(© Andreas Daebeler )

Auf ein Bier in der Alten Runden Ecke: Zwischen Tüdeln, Tampen und Jukebox

Nächste Runde auf unserer Tour durch Hamburgs Pinten. Diesmal nehmen wir euch mit in die Alte Runde Ecke in Winterhude. Eine bierselige Zeitreise.

Hm, ganz schön rund für eine Ecke. Na gut, das sagt ja auch schon der Name, der überm Eingang zu dieser Kneipe steht. Also rein da. Kurz hinterm Winterhuder Marktplatz könnt ihr in der Alten Runden Ecke euer frisch Gezapftes schlürfen. Wir gönnen uns mal einen Abend. Und verlassen den Laden einige Stunden später ziemlich begeistert. Aber der Reihe nach.

Alte Runde Ecke: Nichts für militante Nichtraucher

Für militante Nichtraucher ist die Alte Runde Ecke ganz sicher nichts, so viel sei vorweggenommen. Wer diese klassische Pinte besucht, muss anschließend mit müffelnden Klamotten leben. Dafür aber auch mit dem Erlebnis, einige Stunden in einem Gasthaus verbracht zu haben, wie es sie heute immer seltener gibt. Vollgepackt mit Tüdeln und Tampen, mit Seemannsgarn und alten Schiffsschrauben. Über uns hängen Fangnetze. Das Interieur? Hölzern natürlich, wie könnte es anders sein. Aus den Boxen dudelt leise ein Blues.

Helles Flens gibt's direkt vom Fass

Am Tresen sitzen zwei ältere Herren, sie schnacken mit dem Wirt. Hat irgendwie was von Opas Wohnzimmer hier, den Daddel-Automat an der Wand mal ausgeblendet. Wir setzen uns in den hinteren Bereich, wo prima geklönt werden kann. Beim Bier müssen wir nicht lange überlegen. Denn in der Alten Runden Ecke gibt's eine Hopfenkaltschale mit Seltenheitswert: Flensburger Edles Helles vom Fass. Um das ins Glas zu kriegen, muss der Hamburger schon suchen. Der Preis für die blonde Leckerei zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht. 3,30 Euro empfinden wir hier, in Winterhude, als ziemlich fair. Wer das Helle nicht so mag, kann sich mit normalem Pilsener von der Förde vergnügen, denn das gibt’s in der Alten Runden Ecke am Hahn.

Alte Runde Ecke: Alles, nur keine "Scheißkneipe"

Nach zwei Runden hält uns nichts mehr auf der bequemen Bank. Zu verlockend die alte Jukebox am Kopfende des Raumes. Der erste Blick aufs Tableau bestätigt unsere Vermutung. Feinster Disco-Kram, bisschen Pop und Schlager. Herrlich. Unser Favorit ist Harpo mit "Moviestar". Vom Wirt erfahren wir, dass wir uns nicht sputen müssen, in der Alten Runden Ecke wird's gern mal richtig spät.

Über der Jukebox hängt übrigens ein selbstironischer Schriftzug. „Scheißkneipe“ steht dort zu lesen. Können wir so nicht unterschreiben. Zumal der Nachtbus auch noch vor der Tür hält.

Infos: Alte Runde Ecke, Grasweg 1, 22299 Winterhude; geöffnet täglich 12 bis open end

Auch die Nachbarschaft hat leckeres Bier: Wie wär’s mit einem kleinen Kneipenbummel durchs Viertel. Im Dorotheeneck schräg gegenüber könnt ihr zum Beispiel herrlich mit einem Warteschluck starten. Und das Absacker-Bier genehmigt ihr euch dann in Mäggys Eck – hier brennt noch bis spät in die Nacht Licht.

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