(© Sophia Herzog )

Auf ein Bier im "Mayday": Ein Tresen für alle Fälle

Ottensen ist im ständigen Wandel – das Mayday ist der Fels in der Brandung. In der alteingesessenen Kneipe gibt es seit Jahrzehnten gutes Bier und ein bunt gemischtes Publikum.

Leise Rockmusik dudelt aus den Lautsprechern, auf dem Billardtisch klackern die Kugeln aneinander. Im Mayday am oberen Ende der Bahrenfelder Straße ist kurz nach 19 Uhr noch nicht viel los. Nur nach und nach trudeln die Gäste ein, viele davon Stammkunden, einige für das Feierabendbier nach getaner Arbeit. Jemand klopft kräftig an die hölzerne Eingangstür der Kneipe, öffnet sie mit einem „Ich wollte nur höflich sein“ und setzt sich an einen freien Stuhl am Tresen. Detlef lacht, und zapft ein Weizen.

(© Sophia Herzog )

Mayday in Ottensen: Wo alles noch wie früher ist

Detlef ist der Inhaber des Maydays – vor vielen seiner Gäste taucht das kühle Bier schon auf, bevor sie sich überhaupt auf Bänken und Stühlen niedergelassen haben. Detlef kennt seine Kunden gut, schließlich steht er hier schon seit 30 Jahren am Zapfhahn. Nachdem er zwei Jahre lang zum Stammpublikum zählte, übernahm er die Kneipe schließlich vom Vorbesitzer. Über die Frage, was er an seiner Bar am liebsten mag, muss er kurz nachdenken. „Wo fange ich da an?“, fragt er schmunzelnd. Eine Antwort findet er dann doch schnell. „Hier muss nicht alles neu sein“, erzählt der Wirt. „Das Mayday macht nicht jeden Trend sofort mit, springt nicht auf jeden Zug auf.“ Dabei sind Viertel wie Ottensen besonders von dem bösen Wort mit G betroffen: Die Gentrifizierung hat zwar mehr Trubel ins Dorf gebracht – alteingesessene Kneipen weichen aber immer öfter neuen, schicken Bars. Im Mayday ist unterdes alles so, wie es schon immer war. „Die Inneneinrichtung ist seit 30 Jahren die gleiche“, kommentiert Detlef. Nur den Tresen, den hätte er erneuert.

Die zuverlässige Adresse für kaltes Bier und gute Gesellschaft

Gerade diese Stabilität ist das, was das Mayday so sympathisch macht. Dass Detlef gutes Bier zu moderaten Preisen serviert, die Stammkunden die Aschenbecher füllen und ein paar Gäste eine Billardkugel nach der anderen einlochen, das passiert hier täglich mit angenehmer Zuverlässigkeit. Auch viele junge Leute wissen das zu schätzen: „Unter den Besuchern ist alles von 18 bis 80 Jahren dabei“, erzählt Detlef. Am Wochenende ist der große Gastraum bis an den Rand gefüllt, und wenn Detlef am dritten Samstag im Monat zum Kneipenquiz lädt, sind die Tische bis auf den letzten Platz belegt. Das Mayday ist für viele die Adresse zum Billardspielen, Kickern, Fußballschauen oder für Live-Konzerte, erste und letzte Anlaufstelle einer durchzechten Nacht – und immer für jeden da, der einen Tresen zum Anlehnen braucht.
Info: Mayday, Bahrenfelder Straße 247, 22765 Hamburg; So–Do 19 bis 2 Uhr, Fr 19 bis 4 Uhr, Sa 20 bis 3 Uhr (und auch gerne mal länger)

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