Der Großmarkt ist so etwas wie das Wahrzeichen Hammerbrooks. (© Reuters / Fabian Bimmer )

Warum heißt Hammerbrook eigentlich Hammerbrook?

Jede Menge Büroklötze und Gewerbe, dazwischen kleine Fleete: Hammerbrook. Der Stadtteil hat einen ganz speziellen, von manchen hoch geschätzten, industriellen Charme. Aber woher kommt eigentlich sein Name? Wir klären auf.

"Hammerbrooklyn" nennen die Bewohner halb hämisch, halb liebevoll ihren Stadtteil. Wer weiß, vielleicht bürgert sich das irgendwann sogar offiziell ein. Denn irgendwie passt der Name zu dem stellenweise etwas schraddelig wirkenden Stadtteil südöstlich der Hamburger City. Immerhin stehen hier riesige Bürokomplexen und der Großmarkt – einer der bedeutendsten Business-Standorte unserer Stadt.

Das Gebiet wurde vornehmlich als Viehweide genutzt

Angesichts dieser Urbanität ist die ursprüngliche Bedeutung seines Namens kaum zu glauben: Brook bedeutet so viel wie Bruchland, also ein sumpfiges Gebiet – das lange unbesiedelt war und mal zum Stadtteil (früher natürlich Dorf) Hamm gehörte. In alter Zeit war der Hammer Brook deutlich größer als das heutige Viertel, es reichte vom Oberhafen bis nach Horn hinüber. In der Marschniederung weideten vornehmlich Tiere, bis das Gelände ab 1840 durch den Bau mehrerer Kanäle entwässert, bis ins Jahr 1909 hinein um fünf Meter durch Aufschüttungen angehoben und dann – zunächst entlang der Deiche, dann sich davon ausbreitend – bebaut wurde.

Nach dem großen Brand begann die Besiedelung

Fast scheint die Entscheidung, das Land bewohnbar zu machen, wie Vorsehung: Nach dem Großen Brand von 1842, als große Teile der Altstadt niederbrannten, wurde die Fläche dringend benötigt. 1910 wohnten hier mehr als 60.000 Menschen – heute sind es nur noch gut 4.000, da die meisten Gebäude gewerblich genutzt werden.

Zu Hamburg gehört das Gebiet bereits seit 1383, als die Stadt es den Holsteiner Grafen abkaufte. Das heutige Hochwasserbassin diente ursprünglich der Verteidigung und wurde im 17. Jahrhundert angelegt, damals bekannt unter der Bezeichnung "Retranchementgraben".

Stadtentwicklung in Hammerbrook

Lange von der Stadt vernachlässigt, wird der – im historischen Zusammenhang erscheint das Wort fast witzig – brach liegende Stadtteil nun ordentlich aufgehübscht und wird gerade von den Kreativen sehr geschätzt. Ein Beispiel für die Entwicklung ist das ehemalige Kraftwerk Bille, in dem ein Kultur- und Gewerbezentrum entstehen soll.

Hammerbrook in Zahlen

Einwohner: 4.323, davon 40 Prozent weiblich und 60 Prozent männlich, 42,9 Prozent ausländischer Herkunft (Hamburger Durchschnitt: 50,8/49,2/16,9 Prozent)
Durchschnittsalter: 32,1 Jahre (Hamburger Durchschnitt: 42,1 Jahre)
Einpersonenhaushalte: 61,5 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 54,4 Prozent)
Haushalte mit Kindern: 10,3 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 17,8 Prozent)
Arbeitslosenquote: 7,1 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 4,8 Prozent)
Durchschnittseinkommen pro Jahr (Stand 2013): 19.468 Euro (Hamburger Durchschnitt: 39.054 Euro)

Wenn nicht anders gekennzeichnet: Stand 31.12.2018.

Serie: Historie der Stadtteile

Euch interessiert auch die Historie anderer Stadtteile? Dann guckt mal hier: Bramfeld, Barmbek, Blankenese, Othmarschen, Sülldorf, Iserbrook, Wedel, Nienstedten, Rissen.

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