(© Ana Maria Arevalo )

"Curry-Pirates": Deutschlands teuerste Bratwurst gibt's in Barmbek

Fast Food für Gourmets: Die teuerste Bratwurst Deutschlands wird in Barmbek serviert. Ein Besuch bei Michael Weißenbruch und seinem Imbiss "Curry-Pirates".

Michael Weißenbruch ist Gourmetkoch. Sein Restaurant Clasenhof in Ottensen war längst kein Geheimtipp mehr. Eines Tages kam für ihn der Punkt, an dem er aber merkte: Ein eigenes Restaurant muss nicht mehr sein. "Ich hatte einfach keine Lust mehr, jeden Tag vornehm 'Guten Abend' zu sagen. Das fand ich alles völlig spießig." Schicke, teure Restaurants? Viel zu etepetete. "Ich wollte etwas Lockeres, das auch Spaß macht." Das war 2007. Noch im selben Jahr eröffnete er zusammen mit seiner Partnerin Monika Hamann den Imbiss Curry-Pirates. "Einen Imbiss wollte ich schon immer haben", sagt er. Dass ein Gourmetkoch aber nicht einfach irgendeinen Imbiss macht, ist auch klar. "Mit dem nötigen Hintergrundwissen ist das noch einmal etwas ganz anderes."

Ihm ist nicht wurst, was auf den Grill kommt: Michael Weißenbruch. (© Ana Maria Arevalo )

Das heißt: Hier wird (fast) alles selbst produziert – Wurst, Curry, Ketchup, Mayo. Einzige Ausnahme: Die Pommes kommen direkt aus Belgien. Weil Curry und Ketchup bei den Gästen so gut ankommen, lässt sich beides auch einfach in Gläsern zum Mitnehmen kaufen. Doch worum es hier vor allem geht: Um die Wurst! Und die hat es in sich. Schließlich gibt es in Barmbek die teuerste Bratwurst Deutschlands. Sie kostet stolze 20 Euro, ist dafür aber auch ganz besonders. Es handelt sich um eine Kalbsbratwurst mit pochiertem Kalbsfilet, Gänseleber und Trüffel. Das Ganze wird serviert auf Portwein und Trüffelschaum mit Cheeseballs. "Die Idee habe ich mir fürs Fernsehen überlegt", erzählt Michael. "Nicht die billigste oder die größte, sondern die teuerste, begründet mit den Zutaten, nicht mit Blattgold."

Dass es bei seiner neuen Idee um die Wurst gehen sollte, war damals schnell klar. Schließlich waren die hausgemachten Bratwürste auch im Clasenhof schon immer ein Renner. Und damit die nicht langweilig werden, gibt’s heute immer eine "Wurst der Woche". Dabei ist keine wie die andere, wie eine Liste an der Wand seines Imbiss' belegt.

Salsiccia, Duckwalk, German Ox oder Merguez: Bratwürste für Gourmets. (© Ana Maria Arevalo )

Bisher gab es keine doppelt. Wer ein ausgeklügeltes System und einen "Wurstplan" dahinter vermutet, liegt falsch. "Oft kommt mir erst montagmorgens beim Einkaufen die Idee für die Wurst der Woche", betont Michael Weißenbruch. Vor kurzem stand "Make me smile" (5,80 Euro) auf der Speisekarte – eine Bratwurst mit Normannischem Brie und Trüffelkraut.
Die große Restaurant-Bühne vermissen die beiden nicht. "Nur wir zwei arbeiten hier und es gibt kein Bohei wie in den Szene-Läden, wir wollen einfach leckere Bratwurst authentisch anbieten", betonen die Curry-Pirates. Dass die Standortwahl auf Barmbek fiel, ist kein Zufall: "Monika und ich wohnen sehr gern hier und da lag es nahe, auch Curry-Pirates hier zu eröffnen", sagt Michael.

Auf einem Sofa mit den Flippers und Frank Zander

Vor allem mittags brummt der Laden: Für die umliegenden Firmen und Praxen sind die Curry-Pirates eine wahre Perle in der Mozartstraße. "Es kommt aber auch vor, dass Leute von Sylt in Richtung Süden fahren und extra einen Abstecher für eine Currywurst bei uns machen", freut sich der Inhaber. Dass ihre Wurst schließlich auch weit über Hamburgs Grenzen hinaus bekannt ist, haben die Curry-Pirates dem Fernsehen zu verdanken. Kabel1, Pro7 und der NDR haben berichtet: "Einmal saß ich in einer Sendung mit Michael Jacksons Vater, den Flippers und Frank Zander am Tisch", erinnert sich Michael. "Unsere Gäste sind definitiv eine Mischung aus Barmbekern und Leuten, die über Empfehlungen auf uns aufmerksam geworden sind." Michael Weißenbruch strahlt. Hier, im Barmbeker Imbiss, ist er zu Hause. "Ich habe gefunden, wonach ich gesucht habe."

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