(© Bürgertreff Altona-Nord / Birgit Kuntz )

Bürgertreff Altona-Nord: Die gute Seele des Viertels

Der Bürgertreff Altona-Nord bietet seit über 20 Jahren ein buntes Kultur- und Freizeitprogramm – und leistet dabei wichtige Arbeit für das Viertel.

Altona-Nord ist ein Stadtteil dazwischen: zwischen Schanze, Altona-Altstadt, Ottensen und Eimsbüttel, durchkreuzt von den Hauptverkehrsachsen Stresemann-, Alsen- und Kieler Straße, zweigeteilt durch S-Bahn-Gleise. Geographisch macht der Stadtteil nicht viel hier – sonderliches Ansehen bekommt er zwischen zwei Trendvierteln erst langsam. „Früher galt Altona-Nord lange als sozialer Brennpunkt“, erinnert sich Doris Foitzik. Sie leitet den Bürgertreff Altona-Nord nahe der Haltestelle Holstenstraße, inzwischen seit 15 Jahren. Sie kennt die Menschen, die hier leben, gut. „Durch meine Arbeit im Bürgertreff bin ich immer mit den Besuchern im Gespräch“, erzählt sie. „Dieser Kontakt gefällt mir an meiner Arbeit besonders.“

Doris Foitzik leitet den Bürgertreff (© Bürgertreff Altona-Nord )

Altona-Nord: Anerkennung für den Stadtteil

Gerade ist der Film „Das schräge Herz“ fertig geworden, Regie führte Christian Hartung, der mit seinem Porträt von St. Pauli, „Manche hatten Krokodile“, bereits großen Erfolg beim Hamburger Publikum hatte. Das Filmprojekt über Altona-Nord, das der Bürgertreff in Auftrag gegeben hatte, liegt Doris Foitzik sichtlich am Herzen. „Ich wollte einfach festhalten, wie es gerade hier aussieht“, erzählt sie. „Denn im Moment herrscht im Viertel ein sehr gutes Klima.“ Bereits sechsmal hätte der Bürgertreff den Film gezeigt, der Saal war jedes Mal bis auf den letzten Platz gefüllt. „Die Reaktionen waren immer unglaublich positiv und auch dankbar“, so Doris. „einfach, weil endlich mal jemand diesen Stadtteil, der sonst immer so unbeachtet ist, seine Ideen und Bewohner würdigt.“

Bürgertreff Altona-Nord: Angebote, wo es keine Angebote gibt

Der Bürgertreff ist seit seiner Gründung 1996 zum Fixpunkt des Stadtteils geworden. In dem ehemaligen Lazarett-Gebäude ist außerdem eine Seniorentagestätte der AWO (Arbeiterwohlfahrt) und das Restaurant Breitengrad beheimatet, im hinteren Teil des Gebäudes befindet sich der neugebaute Veranstaltungssaal, die „Bühne im Bürgertreff“. Programm, Verwaltung, Organisation: Ein Großteil der Arbeit wird hier von Doris Foitzik und ihren zwei festangestellten Kolleginnen gewuppt. „Ich liebe die Abwechslung“, erklärt sie – auch, wenn das bedeutet, im Winter mal Schnee zu schippen oder sich um die Beete vor dem Haus zu kümmern. „Wir haben lange daran gearbeitet, dass der Bürgertreff ein Fixpunkt für den Stadtteil wird“, so Doris. Besonders die Bürgerhäuser in der Peripherie der Stadt, wie Bergedorf oder Jenfeld, hätten eine große Bedeutung für ihre Viertel. Weil es dort sonst nicht viele Angebote gibt, bieten diese Häuser oft eine Möglichkeit, Kulturveranstaltungen oder Freizeitangebote zu besuchen.

Altona-Nord: Immer mehr junge Familien

Für Altona-Nord sieht sie dieses Defizit vor allem in den Angeboten für ältere Bewohner. „Für Jugendliche gibt es hier eigentlich ziemlich viel zu tun“, so Doris. „Aber nicht für die Generation ab 50 oder 60.“ Die Szeneviertel direkt nebenan, Schanze oder Ottensen, seien für ältere Menschen keine Anlaufstellen. Besonders für Senioren hat der Bürgertreff deshalb ein beitgefächertes Programm: Besonders beliebt sind die monatlichen Ausflüge ab 60 Jahren, die der Bürgertreff in Kooperation mit dem AWO und dem ASB-Seniorentreff veranstaltet. „Es ist schön zu sehen, dass wir da etwas aus dem Boden gestampft haben, das so gut ankommt“.

Daneben entstehen auch neue Projekte für Eltern und Kinder, unter anderem Kindertheater und Kurse zur musikalischen Früherziehung. Ab September wird es außerdem Musikveranstaltungen für Eltern und Kinder zum Mitsingen geben. „Es ziehen immer mehr junge Familien hierhin“, erklärt Doris. Das liege unter anderem auch an dem Neubau des Viertels Neue Mitte Altona und dem geplanten Bau auf dem Holsten-Areal. Außerdem würden im Viertel immer mehr Baulücken geschlossen. „Das macht den Menschen auch Angst." Denn wo teure Eigentumswohnungen entstehen, steigt oft auch der Mietpreis. „Die Gentrifizierung macht auch vor Altona-Nord nicht Halt", so Doris. "Aber zurzeit hat der Stadtteil noch den Charme des Unscheinbaren und Unentdeckten. Das kann gern so bleiben.“

Wichtige Arbeit für Hamburgs Viertel

Vereine wie der Bürgertreff in Altona-Nord sind wichtig für das Zusammenleben in unserer Stadt, und viele brauchen Unterstützung. Wer ein Ehrenamt in Hamburg sucht, kann bei einigen Vereinen mit anpacken. Ihr engagiert euch bereits? Dann werdet Stadtteilreporter und erzählt uns von eurem Ehrenamt – einfach an stadtteilreporter@kiekmo.hamburg.

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