Der Bonscheladen: Ottensens süßes Paradies

(© Katharina Grabowski )

Der Bonscheladen in der Friedensallee ist ein Schlaraffenland für Menschen mit süßem Zahn. Seit 2005 entwickeln Uwe Sponnagel und sein Team hier ihre leckeren Bonbonkreationen, die mittlerweile auch weit über die Grenzen Hamburgs bekannt sind.

Beeren- und Zitrusaromen, Lakritz und Sahnekaramell – lange bevor man ihn sehen kann, kündigt sich der Bonscheladen durch süß-saure Düfte an, die durch die Friedensallee strömen. Seit mehr als zehn Jahren versorgt die kleine Bonbonmanufaktur nun die Hamburger schon mit wohlschmeckenden Leckereien. Dass dieses Projekt einmal so viel Erfolg haben würde, ist gleichermaßen beachtlich wie verrückt.

Denn die Idee, selbst Bonbons herzustellen, kamen Inhaber Uwe Sponnagel und seiner Frau während eines Urlaubs in Dänemark, als die zwei eine Bonbonmanufaktur besichtigten. Schnell waren sie der Meinung, dass sich sowas doch auch für Hamburg adaptieren ließe. Und so begannen sie nach ihrer Rückkehr in die Hansestadt in der heimischen Küche zu experimentieren. Zunächst kamen Freunde und Familie in den Genuss des süßen Naschwerks. Der Zuspruch und das Vertrauen in die eigenen Produkte waren schließlich so groß, dass das Paar, das bis dato im pädagogischen Bereich arbeitete, alles auf eine Karte setzte und den Schritt in die Selbständigkeit wagte. Bei der Suche nach Gewerberäumen stießen sie unverhofft auf das kleine Ladengeschäft in der Friedensallee, fernab vom Touristentrubel der Innenstadt. Es war Liebe auf den ersten Blick. In der Rückschau bezeichnet Uwe diesen Schritt als "viel zu früh und viel zu riskant", doch schon bald konnten sich die Bonbonmacher eine erste Teilzeitkraft leisten. Mittlerweile besteht das Team aus neun Mitarbeitern, viele davon in Festanstellung.

(© Katharina Grabowski )

In der Bonbonküche braucht es Muckis

Eines stand von Beginn an fest: Man wollte nicht hinter verschlossenen Türen produzieren, sondern die Kunden am Entstehungsprozess der Bonbons teilhaben lassen. Und so gewährt damals wie heute eine Glasscheibe Einblicke in die Bonbonküche und die tägliche Produktion, die ihren Anfang in einem großen, heißen Kupferkessel nimmt. In diesem wird zunächst eine Masse aus Zucker, Wasser und Glukosesirup eingekocht, wobei die richtige Temperatur entscheidend ist. Anschließend wird die Zuckermasse über einen Kühltisch gegossen und verstrichen. Schnell wird aus der flüssigen Masse ein elastischer Zuckerklumpen, zu dem Farbstoffe und (natürliche) Aromen hinzugegeben werden. Dann folgt der anstrengende Teil: Unter die Zuckermasse wird Luft gezogen, bis sich diese weiß verfärbt. Dafür braucht es einige Muckis.

(© Katharina Grabowski )

80 verschiedene Sorten Bonbons entstehen auf diese Weise. Rechnet man die saisonalen Spezialitäten (wie gebrannte Mandeln oder verschiedene Fudge-Variationen) dazu, sind es sogar 120 Sorten. Am beliebtesten sind nach wie vor die Klassiker wie Erdbeer-, Zitronen-, Apfel-Bonbons oder Lakritz. Doch auch ungewöhnliche Rezepturen schaffen es immer wieder ins Sortiment, wie zum Beispiel die Milchbonbons.

Nicht nur geschmacklich überzeugen die Bonsche, auch optisch machen sie einiges her. Wer noch nie bei einer Produktion dabei war, kann sich kaum vorstellen, wie die nicht einmal fingernagelgroßen Anker- und Hamburg-Motive oder ganze Namen auf die winzigen Bonbonstücke kommen – echte Handwerkskunst, für die Uwe Sponnagel und sein Team bekannt sind.

(© Katharina Grabowski )

Die Kunden kaufen nicht nur Bonbons, sondern ein Erlebnis

"Die Kunden kaufen bei uns nicht nur Bonbons, sondern ein Erlebnis und eine Geschichte", erklärt der Inhaber das Konzept hinter dem Bonscheladen, der mit seiner täglichen Schauproduktion bereits als Touristenattraktion in etlichen Reiseführern gelistet ist. Mittlerweile gibt es Kunden, die Uwe Sponnagel und seinem Team seit mehr als zehn Jahren die Treue halten und alle paar Wochen kommen. Aber auch Familien aus dem Rheinland oder Süddeutschland, die zu Besuch an der Ostsee sind, machen auf ihrer Rückfahrt regelmäßig Halt in Ottensen und holen sich hier ihren Jahresvorrat an Bonbons.

Info: Friedensallee 12, 22765 Hamburg, Öffnungszeiten: Di-Fr 11 bis 18.30 Uhr, Sa 11-16 Uhr, www.bonscheladen.de

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