(© Shutterstock/Eugenio Marongiu )

Das ist Mümmelmannsberg: 7 überraschende Fakten über M-Town

Die meisten Vorurteile über die Siedlung Mümmelmannsberg in Hamburg-Billstedt pflegen diejenigen, die selbst nie dort waren. Dabei hat das junge Quartier eine Menge zu bieten – zum Beispiel viel Grün, Kunst und eine Willkommenshymne für Neugeborene. Sieben überraschende Fakten.

1. Mümmelmannsberg ist kein Stadtteil

Auch wenn viele Hamburger es anders wahrnehmen: Mümmelmannsberg ist kein eigener Stadtteil, sondern der Name einer Großwohnsiedlung, die in den 1970er-Jahren im Stadtteil Billstedt errichtet wurde. Etwa 17.800 Menschen leben in dem Quartier. Viele von ihnen sind jung: 20,7 Prozent der Bewohner sind laut Statistikamt Nord unter 18 Jahren alt – das sind 4,4 Prozent mehr als der Hamburger Durchschnitt.

2. Ein kluger Hase ist der Namensgeber

Die heutige Siedlung hat ihren Namen von einer Straße in der Gegend übernommen, die bereits 1938 "Mümmelmannsberg" genannt wurde. Zum einen, weil sich dort sehr viele Hasen tummelten, zum anderen, weil zu dieser Zeit die Erzählung "Mümmelmann. Ein Tierbuch" des Autors Hermann Löns sehr beliebt war. Darin vertreibt der alte Hase Mümmelmann mit List einen Jäger, der es auf ihn und seine Artgenossen abgesehen hat.

3. Mümmelmannsberg hat viele Spitznamen

Wohl kaum ein Hamburger Gebiet hat so viele liebevoll-lustige Spitznamen wie Mümmelmannsberg. Eine Auswahl der bekanntesten: Mümmel, Mümmelberg, M-Town oder Mümmel-Town, Müberg und Bunny Hill.

4. Mümmelmannsberg ist grün

Tristes Großstadtgrau? Nicht in "Mümmel". Zwar prägt immer noch viel 1970er-Jahre-Betonbau die Siedlung. Doch nach Osten hin grenzt Mümmelmannsberg an das grüne Schleswig-Holstein. Und auch das Naturschutzgebiet Boberger Niederungen und die Glinder Au liegen direkt um die Ecke.

5. Kunst prägt Mümmelmannsberg

Paul-Klee-Straße, Kandinskyalle und Gustav-Klimt-Weg: Insgesamt 16 Straßen sind in Mümmelmannsberg nach bekannten Künstlern benannt. Das passt! Denn Kunst prägt "Mümmel-Town" genauso wie der soziale Wohnungsbau. Zahlreiche Skulpturen unterschiedlicher Künstler sind typisch für das Straßenbild. Viele Hochhausfassaden sind mittlerweile zu überdimensionalen Gemälden geworden. Jährlich sind Interessierte zu den Kunst- und Kulturtagen geladen, einer großen Ausstellung von Künstlern und Kunsthandwerkern. Immer wieder gibt es Kunstaktionen und Performances wie die Wolkenkratzertapete, bei der zwei Monate lang allabendlich auf dem zentralen Platz in "Mümmel" Bilder und Geschichten auf eine Hochhausfassade projiziert wurden.

6. Mümmelmannsberg hat eine Hymne für Neugeborene

"Herzlich Willkommen mitten im Leben – mitten in Mümmelmannsberg": Die Siedlung heißt ihre Neugeborenen seit Ende 2018 musikalisch willkommen. Dabei begrüßen kleine und große Bewohner des Quartiers – untermalt von verschiedenen Instrumenten – Babys in verschiedenen Sprachen. Der Lautsprecher, über den die Mümmel-Hymne ertönt, steht auf einem Hochhausdach in der Kandinskyallee 20. Wer seinen Nachwuchs begrüßen lassen möchte, kann sein Baby über den Mümmelmannsberger Geburtenmelder anmelden. Im Durchschnitt erblickt übrigens jeden zweiten Tag ein "Mümmel-Baby" das Licht der Welt.

7. Für eine TV-Produktion gab es Ghetto-Klischees gegen Geld

Klischeeschublade Großstadtghetto: Für eine ZDF-Fernsehproduktion wurden 2006 Jugendliche aus dem Viertel bezahlt, um für einen Bericht über Jugendgangs Szenen von Gewalt und Bandenkriminalität nachzustellen. Die Aktion sorgte für viel Aufregung, da der Film Mümmelmannsberg, das seit jeher gegen Klischees von Kriminalität und sozialer Verwahrlosung kämpft, noch stärker in Verruf brachte.

Melde dich für unsere kostenlose Zusammenfassung aller News aus deinem Viertel an. Jede Woche neu.

Jetzt kostenlos anmelden

Weitere Artikel aus deinem Viertel

kiekmo verbindet Hamburger mit ihrer Stadt, ihrem Viertel, ihren Nachbarn.

Suche und biete, was du brauchst oder kannst, entdecke ständig Neues und nutze die kostenlosen Schließfächer der Haspa-Filialen in deiner Nähe.