(© Andreas Lampe / Lebendige Alster )

Das Schiff als Riff: Im Alsterfleet entsteht Lebensraum für Tiere

Hamburgs Fleete sind ein extremer Lebensraum für Fische. Ein alter Lastenkahn, die Grüne Schute, soll die Kanäle nun wohnlicher für sie machen. Auf, in und unter dem Schiff entsteht neuer Lebensraum für Wasserorganismen.

Versunkene Schiffe und Flugzeuge sind nicht nur bei Tauchern beliebt. Auch Fische und andere Meeresorganismen schätzen sie als künstliche Riffe, die ihnen als Versteck und Lebensraum dienen. Normalerweise erwartet man solche Wracks in Tauchparadiesen wie den Florida Keys oder in der Karibik. Doch auch Hamburg hat jetzt sein eigenes Schiff als Riff – mitten in der Neustadt.

Ein Frachtenkahn wird zum Ort der Umweltbildung

Genau genommen liegt die Grüne Schute schon seit Dezember 2019 im Alsterfleet auf Höhe der Admiralitätstraße. Doch das Coronavirus hat die Eröffnung lange hinausgezögert. Im August konnte das Schiff nun endlich in Betrieb genommen werden. Heißt in diesem Fall: Das Boot empfängt ab jetzt Schulklassen und andere Interessierte, um ihnen das Gewässersystem der Alster näherzubringen. Denn aktiv ist der alte Frachtenkahn schon lange nicht mehr. Besser aufgehoben ist er im Fleet, wo er nun als ein Ort der Umweltbildung dient. Und dort gibt es mehr zu entdecken, als man im ersten Moment vielleicht denken mag.

Grüne Schute: Eine Oase für Wassertiere

Denn die Grüne Schute soll von oben bis unten ein neuer Lebensraum für Wasserorganismen werden. Dafür hat das Projekt "Lebendige Alster" unter anderem die Seiten und den Boden des Kahns mit Öffnungen versehen, um den zuvor ausgeräumten Innenraum zu fluten. Mit dem Wasser gelangen auch Fische und andere Lebewesen in den Schiffsbauch. Wenn alles gut geht, könnten sich in diesem Bereich in den nächsten Jahren viele Wasserorganismen ansiedeln.

Doch nicht nur unter Wasser will das Projekt neue Lebensräume schaffen. An Deck wurden sogenannte Vegetationsmatten ausgelegt, die mittlerweile sprießen und blühen. Weiden und Sumpf-Schwertlilien ziehen Insekten an, weil sie ihnen eine grüne Oase zwischen sonst eher grauen Betonwüsten bieten. Auch Enten haben die Schute für sich entdeckt – als Brutplatz. Versteckt im Röhricht können sie sich ungestört ihrem Nachwuchs widmen. Das Projekt "Lebendige Alster" wird die künstlich geschaffenen Vegetationszonen in den kommenden Jahren regelmäßig untersuchen. Im besten Fall lässt sich damit nachweisen, dass auch naturferne, innerstädtische und extreme Lebensräume wie die Hamburger Fleete aufgewertet werden können.

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