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Carsharing in Hamburg: Das Auto-Angebot wächst weiter

Diesen Herbst strömen neben Car2Go, DriveNow & Co. mit "Oply" und "Drive by" weitere Carsharing-Anbieter nach Hamburg. Wird das nicht langsam zu viel?

Wie ein Flickenteppich sieht es aus, das Geschäftsgebiet von "Oply" in Hamburg. Die 44 sogenannten Nachbarschaften, größtenteils in den Stadtteilen rund um die Alster gelegen, sind elementarer Bestandteil eines neuen Carsharing-Konzepts. Seit diesem Herbst verstärkt der Anbieter die Mietauto-Flotte in unserer Stadt. Laut eigenen Angaben will das Unternehmen "eine Lücke im städtischen Verkehrsangebot schließen". Aber wie groß ist diese Lücke überhaupt?

Immerhin hat der Branchenprimus Car2Go schon 220.000 Hamburgerinnen und Hamburger für sich gewinnen können, die Nummer 2 DriveNow zählt 130.000 Kunden in Hamburg. Es wird geunkt, dass selbst sie es nicht schaffen, Gewinne einzufahren und nur der Imagepflege ihrer Mutterkonzerne Daimler und BMW dienen. Ergänzt werden sie von kleineren Anbietern wie Cambio und Flinkster. Ab November will auch "Drive by" aus Berlin seine Autos in Hamburg auf die Straße schicken.

(© Oply )

Carsharing-Anbieter "Oply": Perfekt für einen Ausflug außerhalb Hamburgs

Oply will sich mit einem Ansatz irgendwo zwischen flexiblem Carsharing und klassischem Mietwagen durchsetzen. Die Fahrten werden, anders als bei den Marktführern, nicht minutenweise, sondern pro Stunde oder gar pro Tag abgebucht. Eine Stunde kostet mindestens 6 Euro, ein ganzer Tag ist ab 45 Euro zu haben. Das Konzept ähnelt damit dem von Ubeeqo, das schon seit 2016 mit eigenen Autos unterwegs ist.

Bei beiden Anbietern ist im Preis eine bestimmte Anzahl Streckenkilometer enthalten. Bei Oply bekommt ihr pro Tour satte 150 Kilometer, Ubeeqo beglückt euch mit 30 Kilometern. Dafür kommt ihr beim letzteren Angebot in der Regel etwas günstiger weg. Damit eignen sich die Flitzer dieser Anbieter ideal für einen Ausflug ins Grüne oder für einen Besuch bei der Verwandtschaft am anderen Ende von Hamburg.

Ein Carsharing-Auto für die ganze Nachbarschaft

Der Clou bei Oply sind die anfangs erwähnten Nachbarschaften. Zwar haben die Autos keinen festen Abstellort, genauso wie es mittlerweile auch bei anderen Services üblich ist. Die Wagen müssen allerdings am Ende einer Tour immer in derselben Nachbarschaft abgestellt werden, in der sie abgeholt wurden. Und die ist meistens auf wenige Straßen begrenzt. So will Oply gewährleisten, dass jede ihrer Zonen mit ausreichend Wagen versorgt ist.

Bei zunächst 100 Fahrzeugen in 44 Nachbarschaften könnte das schwierig werden. Wenn nur ein oder zwei Familien von nebenan einen längeren Ausflug unternehmen, wird die Autosuche zur Herausforderung. Und auch die anschließende Jagd nach einem Parkplatz innerhalb des eng umrissenen Bereichs wird sicherlich nicht einfach.

"Drive by" punktet mit "miles not minutes"

Das wiederum dürfte ein Vorteil des Konkurrenten "Drive by" sein. Dort werden die Fahrten pro gefahrenem Kilometer berechnet. Klarer Pluspunkt bei der langwierigen und mühsamen Parkplatzsuche sowie bei Staus im Feierabendverkehr! Damit unterscheidet sich das Unternehmen erheblich von den Mitbewerbern. Die Tarife sind übersichtlich, der günstigste liegt bei 79 Cent pro Kilometer. Das könnte sich beim Hamburger Großstadtverkehr tatsächlich auszahlen.

In spätestens einigen Monaten wird sich zeigen, wer in Hamburg die Nase vorn hat und ob es tatsächlich neue Anbieter auf dem Carsharing-Markt braucht. In München ist Oply bereits im März 2018 laut eigenen Angaben erfolgreich gestartet. Dort sollen bis Jahresende weitere Nachbarschaften eingerichtet werden und 30 Fahrzeuge dazukommen. Auch in Hamburg ist das Unternehmen so zuversichtlich, dass es schon jetzt für 2019 eine Erweiterung des Angebots angekündigt hat.

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