Ein Spaziergang im Herbst: gut für Leib und Seele. Unsplash / Jakob Owens )

Ausflugstipp: Ein herbstlicher Spaziergang am Alsterwanderweg

Raus an die frische Luft mit euch! Der Alsterwanderweg lockt mit einem schönen Herbstspaziergang. Von Eppendorf schlendert ihr entspannte fünf Kilometer am Alsterlauf entlang bis nach Fuhlsbüttel – mit dem Rad schafft ihr es vielleicht sogar bis zur Alsterquelle.

Der Wind pfeift. Die paar Blätter, die sich noch an die Bäume klammern, haben es schwer. Herbst in Hamburg ist eine ziemlich böige und kalte Angelegenheit. Egal, nur ein paar Schritte, dann stehen wir schon am Eingang zum Haynspark, am Monopteros, dem Säulendenkmal, das gerade saniert wird. Dahinter wartet die Alster. Folgt ihr doch auch einfach mal nach Norden. Denn sie schlängelt sich dabei Ecken von Hamburg, die ihr mal gesehen haben solltet. Und die nicht jeder kennt.

Am Alsterlauf könnt ihr die Stadt vergessen

Den Alsterwanderweg entlang soll es gehen. Vom Haynspark über die kleine Brücke rüber Richtung Lattenkamp, dann scharf links ab zum Mühlenteich. Das ist auch schon der erste Abstecher, den ihr machen solltet, denn hier überwintern die 120 Hamburger Alsterschwäne. Stets im Oktober werden sie von Schwanenvater Olaf Nieß in das Eppendorfer Quartier geleitet, wo sie dank moderner Unterwassertechnik eisfrei über die Runden kommen. Ein herrlicher Anblick!

Doch zurück zum Alsterlauf. Wir überqueren den viel befahrenen Ring 2, steigen ein paar Treppen hinunter und beginnen, die Stadt zu vergessen. Das nasse Laub duftet. Vom Verkehrslärm in den Straßen über uns ist fast nichts mehr zu hören. Ab und an kommt ein Jogger vorbei, oder eine Fahrradklingel ertönt. Je weiter es Richtung Ohlsdorf geht, desto einsamer wird es. Wir bewundern mutige Kanuten, die sich bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt noch aufs Wasser trauen. Uns fröstelt's so schon. Aus einem Kleingarten weht der Geruch von verbrennendem Holz herüber.

Auf einen Kaffee: Kurz verschnaufen im Braband Bistro

Nach anderthalb Kilometern bietet sich die erste Gelegenheit, charmant zu rasten. Wer mag, gönnt sich im Braband eine Kleinigkeit für Gaumen. Das mediterrane Bistro liegt auf unserem Weg, und die Terrasse eröffnet den Blick auf den berühmten und als Wasserstraße doch so unbedeutenden Fluss. Eingemummelt sitzen wir am Alsterlauf, schlürfen heißen Kaffee. Dann schlendern wir weiter. Der Brabandkanal ist einer von vielen Seitenarmen, die den Alsterlauf nur kurz verlassen, um dann zurückzukommen. Wir bleiben dem Fluss treu. Und landen rund zwei Kilometer weiter in einem grünen Quartier, durch das am Hallenbad vorbei schon jetzt die S-Bahn-Station Ohlsdorf erreicht werden kann.

Wer jetzt schon Muskelkater hat, nimmt die S-Bahn. Wer nicht, gönnt sich die nächsten Kilometer, die durch Klein Borstel nach Fuhlsbüttel führen. Mit jedem Meter wird es ländlicher, grüner und einsamer. Im Café Alsterwiesen, beheimatet in einem ehemaligen, nun umgebauten Toilettenhäuschen, könnt ihr prima einkehren und euch aufwärmen. Dann genießen wir den Teetzpark, eine der schönsten und wegen seiner Lage fernab der City noch nicht so überlaufenen Grünanlagen Hamburgs.

Menschenleere Idylle im Teetzpark

Der Teetzpark liegt direkt am Alsterwanderweg im naturbelassenen Alstertal, wo der Fluss noch in seinem ursprünglichen Bett fließt. Es gibt einen Rundweg, der um die zwei zentralen Teiche herum führt, die auch mit der Alster verbunden sind und von einem schönen alten Baumbestand umschlossen werden. Es gibt auch einen Abenteuerspielplatz, aber der ist heute verwaist. Minutenlang treffen wir keinen Menschen. Herbstliche Idylle pur. Das nasse Laub duftet.

Dann biegen wir ab. So um die fünf Kilometer sind wir gelaufen, haben geatmet, gelauscht und genossen. Haben die Stadtteile Eppendorf, Winterhude, Alsterdorf und Ohlsdorf durchquert. Jetzt sind wir in Fuhlsbüttel gelandet, wo die U-Bahn wartet. Alternativ könnten wir auch die S-Bahn vom Kornweg nehmen. Oder den Flieger, wie uns ein Turbinengeräusch vom nahen Airport kurz sinnieren lässt.

Alsterwanderweg: Der deutsche Jakobsweg

Der Alsterwanderweg ist natürlich noch viel länger als unser Herbstspaziergang. Um ihn ganz zu genießen, empfiehlt sich das Fahrrad. Es sind schließlich 37 Kilometer von der Elbe bis zur Quelle. Diese ist bei Henstedt-Ulzburg.

Der Alsterwanderweg ist Teil der Via Baltica, der so etwas wie der deutsche Jakobsweg ist. Insgesamt erstreckt sich dieser Weg knapp 800 Kilometer von der Insel Usedom bis nach Osnabrück. Und auch auf den wohl bekanntesten europäischen Pilgerweg könnt ihr treffen, wenn ihr entlang des Alsterlaufs gen Norden marschiert oder radelt. Bei Kayhude, wo der Alsterwanderweg offiziell beginnt, kreuzen der Hanseatenweg von Hamburg nach Stettin und der Jakobsweg von Lübeck bis Santiago de Compostela in Nordspanien.

Runter von der Couch, raus ins Grüne

Gerade der Norden Hamburgs verlockt mit Wälder, Naturschutzgebieten und Mooren zu wunderbaren Spaziergängen. Oder ihr schwingt euch auf den Drahtesel und erkundet die Stadt vom Sattel aus. Wir haben die schönsten Fahrradtouren Hamburgs.

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