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City Nord: Bye-bye, Postpyramide! Moin, neues Wohnviertel!

Lifting für die City Nord. Aus der Geisterstadt mit ihren Häuserschluchten soll ein lebendiger Stadtteil werden. Im März startet der Bau von mehr als 500 Wohnungen am Überseering.

Fiese Häuserschluchten. Bröckelnder Putz. Kaum Menschen in den Straßen. Abends könnte die City Nord im Hamburger Stadtteil Winterhude gut als Kulisse für ein Endzeit-Movie herhalten. Doch nach Jahren des voranschreitenden Verfalls ist Wandel angesagt. Erneuerung und Zukunft. Sichtbar wird das dieser Tage am Überseering, wo auf dem Gelände der mittlerweile abgerissenen Oberpostdirektion ein neues Wohnviertel hochgezogen wird. 200 Millionen Euro werden investiert. Auf 28.529 Quadratmetern entsteht in Verantwortung der Projektentwickler von Hamburg Team ein Wohnquartier nebst Büroturm und Einzelhandel. Im März sollen die Bauarbeiten starten.

Ein neues Viertel mit mehr als 500 Wohnungen

Ipanema nennt sich das Bauprojekt, das die City Nord nachhaltig verändern soll. Geplant sind derzeit 105 Eigentumswohnungen sowie rund 250 frei finanzierte und 157 öffentlich geförderte Wohnungen. Ihre Autos können künftige Mieter in einer Garage mit 223 Stellplätzen parken. Im Bürokomplex entstehen 17.000 Quadratmeter Nutzfläche, darunter eine weitere Garage mit knapp 200 Parkplätzen.

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City Nord: Nach Feierabend eine Geisterstadt

Zuletzt wirkte die City Nord wie aus der Zeit gefallen. In den 1960er-Jahren hochgezogen, bieten die Bürotürme zwar noch immer Zehntausenden Platz. Allerdings nur zum Arbeiten. Mit dem Ende der Bürozeiten verschwindet auch das Leben. Restaurants und kleine Fachgeschäfte in den Häuserschluchten haben kaum Chancen, zu überleben. Kleine Kioske, die belegte Brötchen und Kaffee anbieten, kommen gerade noch so klar. Ein Fitnessstudio hält sich. Passagen verfallen jedoch zusehends, Ladenzeilen wirken wie ausgestorben. Nach 16 Uhr ist die City Nord eine Geisterstadt.

Von Pergolenviertel bis Quartier 21: Hamburg baut

Eben das soll sich jetzt ändern. Hamburgs Stadtplaner lassen sich gern damit zitieren, dass "eine größere Nutzungsvielfalt" das gegenüber dem Stadtpark gelegene Quartier beleben solle. Das Ipanema-Projekt ist dabei nur ein Puzzleteil. Im Umkreis wird gebaut, was das Zeug hält. Im so genannten Quartier 21 unweit des Barmbeker Krankenhauses entstand vor einigen Jahren ein neues Viertel mit mehr als 500 Wohnungen. Das ebenfalls nicht weit entfernte Pergolenviertel gehört zu den größten Bauprojekten Hamburgs. Nordöstlich der City Nord ragen seit 2016 riesige Baukräne in die Höhe. Dort entstehen 1.400 Wohnungen, sämtliche Baufelder sind vergeben. 2020 werden die ersten Menschen auf der 27 Hektar großen Fläche, die zuvor von Kleingärtnern bewirtschaftet wurde, leben. Mehr als die Hälfte der Wohnungen soll öffentlich gefördert und insofern erschwinglich zu mieten sein.

Abriss statt Sanierung: Das Ende der Postpyramide

Doch zurück zum Ort des aktuellen Geschehens, an den Überseering. Wo jetzt eine gigantische Freifläche darauf wartet, dass Hochbauer ihre Arbeit tun, arbeiteten einst 1.400 Menschen. Ende der 1970er-Jahre war die sogenannte Postpyramide hochgezogen worden. Im Jahr 2015 hatten die letzten Angestellten ihre Schreibtische geräumt. Diskussionen, den wegen seiner ungewöhnlichen Form von manch einem als Baudenkmal eingestuften Koloss irgendwie zu sanieren und somit zu erhalten, erledigten sich schnell. Angesichts immenser Kosten fand sich kein Investor.

Ipanema: 2023 soll das neue Viertel fertig sein

Stattdessen begann 2017 der aufwändige Abriss der Pyramide, der erst Ende 2018 abgeschlossen werden konnte. Ein Seilbagger fraß Stück für Stück vom Hochhaus ab. Das allein dauerte rund drei Monate. Anschließend mussten noch die Kellergeschosse verfüllt werden. Geht es nach den Planern, steht auf der Freifläche am Überseering 2023 ein fertiges Viertel. Mit Menschen. Die auch abends noch die Straßen und Wege bevölkern. Und Hamburgs City Nord so wieder zum Leben erwecken.

Velorouten-Ausbau: Auf die Fahrräder, fertig, los

Hamburg wächst, häufig möglichst autofrei. Mobilitätskonzepte und ein großer Schritt hin zur fahrradfreundlichen Stadt sind gefragt. Das soll mit dem Ausbau des Radwegenetzes geschafft werden. Die Arbeiten an der Veloroute 5 haben bereits begonnen: Sie soll die Sengelmannstraße entlang der City Nord mit der Saarlandstraße verbinden. Das heißt: freies Strampeln für die Bewohner der neuen Viertel in und an der City Nord.

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