Wei-Lin Chang, Küchenchef Lars Staudinger, Pädagogin Lisa Scharffenberg und die drei Auszubildenden Jerome März, Pellé Weiss, Torben Dombert (v.l.n.r.).

"Café Büchner" muss Ende November schließen

Im Mai 2016 eröffnete das Café Büchner in der Lenzsiedlung. Wegen fehlender Finanzierung schließt das Restaurant und Ausbildungsprojekt nun am Ende des Monats. Drei Mitarbeiter müssen sich neue Jobs suchen.

Als der damalige Geschäftsführer der Ausblick Hamburg GmbH, Udo Marquardt, im Mai 2016 das Café Büchner eröffnete, war ihm die Begeisterung sichtlich anzumerken. Mit dem Ausbildungsprojekt solle "die Diversität auf dem Arbeitsmarkt" gestärkt werden, freute er sich damals. Zum Ende des Monats wird das Büchner geschlossen, drei Mitarbeiter müssen sich neue Arbeitgeber suchen. Die anfängliche Begeisterung ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen.

Nach dem Café Veronika ist das Büchner, das von der Ausblick Hamburg GmbH betrieben wird, schon das zweite Ausbildungsprojekt an diesem Standort innerhalb einer kurzen Zeit. Das Café Veronika schloss vor drei Jahren wegen eines Wasserschadens sowie Kommunikationsschwierigkeiten mit dem Verein Lenzsiedlung.

Schwierige Situation für die Auszubildenden

"Wir als Mitarbeiter sind enttäuscht", sagt Restaurantleiter Wei-Lin Chang. Das definitive Aus hätte das Team vor drei Wochen erfahren, auch wenn die Schließung davor immer mal wieder im Raum stand. "Zum Glück können unsere drei Azubis ihren Abschluss im Juni noch machen, solange kommen sie in einer Produktionsküche von Ausblick unter", erzählt Chang. Drei Mitarbeiter allerdings, die sich um die Jugendlichen und das Restaurant kümmern, müssen sich nun neue Jobs suchen. Neben Chang sind das eine Pädagogin und ein Küchenchef. Ein weiterer Koch hat einen unbefristeten Vertrag, für den die Ausblick GmbH eine Lösung finden muss.

Dass die Jugendlichen für ein halbes Jahr woanders kochen müssten, findet Chang fatal: "Direkt vor der Prüfung den Betrieb zu wechseln, ist für die drei eine schwierige Situation." Vor allem aber ärgert ihn, dass dem Projekt keine längere Chance gegeben wurde, sich an diesem versteckten Standort zu etablieren. Sie verstünden sich als soziales Projekt, in dem Jugendliche ausgebildet werden und älteren Menschen ein Ort für Kontakte gegeben wird. "Das aufzugeben ist bitter", sagt er.

Ratlosigkeit in der Lenzsiedlung

Auch die Leiterin des Vereins Lenzsiedlung e.V., Monika Blaß, findet, die Schließung komme zu früh. "Einem Betrieb wie dem Café Büchner muss man eine Chance geben", sagt sie enttäuscht. Ihrer Meinung nach hat ein derartiges Restaurant und gleichzeitiger Ausbildungsort ein hohes Potenzial. Wie es weitergeht, weiß Blaß nicht. "Der Betreiber Ausblick sieht sich nicht im Stande, das weiterzuführen. Nun brauchen wir dringend eine Lösung." Weil der Lenzsiedlung die Räumlichkeiten gehören, fehlen für die Zeit ohne Lösung die Mieteinnahmen.

"Von der Schließung haben wir nur von dem Vermieter, dem Lenzsiedlung e.V., erfahren", sagt der Pressesprecher vom Bezirksamt, Kay Becker. Der Bezirk wäre aber an einer Lösung interessiert und prüft deswegen, wie es den Verein in der Übergangszeit unterstützen kann.

Die Ausblick Hamburg GmbH möchte nicht viel zu der Schließung sagen. Steffi Plokarz von der Ausblick Hamburg GmbH nennt als Grund für die Schließung rein wirtschaftliche Gründe. Warum plötzlich kein Geld mehr vorhanden war, war nicht zu erfahren.

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