 Prozent gesteigert. Satte 19 Millionen Euro ist das der Hansestadt wert. Wir verraten euch die wichtigsten Neuerungen.

Die U3 rollt im 150-Sekunden-Takt durch den Hamburger Untergrund

Gute Nachrichten für alle, deren Lifeline die U3 ist: Die viel genutzte U-Bahnlinie bekommt ein Update. Sie soll im morgendlichen Berufsverkehr alle 200 Sekunden in den Bahnhof ein- und auslaufen – also alle 3,3 Minuten. In dem noch stärker frequentierten Bereich zwischen Barmbek, Mundsburg und der Innenstadt soll sie sogar alle 150 Sekunden durch den Untergrund rauschen. Falls ihr euch jetzt denkt "Das ist doch schon jetzt so", dann habt ihr nur bedingt Recht: Die enge Taktung gibt es schon länger, allerdings nur im Bedarfsfall. Mit dem Update wird die Taktung in den offiziellen Plan aufgenommen. Auch die U1 kullert demnächst öfter an uns vorbei: Zwischen Ohlsdorf und Farmsen wird es eine Taktung von 200 Sekunden geben.

Kurzzüge sind U-Bahn-Geschichte

Ihr kennt Kurzzüge: Das sind die, auf die ihr wartet, und wenn sie eintreffen und sich die Türen öffnen, seid ihr gefühlt noch 700 Meter davon entfernt und müsst rennen wie bekloppt. Schluss damit: Im ganzen Hamburger U-Bahn-Netz wird es keine Kurzzüge mehr geben. Stattdessen gibt es auf der U1, U2 und U3 tagsüber und abends Vollzüge. Auf der U4 fahren künftig anstelle von 60 Meter langen Zügen 80 Meter lange Züge. Auch bei der S-Bahn tut sich was: Die neuen modernen S-Bahnzüge der Baureihe 490 vergrößern die HVV-Flotte.

Gute Nachrichten für Harburger

Wer in Harburg und Umgebung lebt, verbringt wohl mehr Zeit als gewollt am Bahnsteig oder im Schienenersatzverkehr. Künftig soll das Leid minimiert werden: Die beiden Linien S3 und S31 rollen dann bis 21 Uhr im 5-Minuten-Takt. Im Berufsverkehr zwischen Elbgaustraße und Neugraben sollen zudem Langzüge zum Einsatz kommen – diese bestehen aus drei aneinander gekoppelten Kurzzügen. Die neuen Züge wären damit ein Drittel länger als die jetzigen und transportieren anstelle von 1.000 Fahrgästen gleich 1.500 davon.

Auch auf den verstärkenden Linien S11 und S2 fahren künftig anstelle von Kurzzügen nur noch Vollzüge. Die S2 wird außerdem morgens und abends je eine Stunde länger im Einsatz sein: morgens bis 9 Uhr und abends bis 18.30 Uhr.

Mehr und längere Busse auf Hamburgs Straßen

Auf zahlreichen Strecken sind künftig längere Busse mit mehr Plätzen unterwegs oder sie fahren häufiger als bisher. Für die Metrobus-Linien 5, 6, 7 und 13 wurden beispielsweise eigens 52 neue Großraumbusse bestellt, die teils jetzt schon und teils in den kommenden Monaten in Betrieb gehen. Häufigere Fahrten bzw. größere Busse sind auch auf den Linien 3, 15, 21, 22, 232, 235, 332, 432 und 462 vorgesehen. Viele Metrobusse fahren nun auch abends bis 23 Uhr in Abständen von höchstens 10 Minuten.

Außerdem wurden in Hamburgs Osten mehrere neue Metrobus-Linien geschaffen. Auf der Linie 11 verkehren künftig Busse zwischen Rahlstedt und Wandsbek Markt, die 17 fährt mit Gelenkbussen von Berne über Bramfeld, Barmbek Nord und die Innenstadt bis zur Feldstraße und mit der 28 kommt ihr von Wandsbek Markt über Rübenkamp und Alsterdorf bis zur Lufthansabasis. Die Kirsche auf der Sahnetorte ist der neue Expressbus zwischen Bergedorf und Harburg. Er soll alle halbe Stunde fahren und die Zentren der beiden Stadtteile miteinander verbinden. Damit soll er den Umweg über den eh schon stark belasteten Hauptbahnhof unnötig machen.

Mehr zum Thema

Detaillierte Infos über die neuen Maßnahmen des HVV und die genaue Taktung der einzelnen Bahn- und Buslinien bekommt ihr hier. Wer sich an dieser Stelle dafür interessiert, wie der HVV mit seinen Fahrpreisen experimentiert oder wie eines Tages die neue U-Bahnlinie 5 aussehen könnte, der findet bei kiekmo die passenden Artikel dazu. Wir wünschen allzeit gute Fahrt!

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