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"Barner 42" in Ottensen: Neue Vorschläge für den Neubau

Der Abriss ist gewiss – der Gebäudekomplex rund um die alteingesessenen Restaurants "Mamma Mia" und "Taverna Sotiris" wird verschwinden. Jetzt verhandeln Mieter und Investoren über die Nutzung des Neubaus.

Die Bewohner kaum eines anderen Hamburger Stadtteils brennen für ihr Viertel so sehr wie die Ottenser. Immer wieder gab es in der Vergangenheit deswegen Konflikte, wenn an Stelle eines prominenten Gebäudes ein Neubau entstehen sollte. Oft kündigen Investoren dann großspurig an, Anwohner an dem jeweiligen Projekten beteiligen zu wollen. Ein großes Mitspracherecht hatten die Einwohner aber nur selten. So auch im Fall des Projekts "Zeise 2", bei dem aus dem eigentlich versprochenen Wohnraum an der Friedensallee schließlich doch ein Bürokomplex für Werbeunternehmen wurde. Auch am Spritzenplatz ringen Anwohner, Stadt und Investoren seit Jahren um einen Kompromiss.

Ungewisse Zukunft der "Barner 42"

Nur einen Steinwurf von der "Zeise 2" entfernt läuft im Moment eine weitere Diskussion um einen geplanten Neubau. Nach dem Unmut über den beschlossenen Abriss des Gebäudes "Barner 42" an der Straßenecke Bahrenfelder Straße / Barner Straße keimt bei den Anwohnern dieses Sorgenkindes allerdings noch Hoffnung. Hier sind neben einigen Bewohnern auch die Kult-Gaststätten Mamma Mia und die Taverna Sotiris ansässig. Letztere diente Fatih Akin als Vorbild für seine Komödie "Soul Kitchen". Um Krach und Proteste zu vermeiden, leitete der Investor "Köhler & von Borgen" schon früh ein Gespräch mit den betroffenen Parteien ein. Im Frühjahr erarbeitete "Marinieranstalt", wie sich der Zusammenschluss aus Wirten, Anwohnern und Aktivisten nennt, Nutzungsvorschläge für die Fläche. Das Papier, das der Begleitausschuss in diesem Rahmen ausgearbeitet hat, fordert unter anderem 60 Prozent Sozialwohnungen und ein unbedingtes Rückkehrrecht der vorherigen Mieter. Außerdem soll es Raum für Werkstätten, Proberäume und Ateliers geben.

Chance auf Mitbestimmung

Die Forderungen des Begleitausschusses flossen in einen Architekturwettbewerb ein, dessen Ergebnisse am Donnerstag, dem 13. September im Gemeindesaal der Paul-Gerhardt-Kirche präsentiert werden. Wer sich an der Diskussion beteiligen möchte, kann zwischen 18 und 20 Uhr schriftliche Kommentare zu den Entwürfen abgeben. Am Freitag, dem 14. September stimmt eine Jury über die Pläne ab. Teil dieser Jury sind auch zwei stimmberechtigte Mitglieder der "Marinieranstalt". Unabhängig vom finalen Entwurf stehen die Mieter der Barner 42 allerdings noch vor einer anderen Sorge: Wie sie die Übergangszeit zur Fertigstellung des neuen Gebäudes überbrücken sollen, falls sie denn zurückkehren dürfen. Der Mietvertrag läuft voraussichtlich Ende des Jahres aus.

Mehr Bauvorhaben aus Ottensen und Umgebung

Ottensen verändert sein Gesicht, und manch einer ärgert sich darüber – zum Beispiel über die allgemeine Gentrifizierung oder auch deutlich konkreter über das aktuelle Bauvorhaben auf dem Spritzenplatz. Dass Ottensen und sein Altonaer Umland sich verändern müssen, damit alle darin Lebensraum finden, sollte mittlerweile allerdings auch angekommen sein. Ein weiteres Wohnprojekt ist der Klotz "The Brick" in der Schützenstraße.

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