(© Andreas Daebeler )

Auf ein Bier im "Bierkrug": Eppendorfs Heimat des Herrengedecks

Bodenständig und ohne Schnickschnack, dafür mit frisch Gezapftem und altem Schlag: Im Bierkrug in Eppendorf gibt es eine Zeitreise inklusive.

Der Hahn tropft. Ein Glas fängt die Tropfen auf. Vorm Tresen lungert ein Typ rum, so um die Sechzig vielleicht. Müde. Und rauchend. Es ist Mittag in einer Eppendorfer Eckkneipe, wie es sie früher etliche gab. Als der Stadtteil noch den Arbeitern gehörte. Als Vati abends Kippen holen ging und manchmal erst spät wiederkam, weil irgendwer immer noch eine Runde ausgab. Etwas von dieser Stimmung ist geblieben. Hier, im Bierkrug an der Tarpenbekstraße. Der Besuch gleicht einer Zeitreise. Und ja, diese Pinte hat eine Geschichte.

(© Andreas Daebeler )

Ein Wirt, ein Lottogewinn und der Traum vom Eppendorfer Bundesligaclub

Von der erzählen Stammgäste sich heute noch gern. Etwa von den Tagen eines Günther Storbeck, einst Wirt der Kneipe. Ein Lottogewinner mit großen Träumen und verrückten Ideen. 1979 gründet Storbeck in Eppendorf einen Fußballverein. Eppendorfer SG nennt er den Club. Mit dem ehrgeizigen Ziel Bundesliga geht es in den Spielbetrieb. Wird nichts draus. Das gewonnene Geld ist schnell weg. "Gummi", wie Storbeck genannt wird, stirbt 2004. Die Geschichte bleibt.

Der Bierskandal von Eppendorf

Weniger schön das Kapitel, das vor wenigen Jahren geschrieben wird. Ein Skandal um ausgeschenktes Billig-Bier sorgt für gewaltiges Rauschen im Blätterwald. Die damals verantwortliche Wirtin landet vor Gericht. Längst gibt's neue Besitzer. Am Konzept der urigen Eckkneipe halten sie fest. Denn das hat immer noch Fans. Und die sind keineswegs alle im Rentenalter.

Bierkrug: Wer Hunger hat, bringt sich was mit

So treffen sich abends immer häufiger junge Leute, trinken ihr frisch Gezapftes zu zivilem Preis und schnacken. Knurrt der Magen, wird aus einem Imbiss nebenan was zu essen geholt. Im Bierkrug kein Problem. Vom Fass gibt's dort übrigens ein Hausbier, das Barre Bräu genannt wird, 0,4 Liter für knapp 4 Euro. Wer Kurze mag, sollte mal den Mexikaner probieren. Und ein paar Stündchen mitreisen. In die Zeit der Pinten, Herrengedecke und Dartscheiben, die hier noch lebt.

Infos: Bierkrug, Tarpenbekstraße 55, 20251 Hamburg; Mo–So 11 bis 1 Uhr, Fr+Sa bis 3 Uhr

Hamburgs alte Eckkneipen

Wir lieben diese alten Pinten, in denen man nicht nur gutes Bier, sondern auch alte Geschichten aufgetischt bekommt, in denen ein Hauch alter Zeiten um die Barhocker wabert. Auch das Kopps ist so eine Eckkneipe: Hier brennt das Licht die ganze Nach und es gibt Guiness vom Fass. Ein paar Ecken weiter scheint auch in Mäggi's Eck die Zeit stehen geblieben zu sein. Nur das Bier, das ist hier immer frisch!

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