(© kiekmo )

Bodenschatz in Wilhelmsburg: "HAMBURG ENERGIE" gewinnt Förderung

Nachhaltigkeit steht hoch im Kurs und damit auch erneuerbare Energien. Der norddeutsche Boden birgt besonders großes Potenzial, das bisher ungenutzt blieb. Am Wilhelmsburger Energiebunker startet nun ein einzigartiges Projekt.

Der Energiebunker in Wilhelmsburg bietet nicht nur einen fantastischen 360-Grad-Ausblick über die Stadt. Dort zu stehen und auf Hamburg zu gucken kann unsere Akkus zwar wieder ordentlich aufladen, das meint der Name aber nicht. Den hat der ehemalige Nazi-Bunker dem zu verdanken, was er heute ist: Kriegsmahnmal und – hier die Besonderheit – ökologisches Kraftwerk. Aus Solarkraft, Biomethan und Industrieabwärme generiert der Bunker Energie für Wilhelmsburger Haushalte und Einrichtungen. Auch die Nutzung überschüssiger Windenergie kann hier erforscht werden. Die Bilanz: jährlich 6.600 Tonnen CO2-Einsparung.

Wilhelmsburgs Bodenschatz darf geborgen werden

Wer jetzt an Gold oder Erdöl denkt, liegt falsch. Es geht um etwas viel Simpleres und Kostbareres: Wasser. Und zwar heißes Tiefenwasser – mit einer Temperatur von etwa 130 Grad Celsius. Denn es fehlt nur noch eine im Bunde der regenerativen Energien: Erdwärme, Geothermie. Seismologen vermuteten förderfähiges Wasser schon 2010 in 3.500 Metern Tiefe. Doch das Risiko, nicht fündig zu werden, war für die Stadt finanziell nicht tragbar.

2019 reichte HAMBURG ENERGIE das Unterfangen als einziges Geothermie-Projekt im Förderprogramm "Reallabore der Energiewende" ein. Mit Erfolg: Der Bodenschatz darf nun geborgen werden. Am 11. August 2020 überreichte Staatssekretär Andreas Feicht vom Bundeswirtschaftsministerium den Förderbescheid in Höhe von 22,5 Millionen Euro. HAMBURG ENERGIE hat sich mit dem innovativen Projekt "Integrierte Wärmewende Wilhelmsburg" (IW3) gegen 20 Mitstreiter durchgesetzt.

Ein kostspieliges Unterfangen

Die Förderung ist unbedingt notwendig, denn allein die erste Bohrung wird mit etwa 17 Millionen Euro zu Buche schlagen. Sie prüft zunächst die Vermutungen der Seismologen. Der städtische Energieversorger rechnet insgesamt mit einem Aufwand von rund 70 Millionen Euro. Die sollen sich aber rentieren: Denn das Wasser ist so heiß, dass es sich ohne Umwege zur Energiegewinnung eignet. HAMBURG ENERGIE verspricht sich eine thermische Leistung von über 10 Megawatt – und erneuerbare Energie für 40 bis 50 Jahre! Bis zu 70.000 Wilhelmsburger Haushalte sollen davon profitieren.

Teuer ist vor allem die Errichtung der Anlage, die Betriebskosten sind im Vergleich zu anderen Formen der Energiegewinnung dafür sehr günstig. Partner im Projekt sind die HAW Hamburg, die Uni Kiel sowie das Hamburg Institut und CONSULAQUA. IW3 soll als Leuchtturmprojekt an den Start gehen und als Blaupause für den gesamten norddeutschen Raum fungieren. Hamburg ist damit Vorreiter in Richtung einer CO2-neutralen, urbanen Wärme- und Energieversorgung für ein ganzes Quartier.

Auf weite Sicht: Grandiose Aussichtspunkte Hamburgs

Apropos Ausblick: Hoch hinaus geht es auch an anderen Punkten der Stadt. kiekmo zeigt euch die spektakulärsten Aussichtspunkte in Hamburg.

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