(© picture alliance / dpa )

Bunker an der Feldstraße: Neuer Garten über den Dächern der Stadt

Altes neu nutzen: Der ehemalige Flakbunker an der Feldstraße wird zum Stadtgarten ausgebaut. Ab 2020 sollen auf dem Dach des grauen Betonsklotzes Kiefern, Lebensbäume und Wacholder blühen.

Hamburger bekommt ein neues Wahrzeichen, ganz in Grün. Nach einem kurzfristigen Stopp durch Rechtsstreitigkeiten haben sich Investor und Planungsbüro geeinigt. Der Bebauung und Begrünung des ehemaligen Flakbunkers an der Feldstraße steht somit nichts mehr im Wege.

Eine neuartige Form der Stadtnatur

Kurz vor Weihnachten war die Zukunft des Projektes Hilldegarden endlich beschlossene Sache. Die Architekten von Interpol Studios und der erbbauberechtigte Pächter Prof. Thomas Matzen haben sich auf die Zahlung von 2,5 Millionen Euro Honorar verständigt. Das von dem Planungsteam entworfene Gestaltungskonzept für den Hochbunker kann nun also Realität werden. Der aktuell noch knapp 40 Meter hohe graue Klotz soll um über 20 Meter aufgestockt werden. Die daraus entstehenden 8.000 Quadratmeter sollen als öffentliche Gemeinschaftsfläche den Bürgern zur Verfügung gestellt werden, eine den Bunker umlaufende Rampe den barrierefreien Zugang gewähren. Die Begrünung und Gestaltung dieses neuen Naherholungsgebiets mitten im Herzen von St. Pauli übernehmen unter anderem Anwohner und Stadtteilgärtner, die bereits eigene Ideen in das Konzept einbringen konnten.

Refinanzierung durch Vermietung

Die durch die Erhöhung zusätzlich geschaffenen fünf Stockwerke sollen vermietet werden, um dadurch die Rückfinanzierung des Projektes zu ermöglichen. Unter anderem ziehen im Inneren ein Hotel, eine Veranstaltungshalle sowie subventionierte Gästewohnungen für Künstler ein. Um darüber hinaus dem historischen Erbe und seiner Bedeutung gerecht zu werden, findet auch eine Weltkriegsgedenkstätte ihren Platz. Die Kosten für die Umsetzung, aktuell um die 30 Millionen Euro, trägt der Eigentümer und Investor Thomas Matzen indes komplett allein.

Nach aktuellem Stand dürfte die Bebauung nicht vor 2020 abgeschlossen sein. Ursprünglich war bereits 2016 als Starttermin ins Auge gefasst worden, bei einer Fertigstellung innerhalb von 18 bis 24 Monaten.

Das unter dem Namen "Hilldegarden" laufende Bauprojekt befindet sich bereits seit 2013 in der Ideen- und Planungsphase. Mitte Juli 2017 hatte sich nach dem Bezirk Mitte und dem Senat schließlich auch die Bürgerschaft zu dem Projekt bekannt und damit finales grünes Licht gegeben. Allerdings stößt das Projekt auch auf Kritik. Unter anderem sehen Denkmalschützer in der Neugestaltung des ehemaligen Nazibaus eine Bedrohung des authentischen Denkmals.

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