(© picture alliance / dpa )

Bewegende Doku über Obdachlose: "Draußen" läuft im Abaton an

Sie leben auf der Straße, im Wald oder unter Brücken: Obdachlose führen ein eher zurückgezogenes Leben. Zwei Kölnerinnen haben ihnen jetzt einen Film gewidmet. Die Dokumentation "Draußen" läuft im Abaton an und hat auch für Hamburg hohe Relevanz.

Wie in einem Museum ist das Hab und Gut fein säuberlich um das Zelt angeordnet. Jeder Gegenstand verdient seinen eigenen Platz, sein eigenes Rampenlicht, als wäre es eine Kunstinstallation. Wenn die Bauchtaschen, glänzenden Ringe und Schachteln so da liegen, würde niemand auf die Idee kommen, sie als "Trash" zu bezeichnen. Und doch werden sie von anderen Menschen vorwiegend als Müll gesehen. Diese Abneigung trifft auch deren Eigentümer, die Obdachlosen.

In "Draußen" geht's ums Überleben

Die beiden Filmemacherinnen Tama Tobias-Macht und Johanna Sunder-Plassmann richten in ihrem neuen Dokumentarfilm "Draußen" den Blick nun auf diese häufig übersehenen Menschen und deren Besitztümer. Denn Letztere fördern Geschichten zutage, die die vier porträtierten Männer nicht immer zu erzählen im Stande sind. Auf einfühlsame Weise schaffen es die Regisseurinnen, den Obdachlosen intime Erinnerungen zu entlocken. Sie kehren ihr Innerstes nach Außen und packen aus: Über das Leben auf der Straße, ihre liebsten Gegenstände, Familie, Freunde, Drogen, Kriminalität, Knast.

Ein solches Vertrauensverhältnis entsteht nicht von heute auf morgen. Insgesamt ein Jahr lang haben die beiden Frauen Elvis, Sergio, Peter und Matze in Köln begleitet, interviewt und sich nach und nach mit ihnen angefreundet. Matze gewährt ihnen schließlich einen Einblick in sein sorglich geführtes Reisetagebuch. In Deutschland gibt es keine Ecke, in der er noch nicht war. Elvis zeigt stolz seine Devotionalien-Sammlung, die seinem großen Helden, dem King of Rock'n'Roll gilt. "Ohne ihn hätte ich gesoffen und mich hängen lassen", sagt er. "Er ist mein Freund und Talisman."

Premiere im Abaton mit Gästen

Das Überleben unter freiem Himmel ist große Kunst. Dabei hilft es, sich an bestimmte Dinge zu klammern und darin etwas Beständiges zu entdecken. Tobias-Macht und Sunder-Plassmann haben genau das zum Mittelpunkt ihres Films gemacht. Gelungen ist ihnen ein Werk, der eine menschliche Wärme ausstrahlt, die draußen nur selten zu finden ist.

Bei der Vorstellung am 3. September im Abaton ist die Regisseurin Johanna Sunder-Plassmann zu Gast und spricht im Anschluss über den Film.

Wann? 3. September 2018, 20 Uhr
Wo? Abaton-Kino, Allende-Platz 3, 20146 Hamburg
Wie viel? Der Eintritt kostet 8,50 Euro, ermäßigt 7,50 Euro.

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