(© Ute Daebeler )

Der Else-Rauch-Platz: Hier schlägt das Herz von Eimsbüttel

Auf dem Else-Rauch-Platz mit der Villa im Park schlägt das heimliche Herz von Eimsbüttel. Und zwar nicht nur, wenn Flohmarkt angesagt ist. Ein Besuch.

Die Osterstraße ist nur ein paar Minuten entfernt. Um uns herum viel roter Backstein und Jugendstil. Und dieses kleines Café, wo einst ein Klohäuschen war. Wir besuchen den Else-Rauch-Platz, eine kleine, parkähnliche Oase mitten in der Stadt. Hier, zwischen Hartwig-Hesse-Straße und der Berufsschule an der Lutterothstraße, schlägt das heimliche Herz Eimsbüttels.

Eimsbüttels großer Biergarten

Villa im Park steht auf einem knallgelben Schild zu lesen. Das urige Lokal ist vor allem im Sommer Treffpunkt für Eimsbüttler. Dann wird der Else-Rauch-Platz zum riesigen Biergarten. In der Villa im Park hat Kultur ein Zuhause. Es gibt Konzerte und Partys.

Und hier, an der Methfesselstraße steigt seit fast 20 Jahren auch einer der kultigsten Flohmärkte der Stadt. Fernab vom woanders längst üblichen Kommerz, denn Profi-Händler sind nicht gern gesehen. Stattdessen bieten Anwohner und Nachbarn einmal im Monat an, was sie nicht mehr in ihrem Haushalt benötigen. Im Spätsommer gibt's eine XXL-Ausgabe. Dann erstreckt sich der Flohmarkt über viele Straßen in Eimsbüttel.

Im Sommer geht's aufs Methfesselfest

Auch das Methfesselfest geht auf dem Else-Rauch-Platz alljährlich im Sommer über die Bühne. Stadtteilinitiativen, Vereine und Verbände präsentieren sich und ihre Arbeit. Die Party lebt vom ehrenamtlichen Engagement. Und von einem politischen Anspruch. Klimawandel, nukleare Aufrüstung und soziale Ungerechtigkeit haben in den vergangenen Jahren eine Rolle gespielt.

Else Rauch war übrigens eine Lehrerin jüdischer Abstimmung, die an der Volksschule Lutterothstraße unterrichtete, bevor sie von den Nazis ermordet wurde. Nachdem der Platz im Jahr 2000 umgestaltet worden war, erhielt das Gelände den Namen. Zuvor hatte der Platz unweit der U-Bahnstation Lutterothstraße jahrzehntelang brach gelegen.

Der Bunker unter dem Else-Rauch-Platz

Was sogar Anwohner oft nicht wissen: Unter dem Else-Rauch-Platz verbirgt sich ein Bunker. Hier suchten Eimsbüttler während der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg Schutz. Ein Tunnelsystem verbindet die Schule an der Telemannstraße mit einem weiteren Bunker an der Osterstraße. Das Gewölbe unter der Erde soll allerdings nicht mehr begehbar sein, weil es unter Wasser steht.

Infos: Else-Rauch-Platz 1, 20255 Hamburg

Endstation Hellkamp

Doch Eimsbüttel hat nicht nur einen versteckten Bunker. Nur ein paar Meter weiter verbirgt sich unterm Stellinger Weg Eimsbüttels vergessener U-Bahnhof Hellkamp.

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