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Bauspielplatz "Baui" in Eppendorf: Wo Kinder noch Kinder sein dürfen

Lärm, Verkehr, Abgase ohne Ende: Für eure Kinder wird's immer enger und stickiger in der Großstadt. Im Eppendorfer Park können sie sich ausprobieren und Natur mitten in der City erleben.

Weg von der lauten Straße. Rein in den Park. Ab zu den Ziegen, Enten, Hühnern und Meerschweinchen. Nein, dafür müsst ihr mit euren Kindern nicht ins Auto steigen. Nicht die Stadtgrenzen hinter euch lassen. Das geht auch mitten in Eppendorf. Auf rund 2000 Quadratmetern Fläche, am nördlichen Zipfel des Eppendorfer Parks.

"Baui": Kult seit mehr als 30 Jahren

Seit mehr als 30 Jahren gibt es dort einen Bauspielplatz, auf dem getobt, gebastelt und auch mal ordentlich gezankt werden darf. Stets unter Aufsicht von zwei fest angestellten Pädagogen und einigen geschulten Honorarkräften, die immer neue Ideen und Anregungen mit aufs Gelände bringen. Keine Frage, der "Baui" am UKE ist längst Kult. Und aus dem Stadtteil Eppendorf nicht mehr wegzudenken.

Das Prinzip des Bauspielplatzes ist so alt wie einleuchtend und charmant. Es geht darum, Kindern im Zeitalter von immer mehr Lärm, Abgasen und Großstadthektik ein sicheres, gesundes Refugium zu bieten, in dem sie sich erfahren und ausprobieren können. Und in dem sie lernen können, sich in eine Gemeinschaft einzufinden, sich zu engagieren und teilzuhaben.

80.000 Mark für den Eppendorfer Rummel-Tummel-Platz

In den 1970er Jahren, als Straßen immer voller und Freiflächen zunehmend bebaut werden, entstehen überall im Hamburger Stadtgebiet Bauspielplätze wie der in Eppendorf. Dessen Bau wird im Juli 1973 von der Bezirksversammlung beschlossen. 80.000 Mark geben die Politiker frei. Mit Unterstützung einer Tageszeitung wird bis zur Eröffnung im Frühjahr 1974 ein Name gefunden. Eppendorfer Rummel-Tummel-Platz soll das Areal heißen. Daran erinnert sich heute kaum noch jemand. Fast jeder spricht vom "Baui", wenn das Areal an der Frickestraße gemeint ist.

Großfeuer: "Baui" von Rakete vernichtet

Es folgen Jahrzehnte, die den "Baui" wachsen lassen. Ein Förderverein wird im Sommer 1977 aus der Taufe gehoben. 1979 kann mit finanzieller Unterstützung ein Spielhaus hochgezogen werden, bis dahin wurden die Kinder nur in kleinen Hütten betreut. Dann der Schreck: Silvester 1982 brennt das neue Gebäude ab, getroffen von einer Rakete. Elf Monate verbringen die Kinder bei schlechtem Wetter in Bauwagen – bis das Haus wieder steht.

Ein Bauernhof mitten in der Stadt

In den 1980ern gesellen sich dann Tiere zu den Kindern in den Eppendorfer Park. In Eigenarbeit errichten Mitarbeiter und Eltern sowohl Stall als auch Außengehege und einen kleinen Ententeich. Später kommt eine Blockhütte dazu. Und der geliebte Traktor, auf dem Kinder und manchmal auch deren Eltern durch den Park gegenüber dem UKE tuckern. Dass der "Baui" in der Zukunft angekommen ist, dokumentiert ein Computerraum mit vernetzten Geräten.

"Baui": Heute ein Ort für die ganze Familie

Doch zurück zur Gegenwart: Auch heute erfreut sich der "Baui" großer Beliebtheit. Um seinen guten Zustand zu erhalten, wurden zuletzt im Jahr 2014 die Sanitäranlagen an der Frickestraße modernisiert. Doch der "Baui" ist längst mehr als nur ein Spielplatz, darf sich seit 2004 Kinder- und Familienfreizeitzentrum nennen und erfüllt so die Rolle eines Stadtteiltreffs. Angeboten werden etwa Rhythmikkurse für Eltern mit ihren Kleinkindern, Gesprächskreise und Beratung. Es wird in einer Werkstatt getöpfert und es gibt Computergruppen. Regelmäßig gibt es Theateraufführungen und Flohmärkte. Freitags wird am Lagerfeuer Stockbrot gegrillt. Das Team des "Baui" organisiert sogar Reisen und kooperiert bei der Nachmittagsbetreuung eng mit mehreren Schulen aus Eppendorf.

Info: "Baui", Frickestraße 1, Mo-Do 10 bis 12.30 Uhr, Mo-Fr 14 bis 18 Uhr

Noch mehr Tipps für Kids

Noch mehr Pause von Computer und Smartphone? Dann haben wir noch zwei tolle Tipps für euch. In Barmbek haben wir mit "KiBuLa" Hamburgs schönsten Kinderbuchladen entdeckt – ein Muss nicht nur für Leseratten. Und in Blankenese findet ihr "Karami" – Hamburgs erster Laden für Kinderinstrumente.

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