(© Shutterstock / Nikola Barbutov )

Baustellenchaos in Hamburg: Geht's bald ohne Stau durch die Stadt?

Baustellen an jeder Ecke und Stau auf den Straße: Das nervt. Aber die Stadt hat schon einen Masterplan, wie der Verkehr in Hamburg künftig flüssiger fließen kann. Das sind die wichtigsten Maßnahmen.

"Rien ne va plus." - "Nichts geht mehr." Diese Ansage, die manche aus dem Casino kennen, lässt sich allzu oft auch auf Hamburgs Straßen übertragen. Denn der Straßenverkehr in unserer schönen Stadt ist häufig nichts anderes als Glücksspiel – und die Wahrscheinlichkeit, mit dem Auto pünktlich zu eurer Verabredung zu kommen, nicht höher als die Erfolgsaussichten beim Roulette.

Schuld sind unter anderem die vielen Baustellen. Einerseits hat wohl jeder Verständnis für notwendige Bauarbeiten – vor allem wenn die Fahrbahn nicht von Schlaglöchern übersät sein soll. Andererseits haben viele Autofahrer häufig den Eindruck, dass die Baumaßnahmen nicht richtig miteinander abgesprochen werden. Wenn eine Baustelle die Fahrt über die bevorzugte Route verhindert, sollte dann nicht wenigstens die Umleitung frei von Baustellen sein?

"Alle haben sich weggeduckt"

Mit Michael Westhagemann hat sich endlich ein Verkehrssenator des Problems angenommen. Tatsächlich wurde die Koordinierung von Baustellen bisher offenbar etwas stiefmütterlich behandelt. Nach seinem Amtsantritt im November 2018 habe er die Frage gestellt, wer denn in dieser Sache den Hut aufhabe, aber: "Alle haben sich weggeduckt", so der Senator.

Michael Westhagemann gibt Gas: Den Masterplan hat er initiiert. (© picture alliance/dpa )

Auf seine Initiative hin hat der Senat einen ganzen Masterplan mit 24 Maßnahmen beschlossen, um Staus so gut wie möglich zu vermeiden. Das sind sind die wichtigsten Hebel:

Die Koordinierungsstelle bekommt mehr Macht

Die Koordinierungsstelle für Baustellen und Hauptverkehrsstraßen (KOST) soll deutlich mehr Macht bekommen. Unter anderem soll die KOST künftig auch für Bezirksstraßen zuständig sein. Damit wird die Koordinierung praktisch für das gesamte Hamburger Straßennetz zentral an einer Stelle gebündelt.

In den sieben Bezirksämtern werden insgesamt 14 neue Verkehrs- und Baustellenkoordinatoren eingestellt. Genauso wie Hamburg Wasser, die Hamburg Port Authority und die Polizei sollen sie Baumaßnahmen oder Großveranstaltungen der KOST mitteilen und sich miteinander absprechen. Im Zweifelsfall kann die KOST planbare Baumaßnahmen abblasen und ein Zeitfenster für einen Ausweichtermin vorgeben.

Verkehrschaos: Mehr Flexibilität wagen

Tagesbaustellen werden kurzfristig abgebaut, wenn sich auf der Strecke Staus über fünf Kilometern Länge gebildet haben.

Die Müllabfuhrpläne der Stadtreinigung werden gegebenenfalls überarbeitet, damit die Fahrzeuge den Verkehr zu den Stoßzeiten nicht bremsen.

Die Polizei ist angehalten, verstärkt kritische Nadelöhre im Blick zu haben und gegen Falschparker in der zweiten Reihe vorzugehen.

In Zukunft veröffentlicht die KOST im Internet eine tägliche Störungsvorhersage, Auskunft gibt es aber auch über eine eigens eingerichtete Telefon-Hotline.

Parken in der zweiten Reihe: Dieses Ärgernis soll bald Geschichte sein. (© picture alliance / dpa Themendie )

Hamburg will Vorbild für andere werden

All diese und noch mehr Maßnahmen sollen ab Mai 2019 greifen und die Situation auf den Straßen der Hansestadt im Idealfall deutlich verbessern. Schließlich soll der weltweit größte Verkehrskongress ITS 2021 in Hamburg stattfinden. Da will sich die Stadt von ihrer besten Seite präsentieren.

Ob beim HVV, dem StadtRad-Angebot oder den Carsharing-Anbietern: Hamburg zieht an einem Strang, um den Verkehr in Zukunft nachhaltiger und bequemer zu gestalten. Schaut doch mal, was kiekmo über den Verkehr in Hamburg zu berichten hat, da tut sich nämlich ganz schön viel.

Weitere Artikel aus deinem Viertel

kiekmo verbindet Hamburger mit ihrer Stadt, ihrem Viertel, ihren Nachbarn.

Suche und biete, was du brauchst oder kannst, entdecke ständig Neues und nutze die kostenlosen Schließfächer der Haspa-Filialen in deiner Nähe.