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Helmut Schmidt
Bundesregierung/Lothar Schaack
Hamburg

15 Zitate von Helmut Schmidt, die jeder Hamburger kennen sollte

"Schmidt Schnauze" nannten die Hamburger ihren Kult-Kanzler, der als Innensenator einst die Sturmflut managte. Ein Mann der Meinung und der gepflegten Bonmots war Helmut Schmidt auf jeden Fall. Hier kommen 15 unvergessene Beispiele.


Rate den Mitbürgern nicht das Angenehmste, sondern das Beste.

Ein Ausspruch, der heute noch gern zitiert wird. Und wohl auch ein Ratschlag an Politiker unserer Zeit, die Menschen ernst zu nehmen, sie nicht für dumm zu verkaufen und Mut für unangenehme Entscheidungen aufzubringen.

In dieser Republik gibt es an so vielen Plätzen Rauchverbote. Ihr glaubt doch wohl nicht, dass ich mich darum schere.

Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.

Den kennt ihr, oder? Ist vielleicht der berühmteste Ausspruch unseres Hamburger Kult-Kanzlers überhaupt. Stammt aus einen Interview im Magazin "Der Spiegel". In dem äußerte Helmut Schmidt sich zu Willy Brandts Visionen im Bundestagswahlkampf 1980.

Das war eine pampige Antwort auf eine dusselige Frage.

So ordnete Helmut Schmidt sein legendäres Visionen-Zitat Jahre später im Gespräch mit der von ihm mit herausgegebenen "Zeit" ein. Und gab dem fragenden Journalisten von damals noch einen mit. Typisch.

Bibliotheken sind die geistigen Tankstellen der Nation.

Es waren lauter aufgeregte Hühner – und einer musste die Dinge in die Hand nehmen.

Als in Hamburg 1962 in Folge der Sturmflut Chaos ausbricht, behält einer die Nerven: der Hamburger Polizeisenator Helmut Schmidt. Kurzentschlossen nimmt er "die Dinge in die Hand" und fällt im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen.

Willen braucht man. Und Zigaretten.

Neben dem Visionen-Zitat vielleicht der bekannteste Ausspruch von Helmut Schmidt. Gefragt, wie man einen staatstragenden Job erledigen könne, brachte er es auf den Punkt. Wieder mal.

Ich esse nur, damit ich danach rauchen kann.

Ich teile die Menschheit in drei Kategorien: Wir normale Menschen, die irgendwann in ihrer Jugend mal Äpfel geklaut haben, die zweite hat eine kleine kriminelle Ader, und die dritte besteht aus Investmentbankern.

Da entdeckte der Sozialdemokrat, der immer eher als Ökonom galt und dem konservativen Flügel seiner SPD zugerechnet wurde, doch glatt mal den Sozialisten in sich. Und wir erfahren nebenbei, dass Schmidt Schnauze auch mal als Apfeldieb unterwegs war. Das Zitat, das Investmentbanking aufs Korn nimmt, stammt übrigens aus der "Wirtschaftswoche".

Von einem 93-Jährigen Optimismus zu erwarten, ist ein bisschen viel verlangt.

Ehrlich, entwaffnend und sich selbst auf die Schippe nehmend – auch so konnte Helmut Schmidt sein. Dieses Zitat aus dem "Spiegel" belegt das, oder?

Für mich gibt es nur noch zwei Stimulantia: die Arbeit und die Zigarette.

Politiker und Journalisten teilen sich das traurige Schicksal, daß sie oft heute schon über Dinge reden, die sie erst morgen ganz verstehen.

Harte Erkenntnis für Journalisten. Und für Politiker. Aber ja, da steckt wohl eine ganze Menge Wahrheit drin.

Die heutige politische Klasse in Deutschland ist gekennzeichnet durch ein Übermaß an Karrierestreben und Wichtigtuerei und durch ein Übermaß an Geilheit, in Talkshows aufzutreten.

Diesen Satz sagte Helmut Schmidt schon 1994 in Berlin. Ob er damals ahnte, wie viel mehr Talkshows es ein Vierteljahrhundert später geben würde?

In der Krise beweist sich der Charakter.

Sie haben einem uralten Mann zugehört. Sie müssen ihn nicht unbedingt ernst nehmen.

Doch, ernst genommen wurde Helmut Schmidt immer. Und respektiert. Sogar von seinen politischen Gegnern, deren härtester Franz-Josef Strauß gewesen sein dürfte. Das Zitat stammt übrigens aus seinem letzen großen Auftritt in einem Bundestagswahlkampf 2013.

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