Das Treppenhaus der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (© @thomashack1 )

Hoch hinaus: 10 außergewöhnliche Treppenhäuser in Hamburg

Höhenmeter zurücklegen geht auch im flachen Hamburg – zum Beispiel bei einer Foto-Safari durch die außergewöhnlichsten Treppenhäuser der Stadt. Wir hätten hier mal eine Stadtführung der anderen Art, bei der ihr noch so einige Perlen entdecken könnt. P.S.: Macht sich immer gut im Instagram-Feed.

Galeriehaus im Sprinkenhof: Feuerspirale

Der neunstöckige Sprinkenhof aus Backstein inmitten der Hamburger Altstadt wurde zwischen 1929 und 1943 von den Brüdern Hans und Oskar Gerson mit Fritz Höger errichtet. Er gehört zum Kontorhausviertel, war einst das größte Kontorhaus Europas und befindet sich unweit des Chilehauses, dessen Treppenhaus ebenfalls nicht zu verachten ist. Jenes im Sprinkenhof ist allerdings ein echter Hingucker. Geradezu gleißend schlängelt sich das rotgoldene Treppengeländer die dunklen Stufen entlang. Wandfliesen und Beleuchtung kurz wirken lassen – und plötzlich können wir uns vorstellen, wie ein Feuerwehrmann an einer Stange in der Mitte herunterrutscht. Als Bürogebäude ist das Galeriehaus unter der Woche frei zugänglich – einen Besuch können wir wärmstens empfehlen. Habt ihr den Aufstieg geschafft, könnt ihr die Kunstwerke begutachten, die oben im Treppenhaus ausgestellt sind.

Infos: Sprinkenhof, Burchardstraße 8, 20095 Hamburg

Uebel & Gefährlich: Blick ins Blaue

Im Musikclub schon mal den Blick nach oben gerichtet? Lohnt sich! Nein, nicht an die Decke des Raums oder zu den Lichtern auf der Bühne. Sondern im unerwartet verträumten Treppenhaus des sonst so geradlinigen Feldstraßenbunkers – oder auch Flakturm IV, Baujahr 1944. Der Aufgang fängt mit seinen alten Stufen, Tags und Stickern an den Wänden den Geist des Viertels ein. Schaut ihr von unten die Spirale hoch, bietet sich euch aber noch ein ganz anderer Anblick. Je weiter es hinaufgeht, desto blauer wird es nämlich. Vielleicht nehmt ihr beim nächsten Besuch also nicht den Fahrstuhl – sofern es der Zustand erlaubt.

Infos: Uebel und Gefährlich, Feldstraße 66, 20359 Hamburg

Behörde für Umwelt und Energie: Modernes Baumhaus

Ein ganz besonderes Treppenhaus schraubt sich durch die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft in Wilhelmsburg. Das bunte, geschwungene Gebäude direkt am S-Bahnhof war Teil der IBA 2013 und sorgt schon von außen mit seiner Formgebung für Verzückung aller Architekturliebhaber. Innen geht es nicht minder spektakulär weiter: Das Treppenhaus bietet so viele verschiedene Blickwinkel, dass wir uns gar nicht entscheiden können, welches Bild wir euch zeigen. Von unten schaut ihr gen Himmel durchs Glasdach, von oben bietet sich der Blick ins Foyer – an einem Standpunkt erscheint das Treppenhaus sogar herzförmig! Statt eines standardisierten Geländers ist es von Holzstreben eingefasst. Entworfen haben es Sauerbruch & Hutton als eines der energieeffizientesten Bürogebäude Deutschlands. Das Foyer ist übrigens öffentlich zugänglich. Hier könnt ihr auch das große Hamburger Stadtmodell bestaunen.

Infos: Behörde für Unmelt und Energie, Neuenfelder Straße 19, 21109 Hamburg

Brahms Kontor: Die inneren Werte

Lasst euch gesagt sein: Das zwölfstöckige Kontorhaus in der Neustadt macht mit seinem Inneren sein Äußeres wieder wett. Denn mal ehrlich, wer hätte schon gedacht, dass sich in diesem – Verzeihung – schmucklosen Kasten eine derartige Farbenpracht und Musterfülle verbirgt?! Es kommt eben auf die inneren Werte an. Und hier scheint klotzen statt kleckern das Motto gewesen zu sein: Das Foyer empfängt euch mit 47.000 goldenen Deckenfliesen. Weiter erwarten euch Mosaike auf dem Fußboden und Keramikkacheln. An der Treppe könnt ihr einen Blick nach oben ins goldene Auge riskieren. Und jetzt heißt es: rauf da. Denn der Blick nach unten lohnt sich wirklich. Gefliest im Stil des Art déco und in warmen Farben gehalten, mutet das Treppenhaus mediterran an. Funfact: Einige Szenen des Thrillers "A Most Wanted Man" spielen genau dort – das Brahms Kontor ist also auch einer der Drehorte in Hamburg, die es in Hollywood-Filmen zu sehen gibt!

Infos: Brahms Kontor, Johannes-Brahms-Platz 1, 20355 Hamburg

Elbphilharmonie: Stolperstufen

Wenn wir Hamburg, außergewöhnlich und Treppe in einem Atemzug nennen, kommen wir um die Elbphilharmonie nicht herum. Denn nicht nur die weltweit erste gebogene Rolltreppe, die auf die Plaza des 789 Millionen teuren Bauwerks führt, ist ein Highlight. Auch die breite Wendeltreppe aus Eichenparkett zum Foyer des Großen Konzertsaals kann sich sehen lassen und dürfte in ihrer Form einzigartig sein. Allerdings ist hier beim Auf- und Abstieg Vorsicht geboten. Denn die Treppen sind tückisch – etliche Besucher stürzten bereits. So viele, dass die CDU Ende 2019 sogar Nacharbeiten forderte. Woran das liegt? Laut Michael Glunz, Hamburger Holztreppenbauer in vierter Generation, wurde die Blondel'sche Formel (2s + a = 65) missachtet: Das Schrittmaß ist zu groß. Zudem verschwimmen die Stufen zu einer Fläche, sind kaum sichtbar. Sie weisen deshalb nun Markierungen auf.

Infos: Elbphilharmonie, Platz der Deutschen Einheit 4, 20457 Hamburg

Afrikahaus: Goldrausch

Wir präsentieren ein weiteres Schmuckstück aus dem Kontorhausviertel: das Treppenhaus des Afrika- beziehungsweise Elefantenhauses, das schon 1899 nach den Plänen von Martin Haller als Firmensitz der Reederei Woermann errichtet wurde. Heute sind die Räumlichkeiten an verschiedene Unternehmen vermietet, das Haus gehört aber noch immer der Familie Woermann. Seit 1972 ist das Afrikahaus denkmalgeschützt und am Tag des offenen Denkmals für Besucher geöffnet.

Infos: Afrikahaus, Große Reichenstraße 27, 20457 Hamburg

DESY: Bereit zum Abheben

Dass es auf dem Campus des Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY allerhand zu entdecken gibt, sollten die meisten bereits wissen. Architektur und Physik – das passt gut zusammen. Im Gebäude des Centre for Structural Systems Biology (CSSB) findet ihr eine verschlungene Treppe, die auch zur Brücke eines Raumschiffs führen könnte. Oder eine Sahnehaube darstellen könnte. So weit zumindest unsere Assoziationen. Hier trifft Gips auf warmes Holz, runde auf eckige Form und – Zukunft auf Gegenwart?

Infos: DESY, Notkestraße 85, 22607 Hamburg

Versmannhaus: Rumeiern im Grünen

Was garantiert außergewöhnliche Treppenhäuser in Hamburg? Die alten Kontorgebäude in der Innenstadt. Das Versmannhaus, anno 1912, in der Mönckebergstraße ist da keine Ausnahme. Gut, ein richtiges Treppenhaus ist es eigentlich nicht, denn die eiförmigen – oder in schlau: elliptischen – Galerien sind nicht mit Stufen verbunden, sondern per Fahrstuhl erreichbar. Getrennt von der eigentlichen Treppe des Hauses befinden sich diese einzigartigen grünen Flure in einem eigenen Schacht. Den Boden des Lichthofs schmückt ein Mosaik, das ein pferdeartiges Wesen mit Meerjungfrau-Schwanzflosse und Entenfüßen an den Vorderläufen zeigt – ein Seepferdchen? In Kombination mit der futuristischen Form ist dieses Treppenhaus wirklich außergewöhnlich. Unter der Woche ist es frei zugänglich.

Infos: Versmannhaus, Mönckebergstraße 29–31, 20095 Hamburg

HAW Hamburg: Farbe auf Beton

Ein echter Geheimtipp ist das Treppenhaus in der Fakultät Life Sciences der HAW Hamburg in Bergedorf. Mit seinem ganz eigenen Charme bildet es einen harten Kontrast zu den opulent verzierten Treppenhäusern der Hamburger Altbauten. "Hat so nen leicht sozial-brutalistischen Charakter und erinnert mich immer an Russland zu UdSSR Zeiten!", sagt Instagrammer @thomashack1, der es ablichtete. Übrigens hat kein anderer Campus der HAW so viele Treppen wie dieser. Hier trifft roher Beton auf Backsteinboden, architektonisch gibt es vor allem Ecken und Kanten zu sehen. Farbtupfer bilden die roten Handläufe und die roten und blauen Linien, die den Aufgängen folgen.

Infos: HAW Hamburg Campus Bergedorf, Ulmenliet 20, 21033 Hamburg

Mönckeberghaus: Dekadenz im Dreieck

Wer sagt denn, dass Treppenspiralen immer rund sein müssen? Das Mönckeberghaus zwischen Hauptbahnhof und Rathaus zumindest könnt ihr im Dreieck erklimmen. 1909 wurde der schmucke Bau nach Plänen des Architekten Claus Meyer errichtet und nach dem damaligen Bürgermeister Johann Georg Mönckeberg benannt. Seit 2013 steht das, was seinerzeit als modern galt, unter Denkmalschutz. Heute würden wir das goldene Treppengeländer sowie Marmorfußboden und -fliesen wahrscheinlich eher als pompös bezeichnen. Jedoch lässt sich bereits eine gewisse Reduzierung erkennen: Das Treppenhaus ist zwar luxuriös gestaltet, wirkt jedoch nicht überladen.

Infos: Mönckeberghaus, Lilienstraße 36, 20095 Hamburg

Fotospots in Hamburg – hier fangt ihr die Stadt ein

Genug von #spiralstaircase und #lookupclub, aber auf der Suche nach Futter für den Feed? Dann probiert euch doch mal an diesen Fotospots in Hamburg aus.

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