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Carsharing in Hamburg: Welches Modell ist das richtige für mich?

Hamburgs Carsharing-Markt wird immer verwirrender: Freefloater, klassisches oder privates Carsharing, was ist das beste? Hier gibt's Infos: die wichtigsten Anbieter, Kosten, Vor- und Nachteile.

Carsharing ist gut für die Umwelt und gut für den Geldbeutel. Schließlich müsst ihr nicht die laufenden Kosten wie Steuern, Versicherung, Instandhaltung, Garagenmiete und ähnliches bezahlen, auch wenn das Auto die meiste Zeit ohnehin nur herumsteht. Trotzdem seid ihr mobil, wenn nötig. Gerade angesichts der Dieseldebatte floriert diese Branche, immer neue Anbieter und Modelle drängen auf den Hamburger Markt. Da kann man leicht den Überblick verlieren: Was für Möglichkeiten gibt es, was kostet das, was sind die Vor- und Nachteile?

Grundsätzlich können drei Arten des Carsharings unterschieden werden: Es gibt privates Carsharing, klassisches Carsharing mit festen Abstellplätzen und die flexiblen Freefloater à la Car2Go oder DriveNow, bei denen minutengenau abgerechnet wird und die Autos in einem gewissen Stadtbereich überall geparkt werden können. Je nachdem, wie häufig und wofür ihr ein Auto braucht, kann das eine oder andere Modell für euch das bessere sein. Wir klären mal auf:

1. Für City-Fahrten von A nach B: Freefloater

Ihr wollt zu einer Party und mit den High Heels und der perfekten Frisur nicht durch die halbe Stadt stiefeln? Ihr müsst schnell irgendwo hin, wo der öffentliche Nahverkehr nicht hinfährt – oder die Bahnen stehen gerade mal wieder? Wenn ihr kurzfristig eine kurze Fahrt im Stadtgebiet unternehmen wollt, sind die Freefloater wie Car2Go (smart und Mercedes) oder DriveNow (Mini und BMW) für euch die richtige Wahl. Auf der zugehörigen App (vorher ist eine Registrierung nötig) könnt ihr sehen, wo das nächste Auto steht. Einfach einsteigen und losfahren! Abgerechnet wird hier in der Regel im Minutentakt, bei Car2Go kostet ein Smart beispielsweise ab 19 Cent, eine A-Klasse 28 Cent. Eine halbe Stunde mit dem Kompakten kostet hier also 8,40 Euro. Für längere Mieten gibt es mittlerweile aber auch schon Stunden- und Tagestarife.

Vorteil: Ihr seid super flexibel, könnt kurzfristig ein Auto nehmen und es auch überall wieder abstellen.
Nachteil: Die Kosten sind relativ hoch, längere Fahrten werden teuer. Kritiker dieses Modells prangern auch an, dass viele Nutzer aus Bequemlichkeit lieber das Auto nehmen, statt öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad zu nutzen. Der Umweltschutzeffekt ist also dahin.

2. Für längerfristig geplante und längere Fahrten: Klassisches Carsharing

Ob der Baumarkt-Trip am Wochenende, die Fahrt zu Oma Heide aufs Land oder der Kurzausflug nach St. Peter-Ording: Wenn ihr schon frühzeitig wisst, dass ihr für eine längere Fahrt oder einen längeren Zeitraum ein Auto braucht, dann könnte klassisches Carsharing für euch eine gute Variante sein. Hier könnt ihr schon frühzeitig (in der Regel über eine App, eine Webseite oder auch per Telefon) ein Auto buchen. Anbieter in Hamburg sind beispielsweise Cambio oder Greenwheels, beide haben mehr als 50 Stationen in unserer Hansestadt. Es gibt Fahrzeuge diverser Marken und Größen, vom Kleinwagen über einen Kombi bis hin zum Transporter. Hier zahlt ihr nur wenige Euro pro Stunde plus den Sprit – längere Fahrten gehen also nicht ganz so ins Geld. Anders als bei den Freefloatern stehen die Autos aber nicht irgendwo herum, sondern müssen an festen Stationen abgeholt und wieder abgestellt werden. Flinkster, das Carsharing-Angebot der deutschen Bahn, gibt's ebenfalls an zehn Hamburger Standorten.

Vorteil: Ihr habt planbar zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Auto zur Verfügung, ohne selbst eines unterhalten zu müssen. Die Kosten sind relativ gering.
Nachteil: Relativ unflexibel, weil das Auto stationsgebunden geparkt werden muss. Und wenn ihr nicht rechtzeitig reserviert, ist eventuell auch keines verfügbar.

3. Die nachbarschaftliche Alternative: Privates Carsharing

Wer sein Auto nur gelegentlich nutzt, kann es vermieten. Entweder ganz privat durch ein Inserat im Netz oder Mundpropaganda, oder (besser!) über einen Anbieter, der die nötigen rechtlichen Rahmenbedingung bietet. Schließlich soll es nicht zu Streitereien kommen, wenn doch einmal eine Beule im Blech ist. Bekannte Anbieter sind hier Snappcar (früher Tamyca) oder Drivy. Tolle Sache: Wenn ihr euch angemeldet habt, könnt ihr in der Umgebung nach verfügbaren Autos für einen bestimmten Zeitraum suchen. Idealerweise ist das bei euch um die Ecke! Wenn ihr kurzfristig ein Auto braucht, kann das klappen, muss aber nicht. Gerade bei länger geplanten Ausflügen oder Fahrten findet ihr aber bestimmt etwas Passendes. Bei der Übergabe werden Kilometerstand, etwaige Vorschäden und sonstige Dinge schriftlich oder direkt in der App festgehalten – so sind Mieter und Vermieter auf der sicheren Seite.

Vorteil: Keine weiten Wege zur nächsten Carsharing-Station, relativ günstig auch bei längeren Anmietungen (den Preis bestimmt der Vermieter). Und vielleicht macht ihr sogar eine nette Bekanntschaft in eurer Hood?
Nachteil: Kurzfristige Anmietungen häufig nicht möglich, für kurze Fahrten ist der Aufwand relativ hoch (Ausfüllen des Vertrags).

Carsharing in Hamburg: Neue Anbieter

Tipp: Neuerdings gibt es in Hamburg auch Anbieter, die eine Mischform aus den ersten beiden Modellen anbieten. Bei "Ubeeqo" und "Oply" könnt ihr stundenweise buchen, könnt aber zumindest in einem gewissen Quartier auch frei parken. Das Start-Up "Miles" punktet dagegen mit Tarifen, die sich nach den gefahrenen Kilometern statt der Fahrzeit richten. Denn wer möchte schon für die Zeit zahlen, die er oder sie im Stau verbringt?

Carsharing-Schutz: Für HaspaJoker-Kunden wird die anfallende Selbstbeteiligung in Höhe von maximal 1.500 Euro übernommen. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

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