Die Kita in der Müggenkampstraße hat derzeit keine Kitaplätze zu vergeben. (© Alicia Wischhusen )

Auf Kosten der Kleinsten: Kitaplatz-Probleme in Eimsbüttel

In Eimsbüttel kann es schwer sein, an einen Kitaplatz zu kommen. Mangelnde Informationen und eine schwierige Organisation machen es Eimsbütteler Eltern nicht leicht. Wir haben einen Überblick über die aktuelle Situation für euch.

In Hamburg hat jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr das Recht auf einen Kitaplatz. Bis zum Schuleintritt dürfen Eltern ihre Kinder täglich mindestens fünf Stunden in Betreuung geben. Im Bezirk Eimsbüttel gibt es insgesamt 188 Kitas, dennoch reichen die vorhandenen Kitaplätze teilweise nicht aus. Eimsbütteler Kitas haben oft lange Wartezeiten und auch hamburgweit ist die Situation angespannt.

Die Kitaplatz-Situation in Hamburg

Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln sind von rund 56.000 Hamburger Kindern 4.100 ohne Kitaplatz, was rund 7,3 Prozent entspricht. Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist die Situation in Hamburg jedoch nicht ganz so dramatisch. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise fehlen rund 77.459 Plätze, hier sind 16,2 Prozent der Kinder ohne Betreuung.

Das Druckgefühl bei der Suche nach einem Betreuungsplatz kennt auch Heiko Adam, ein Vater aus Eimsbüttel. Aber kurz bevor es ernst wurde, hatte sich doch noch ein Platz für seine eineinhalbjährige Tochter gefunden. "Das System erfordert Eigeninitiative", erklärt er. Man müsse immer und immer wieder nachfragen und sein Interesse deutlich machen, rät der junge Vater.

Es fehlt an Grundstücken und Objekten

Auch Katrin Greyer von der "Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas" ist sich der Problematik bewusst. Von den 188 Kitas in Eimsbüttel betreiben die "Elbkinder" etwa 24. Eine davon ist die Kita in der Müggenkampstraße, in der momentan alle Plätze vergeben sind. Bis voraussichtlich Herbst 2019 könne man keine neuen Kinder aufnehmen, teilte ein Mitarbeiter der Kita mit. Wartelisten gebe es nicht, so Kathrin Greyer. Diesen Eindruck hatte auch Heiko Adam, der die Organisation als mangelhaft wahrgenommen hatte. Er wurde von derselben Kita immer wieder kontaktiert, obwohl längst kein Interesse mehr bestanden hatte.

"Besonders in den Stadtteilen Eimsbüttel und Altona ist es für Eltern schwierig, einen Kitaplatz zu finden", so Katrin Greyer weiter. Sie führt das Problem darauf zurück, dass es nicht genug Grundstücke gebe, die sich für Kitas eignen würden: "In diesen Stadtteilen neue Kitas zu eröffnen, ist für alle Träger schwer, da geeignete Objekte und Grundstücke fehlen."

Kitaplatz-Ärger: Es gibt auch positive Beispiele

Auch wenn es wie beschrieben derzeit schwierig ist, einen Kitaplatz in Eimsbüttel oder den angrenzenden Stadtteilen zu ergattern, es tut sich durchaus etwas in Hamburg: So etwa mit der Kita Sandvika in der Neuen Mitte Altona, Hamburgs erster Kindertagesstätte nach skandinavischem Vorbild. Oder auch der Kita im Zeiseweg, die im Frühjahr zu einer der besten Kitas Deutschlands gewählt wurde.

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