Hier geht ihr auf Zeitreise: Gaststätte Behr. (© Ute Daebeler )

Auf ein Bier in der "Gaststätte Behr": Eine Kneipe vom alten Schlag

Das Behr gibt es schon mehr als 80 Jahre. Die Eckkneipe am Hellkamp in Eimsbüttel hat sich den rauchgeschwängerten Charme früherer Zeiten erhalten.

Es gibt Kneipen, die dürfte es gar nicht mehr geben. Also nach Menschenermessen jedenfalls nicht. So mit urigen Wandlämpchen, mit hölzernen Bänken und Daddel-Automaten. Drinnen ist es stets verraucht. Und man hat irgendwie sofort das Gefühl, dass sich alle kennen. Die Gaststätte Behr ist eine solche Kneipe. Ursprünglich. Schlicht. Fast ein bisschen ungehobelt. Dergleichen wird seltener. Mitten im immer schicker werdenden Eimsbüttel. Wir haben mal wieder auf ein Bier vorbei geschaut.

Herrengedeck und Karten kloppen im Behr

Draußen steht ein Schild. Es verspricht Schnaps. Für 1,60 Euro. Und eines wird uns schon beim Eintreten klar: Seit den Tagen Anfang der 1980er, als unsere Väter nach der Nachtschicht auf dem Bagger im Hafen noch im Behr vorbei schauten, hat sich nicht wirklich viel verändert. Am langen Tresen treffen sich Nachbarn, Kollegen und Freunde. Zuweilen gesellen sich auch mal ein paar junge Hipster dazu. Denn ja, diese Art von Pinte kommt irgendwie grad wieder in Mode. Weg vom Glitzer, vom Chrom und geleckten Style moderner Bars – das wollen immer mehr Gäste. Pils aus der Tulpe, gepflegt knobeln, darten und schnacken – kommt alles wieder.

Ein frisch Gezapftes für knapp über zwei Euro

Das frisch gezapfte Bierchen bekommt ihr in der Gasstätte Behr für knapp über zwei Euro. Ein Preis, nach dem man in Eimsbüttels Pinten heutzutage ziemlich lange suchen muss. Vom Fass werden am Stellinger Weg Krombacher und Moravia ausgeschenkt. Die Bewirtung hat kürzlich gewechselt. Dass sich deswegen viel ändert, ist unwahrscheinlich. Das Behr hat viele Stammkunden, die das spezielle Ambiente schätzen.

Der Geisterbahnhof unterm Behr

Was nicht viele wissen: Die Gaststätte am Stellinger Weg war mal eine Art Bahnhofskneipe. Von 1914 bis 1964 hielt die U-Bahn direkt vorm Behr. Erst mit dem Bau der Station Lutterothstraße wurde die Haltestelle Hellkamp aufgegeben. Heute erinnert fast nichts mehr an den Geisterbahnhof, der da unter der Erde schlummert. Unterm Behr, das immer noch da ist. Irgendwie aus der Zeit gefallen.

Infos: Gaststätte Behr, Stellinger Weg 32a, 20255 Hamburg; So–Mi 9 bis 23 Uhr, Do 9 bis 24 Uhr, Fr–Sa 9 bis 2 Uhr

Erst Gyros, dann Bier

Tipp: Vor dem Bier im Behr lohnt sich auch ein Abstecher auf einen Teller Gyros: Gegenüber ist der Corfu Grill schließlich Eimsbüttel uriger Kult-Grieche. Ansonsten hat das Viertel nicht viel zu bieten. Wir verraten euch 10 Gründe, warum Eimsbüttel ganz furchtbar ist.

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