(© Unsplash / Markus Spiske )

Betrugsfälle in Hamburg: 10 Tricks, die wirklich so passiert sind

Egal ob am Pfandflaschenautomat oder im Vier-Sterne-Hotel – Hamburg hatte schon so manchen Betrugsfall zu verschmerzen. 10 dreiste Tricks stellen wir euch hier vor.

1. Der Pfandflaschen-Betrug in Hammerbrook

Ein Getränkehändler aus Hammerbrook hat seine Leergutautomaten so manipuliert, dass er zwischen 2013 und 2014 rund 70.000 Euro ergaunerte. Die Masche: Er zog die Pfandflaschen- und dosen ohne Entwertung mehrfach durch die Automaten, sodass sie nicht geschreddert, sondern nur gescannt wurden. Bei 300.000 Stück kamen mehr als 68.000 Euro zusammen.

2. Der Bafög-Betrug

Auch auf diese Idee muss man erstmal kommen: Ein Phantom-Student hat allein in Hamburg mit gefälschten Unterlagen rund 68.000 Euro Bafög einkassiert. Die gleiche Nummer zog er zwischen 2015 und 2018 an verschiedenen deutschen Unis ab: Von 19 gestellten Anträgen wurden 14 bewilligt und das Geld auf acht verschiedene Konten überwiesen. Deshalb fiel der Betrug so lange nicht auf.

3. Der Hotel-Betrug am Baseler Hof

Vom Hotel in die U-Haft: Im Februar 2019 mietete sich ein Mann für zwei Wochen im Baseler Hof ein. Mit im Gepäck hatte er eine angebliche Bestätigung, dass sein Arbeitgeber die Kosten übernehme. Doch das Personal des Vier-Sterne-Hotels wurde misstrauisch, weil der Gast es richtig krachen ließ, vor Ort teuer speiste und großzügige Trinkgelder verteilte. Tatsächlich stellte sich heraus: Der 33-Jährige war ein Betrüger, der die gleiche Masche schon zuvor in anderen Städten abgezogen hatte. Ein Richter erließ Haftbefehl, für das Hotel entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro.

4. Der Geldkarten-Betrug

Wenn sich die Kellnerin mit Lesegerät UND Kreditkarte aus eurem Blickfeld entfernt, dann solltet ihr vielleicht doch stutzig werden: 2017 reichte ein Mann Klage ein, weil ohne seines Wissens 2.000 Euro von seinem Bankkonto abgezogen wurden. Zuvor war er in einem Lokal auf der Reeperbahn, wo er mit Geldkarte und PIN bezahlen wollte. Die Bedienung erklärte jedoch, dass die Transaktion nicht geklappt hätte und ging mit Karte und Lesegerät davon – inklusive ausgespähter Geheimzahl. Ts, ts, ts...

5. Der Gärtner-Betrug in Alstertal

27.000 Euro für zehn Minuten Hecke schneiden kommen euch viel vor? Eine solche Unsumme hat ein Gauner-Trio von einem Rentner in Alstertal verlangt. Und das kam so: Einer der Betrüger klingelte bei dem alten Herrn an der Haustür, bot seine Dienste in Sachen Gartenarbeit an und vereinbarte einen Termin für die folgende Woche. Zu dem Termin kamen gleich drei Typen, die 27.000 Euro Vorabkasse forderten, was der Rentner auch direkt in bar bezahlte. Nach 10 Minuten an der Hecke schnippeln brach das Trio wieder auf, angeblich, um passenderes Werkzeug zu holen – doch natürlich waren die Männer, nun ja, ab durch die Hecke.

6. Der Wohnungsanzeigen-Betrug

Die Wohnungssuche in Hamburg lässt so manchen verzweifeln – offenbar so sehr, dass Betrüger leichtes Spiel haben. Mit falschen Inseraten auf Internet-Portalen werden Interessenten persönliche Daten entlockt und abgezockt. Laut NDR ist der Hamburger Polizei ein Fall bekannt, in dem das Gehalt einer Wohnungssuchenden auf ein anderes Konto umgeleitet wurde – über die Daten ihres Arbeitgebers. Auch beliebt: Vorabzahlungen, die für eine Besichtigung verlangt werden, obwohl die Wohnung in Wirklichkeit gar nicht existiert.

7. Der eBay-Betrug in Eimsbüttel

Eine Eimsbüttler Wirtin und ihr Komplize sollen über das Online-Auktionshaus eBay rund 100.000 Euro erbeutet haben. Zunächst bestellte das Duo teure Artikel über Versandhäuser, etwa Notebooks, Kameras oder iPhones. Ohne jemals dafür bezahlt zu haben, verkauften sie die Ware zum Schnäppchenpreis über eBay weiter. Anfangs erhielten die Kunden noch ihre Bestellungen, allerdings nur, damit sie positive Bewertungen hinterließen. Später warteten Käufer vergeblich auf ihre Lieferungen. In jedem Fall wurden die Versandhäuser um ihr Geld geprellt.

8. Der Enkeltrick-Betrug

Der Hintermann einer Betrügerbande wurde 2018 vom Hamburger Landgericht zu über zwölf Jahren Haft verurteilt, weil er sich mit dem Enkeltrick rund 300.000 Euro ergaunerte. Der Trick geht so: Im Telefonbuch suchen die Täter nach altmodisch klingenden Vornamen, weil sie auf Rentner aus sind. Dann rufen sie ihre Opfer an, verwickeln sie in ein Gespräch und täuschen vor, ein naher Verwandter oder Bekannter zu sein. So gab eine 86-Jährige ihrem vermeintlichen Neffen 100.000 Euro, die allerdings bei der Betrügerbande landeten. Eine 75-Jährige schöpfte ihren Dispokredit aus, um ihrem angeblichen Großcousin 10.000 Euro zu leihen.

9. Der Medikamenten-Betrug

Das ist schon wirklich mies: Beim Handel mit Arzneimitteln hat sich eine vierköpfige Bande aus Hamburg rund 7 Millionen Euro erschlichen. Das funktionierte mit einem Steuertrick: Seit 2013 haben sie Medikamente im Wert von 22 Millionen Euro von Pharmaherstellern erworben – inklusive den üblichen 30 Prozent Steuer-Rabatt, da die Ware angeblich nach Afrika verschifft werden sollte. Die Arzneimittel landeten aber niemals in Afrika, sondern wurden zum regulären Preis in den Niederlanden weiterverkauft.

10. Der Polizei-Betrug

Bei Anruf: Abzocke! In Hamburg erbeutete eine Bande rund 200.000 Euro von einem Opa. Der Betrug lief so: Die Täter riefen von einem türkischen Callcenter aus bei ihrem Opfern an und gaben sich als Polizisten aus. Dabei warnten sie vor einer rumänischen Bande und einem geplanten Überfall auf die Bank, bei der der Rentner sein Geld deponiert hatte. Der Vorschlag: Damit das Geld sicher sei, solle es am besten vorübergehend der Polizei anvertraut werden. Der verunsicherte Mann löste sein Aktiendepot auf und übergab das Geld – in die falschen Hände, versteht sich.

Die berühmtesten Kriminalfälle aus Hamburg

So viele dreiste Tricks lassen euch die Haare zu Berge stehen? Dann wartet mal ab, bis ihr dieses gruselige Sammelsurium durchforstet habt: 6 Kriminalfälle aus Hamburg, die die Stadt in Atem hielten.

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