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Eimsbüttel

Wohnen am Weiher: So soll das Beiersdorf-Gelände aussehen

Andreas Daebeler
Andreas Daebeler

Eimsbüttel bekommt sein Wohnquartier am Weiher – auf den Dächern könnte gegärtnert werden, Fotovoltaikanlagen sorgen für nachhaltige Energie und das Meridian Spa & Fitness soll erhalten bleiben.

Ins Herz von Eimsbüttel sind es zu Fuß nur ein paar Minuten. Einen der schönsten Parks des Stadtteils habt ihr trotzdem vor der Tür. Und als Coup mit dem Meridian Spa & Fitness auch noch einen Wellness-Tempel ums Eck. So könnte es euch ergehen, wenn ihr eine von bis zu 830 Wohnungen auf dem bisherigen Beiersdorf-Areal ergattert. Nach einem von Bürgerbeteiligung geprägten Prozess nebst Architekten-Wettstreit steht fest, wie es auf dem bislang von Büros und Werksgebäuden dominierten Gelände an der Quickbornstraße ausschauen soll. Wir sagen euch, wo die Reise mit dem Siegerentwurf hingeht.

Fünf Quartiershöfe

Der kommt von den Büros Astoc Architects and Planners und Landscape Architecture Nature Development, deren Ideen die Jury überzeugten. Das Gesamtkonzept für das Gelände sieht den Bau von fünf Quartiershöfen auf dem 3,5 Hektar großen Gelände vor. In denen sollen bis zu 2.000 Menschen in verschieden gestalteten Wohngebäuden leben. Einige markante, bis zu zwölf Stockwerke hohe Bauten im Zentrum werden sich abheben. Nach oben.

Die zur Straße hin geplanten Gebäude werden voraussichtlich sieben Geschosse bekommen. Im Inneren des neuen Quartiers wird mit fünf bis sechs Stockwerken gearbeitet. Was Eimsbüttler sicher besonders interessiert: Die markante Architektur am Heußweg wird auch beim Neubau in Form und Höhe aufgegriffen. Die runde Ecke, so nennen die Menschen im Stadtteil das alte Beiersdorf-Gebäude, bleibt rund.

Keine Autos, aber Urban Gardening und Bienenzucht

Das Innere des Viertels wird autofrei sein. Es werden allerdings Tiefgaragen-Parkplätze entstehen. Auch für Fahrräder. Zudem setzen die Architekten auf grüne, begehbare Dächer – womöglich Plätze für Urban Gardening und Bienenzucht. Außerdem sorgen Fotovoltaikanlagen für fortschrittliche Energieerzeugung. In den Höfen ist ebenfalls jede Menge Grün geplant.

Der Siegerentwurf ist nur eines von insgesamt acht eingereichten Konzepten aus verschiedenen Büros. Alle beteiligten Architekten hatten dieselben Vorgaben zu beachten. Die Gewinner wollen das neue Quartier offen gestalten und gut mit dem Bestand in Eimsbüttel verbinden. Gassen zwischen den Baublöcken sollen die Menschen zum Flanieren einladen. Der Quartiersplatz würde zum öffentlichen Zentrum werden, so die Hoffnung der Planer.

830 neue Wohneinheiten

Ex-Beiersdorf wird also vor allem zum Lebensraum. Das städtebauliche Konzept sieht bis zu 830 Wohneinheiten mit unterschiedlichen Größen vor. Einzimmerwohnungen, eineinhalb Zimmer kleine Einheiten oder auch Vier- bis Fünfzimmerwohnungen sind angedacht. Ein Bereich für betreutes Wohnen sowie ein Co-Working Areal sind geplant. Aber auch eine Kindertagesstätte soll an der Unnastraße entstehen. Restaurants, Cafés und Einzelhandel können in den Erdgeschossbereichen entlang der Quickbornstraße und der Unnastraße heimisch werden. Außerdem wünschten sich die Anwohner Kultur- und Sportmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene, einen Veranstaltungsraum für Ausstellungen, Theater, Lesungen, Kulturhaus, eine offene Bühne und einen Wochenmarkt. Auch ein Schwimmbad, eine Schule, ein Gesundheitszentrum und Altenpflege finden die Menschen wichtig.

Bürgerbeteiligung über die Stadtmacherei

Beim Projekt wurden neue Wege in Sachen Öffentlichkeitsbeteiligung beschritten. Stadtmacherei nennt sich das. So gab es eine so genannte Gläserne Werkstatt, bei der Nachbarschaft, Anwohnende und Interessierte ihre Anregungen loswerden konnten. Bis Ende 2023 sollen die Mitarbeitenden von Beiersdorf in die neue Zentrale an der Troplowitzstraße ziehen. Sobald alle Gebäude verlassen sind, kann 2024 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

2030 soll alles fertig sein

Schon im ersten Abschnitt entsteht unter anderem ein Übergang zum Park am Weiher, einem der attraktivsten Naherholungsgebiete des Stadtteils. Der Abriss des Parkhauses an der Quickbornstraße ist dafür unerlässlich. Erst im zweiten Bauabschnitt geht es den Gebäuden entlang der Quickbornstraße an den Kragen. Das dort beheimatete Meridian Spa & Fitness soll mittelfristig erhalten bleiben, das städtebauliche Konzept ermöglicht zudem eine langfristige Integration in die Planung. Und wann könnt ihr das neue Quartier in voller Pracht bewundern? Zunächst war 2030 geplant, doch aufgrund der Pandemie verzögert sich das Projekt. Wann ihr das neue Quartier auf dem Beiersdorf-Gelände in seiner neuen Pracht erkunden dürft, lest ihr natürlich bei uns.

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Quellen zum Text: