(© Mirjam Rüscher )

Briefzentrum an der Plöner Straße: Ab geht die Post!

3,3 Millionen Briefen laufen hier alle 24 Stunden durch. Allein aus Ottensen mit der Postleitzahl 22765 sind es täglich 16.000 Standard- und Kompaktbriefe. Aus Altona mit den Postleitzahlen 22767 und 22769 sind 24.000. Im Briefzentrum an der Plöner Straße in Altona-Nord wird der Großteil der Hamburger Post bearbeitet.

Von außen sieht die Anlage der Deutschen Post gar nicht so groß aus, doch die Halle hat mit ihren 240 mal 60 Metern riesige Ausmaße. Es ist eines der größten Briefzentren in Deutschland. "Die Anlage in Düsseldorf ist zehn Meter länger, von der Verkehrsmenge her sind wir aber die Nummer eins in Deutschland", sagt Sladjana Kalus, Leiterin des Briefzentrums. "Schlachtschiff" nennt sie es wegen seiner Dimension liebevoll.

Leitet das Briefzentrum: Sladjana Klaus (© Mirjam Rüscher )

Wer hier ständig unterwegs ist, legt schnell mal mehrere Kilometer am Tag zurück. "Meine Schichtleiter schaffen etwa zehn bis 15 Kilometer pro Schicht", sagt Sladjana Kalus. Sie arbeitet seit zwölf Jahren am Standort an der Plöner Straße, seit 16 Jahren ist sie im Unternehmen. Um überall zügig hin zu gelangen, sind ihre Schichtleiter und die 37 Techniker mit Rollern oder Fahrrädern in der Halle unterwegs.

Gelbe Linien markieren auf dem Boden die Fahrtwege, die Gabelstapler und anderen motorisierten Gefährte, die die typischen gelben Postkisten hin und her fahren, haben hier Vorrang – das Recht des Stärkeren. 750 Mitarbeiter, die Fahrer nicht mitgerechnet, arbeiten im Briefzentrum im Drei-Schicht-Betrieb. "Die Produktion beginnt am Sonntagmorgen um sechs Uhr und endet am Samstagabend um 19 Uhr", erklärt Sladjana Kalus.

(© Mirjam Rüscher )

Die Sendungen erreichen das Briefzentrum an einem von 32 Toren und verlassen es durch diese auch wieder, nachdem sie mehrere Kilometer auf verschiedenen Ebenen unterwegs waren. "Bei uns ist der Ablauf umlauforientiert, das ist bei kleineren Briefzentren anders", betont Sladjana Kalus. Sie muss laut sprechen. Ein paar Meter über ihrem Kopf fahren die gelben Kisten auf der Förderanlage vorbei, über eine Länge von zweieinhalb Kilometern schlängelt sie sich durch die Halle. Es klappert und rattert überall in der Halle.

Es ist 17.30 Uhr, gleich beginnt die Primetime im Briefzentrum. Bis 22.45 Uhr müssen die Sendungen die Halle verlassen haben, damit sie rechtzeitig am nächsten Morgen an ihren Bestimmungsorten sind – deutschlandweit. "Wir müssen große Sendungsmengen innerhalb kurzer Zeit bearbeiten, denn vieles kommt erst am Abend bei uns an", so Sladjana Kalus.

(© Mirjam Rüscher )

Standardbriefe, Groß- und Maxibriefe und Mischwaren, zum Beispiel von Briefkastenleerungen, kommen in verschiedenen Behältern in der Halle an – alles, was eine Absenderpostleitzahl aus der Leitregion 20-22 hat. Je nach Format, Dicke und Lesbarkeit der Adresse nehmen die Briefe unterschiedliche Wege. Sie werden sortiert, gedreht, gestempelt, den Zielorten zugeordnet.

"Nur 10 bis 15 Prozent der Post sind private Briefe. Der Großteil ist Geschäftspost. Nur zu Anlässen wie Weihnachten oder Ostern ändert sich das Verhältnis etwas", erklärt Post-Pressesprecher Martin Grundler. Große Maschinen sortieren die Briefe, verteilen sie in die richtigen Behälter. Die Maschinen lesen Adressen und Strichcodes in Sekundenbruchteilen. Was nicht maschinenfähig ist, wird am Ende in der Resthandsortierung bearbeitet.

(© Mirjam Rüscher )

Ganz am Ende landen die Briefe nicht nur in der richtigen Box für ihre Postleitzahl. Sie sind nach Straßen sortiert, nach Hausnummern und liegen in "Gangfolge" in der Box, sodass die Zusteller sie nur noch herausnehmen und in die Briefkästen stecken müssen. Wenn alle Sendungen um 21.45 Uhr die Halle verlassen haben, heißt es kurz Durchatmen. Um 22 Uhr geht die Arbeit wieder von vorn los.

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