(© Axel Kirchhof )

Baustart am UKE: Was kommt auf die Anwohner zu?

Das UKE wächst. Die in Kürze startende Erweiterung des Klinikums kostet satte 500 Millionen Euro und beschert Eppendorf viel Baustellenverkehr.

Nicht kleckern, sondern klotzen. So könnte das Motto für die Erweiterung des Universitätskrankenhauses Eppendorf (UKE) in Hamburg lauten. Satte 500 Millionen Euro werden in den Standort investiert. Ziel ist es, vorhandene Kapazitäten zu erweitern und die medizinische Qualität zu verbessern. Für die Menschen, die im Stadtteil Eppendorf leben, bringt das eine Menge Baustellenverkehr mit sich. Es regte sich bereits Protest. Auch weil es im Umkreis Senioreneinrichtungen gibt. Die Klinikleitung ging jetzt mit einer öffentlichen Info-Veranstaltung in die Offensive. Und das fand Anklang.

Jahrelange Baustelle: UKE setzt auf Transparenz

So nutzten etliche Nachbarn des Krankenhauses kürzlich die Gelegenheit, sich über die bevorstehenden Bauaktivitäten zu informieren, kritische Anregungen zu liefern und Fragen zu stellen. "Ein offener und transparenter Austausch mit den Anwohnern ist für uns sehr wichtig. Wir möchten zeigen, was genau wir planen und mit welchen Maßnahmen wir die Belastung für die Anwohner so gering wie möglich halten", so Professor Dr. Burkhard Göke, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Klinikums. Mit Eva Gümbel war sogar eine Staatsrätin der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung vor Ort. Sie betonte, wie wichtig der Klinikstandort mitten in der Stadt für eine erstklassige medizinische Versorgung und Forschung sei.

Neubauten fürs Herzzentrum

Das gesamte Gelände zwischen dem Sportplatz des SC Victoria und der Frickestraße soll bis 2050 neu strukturiert werden. Ziel ist es, 40 Prozent mehr Nutzfläche zu erreichen. In den kommenden vier Jahren entstehen die Neubauten des Universitären Herzzentrums, der Martini-Klinik sowie ein Campus für Forschung. Allein der Bau des Herzzentrums im Osten des Klinikgeländes wird rund 200 Millionen Euro kosten. Acht Stationen mit bis zu 388 Betten, davon knapp 80 Intensivbetten, neun Operationssäle, neun Herzkatheterlabore sowie eine Tiefgarage mit 460 Stellplätzen gehören zum Konzept.

Das neue Herzzentrum Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf )

Martini-Klinik wird vergrößert

Zudem wird mit dem Neubau der auf Prostatakrebs-Operationen spezialisierten Martini-Klinik begonnen. Voraussichtlich 70 Millionen Euro wird das Projekt verschlingen. Aktuell gibt es 72 Betten für Patienten, die an Prostatakrebs erkrankt sind. Die neue Martini-Klinik wird über vier Stationen mit 100 Betten und acht Operationssälen verfügen.

Im neuen Forschungs-Campus sollen rund 150 Labore für die Bereiche Biochemie sowie Molekular- und Zellbiologie entstehen. Dafür werden rund 70 bis 80 Millionen Euro investiert. Die Stadt Hamburg beteiligt sich finanziell an der Erweiterung des Universitätsklinikums Eppendorf.

110 Lkw pro Tag

Dass all diese Bauaktivitäten nicht ohne schlüssiges Verkehrskonzept für einen möglichst reibungslosen Bauablauf auskommen, ist auch den Planern klar. Es wird mit bis zu 110 Lkw gerechnet, die täglich aufs Klinikgelände wollen. Darum hat die Leitung des UKE einen externen Verkehrsexperten eingeschaltet. Der habe in Absprache mit dem Bezirksamt Nord mehrere Varianten der Verkehrsführung geprüft, heißt es aus dem UKE. Mit folgendem Ergebnis: Der Baustellenverkehr wird über die anliegende Frickestraße auf das Klinikgelände geleitet.

Sorgentelefon für Anwohner

Dass es eng wird, scheint klar. Zumal viele der kleinen Straßen rund ums UKE nicht für den Schwerlastverkehr ausgelegt sind. Für Anwohner, die unter den Baumaßnahmen leiden, hat das Krankenhaus nun eine Art Sorgentelefon eingerichtet. Unter der neu eingerichteten Hotline nehmen Mitarbeiter des Krankenhauses während der Bauarbeiten Anregungen und Beschwerden entgegen.

Ihr wollt mehr erfahren? Hier gibt's alle Infos: UKE Zukunftsplan 2050

Diese UKE-Projekte machen Schule

Modern, fortschrittlich und vor allem fürsorglich: Das UKE genießt längst weltweit einen guten Ruf. Zu den Neuerungen gehört zum Beispiel Anja Weber – sie ist Hamburgs erste Onkolotsin. Ebenfalls vorbildlich: Mit "Recover" wird am Universitätsklinikum Eppendorf seit letztem Jahr ein neues Behandlungsmodell für psychische Erkrankungen getestet – inklusive Online-Therapie.

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