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St. Pauli

Warum heißt St. Pauli eigentlich St. Pauli?

Der sündigste aller Hamburger Stadtteile zieht jährlich rund 30 Millionen feierwütige Besucher an. Kein Wunder, schließlich ist St. Pauli längst in der ganzen Welt bekannt. Doch wie wurde Pauli zu dem, was es heute ist? kiekmo verrät euch alles, was ihr über den Stadtteil wissen müsst. Und klärt außerdem, wieso man "auf" und nicht "in" St. Pauli sagt!


Doch fangen wir von vorne an – im 17. Jahrhundert. Damals hieß der Stadtteil nämlich noch Hamburger Berg und lag vor dem Millerntor auf der Grenze zum dänischen Altona. Und damit sind wir auch schon bei der Frage angekommen, warum es "auf" und nicht "in" St. Pauli heißt: Man ging früheraufden Hamburger Berg – einer tatsächlichen Anhöhe. Diese Redewendung hat sich bis heute gehalten.

Ein Ort für Außenseiter

Vom Szeneviertel, zu dem sich Pauli mittlerweile gemausert hat, war damals aber noch nicht viel zu erkennen. Im Gegenteil: Um 1620 erklärte Hamburg die Gegend zur Vorstadt, die nicht bebaut werden durfte. Stattdessen hat man hierher Gewerbe abgeschoben, die innerhalb der Stadtgrenzen nicht gern gesehen ... und gerochen wurden! So fand man hier schon bald eine Trankocherei, ein Trockenhaus für geteerte Seile und kleinere Werften, Ölmühlen und ein Pesthaus sowie Obdachlosenquartiere. Zusätzlich ließen sich immer mehr Arbeiter und Seeleute, aber auch aus der Stadt Vertriebene hier nieder.

Die Geburtsstunde des Großstadtdorfplatz

Weil man vom Hamburger Berg aus eine schöne Aussicht hatte, herrschte häufig reger Ausflugsverkehr. Das wiederum veranlasste mobile Schausteller, Seiltänzer und Gaukler dazu, hier aufzutreten. Und nun ratet mal, wie man den Platz nannte, auf dem sich das fahrende Volk tummelte. Richtig: Spielbudenplatz! 1795 wird dieser erstmals erwähnt. Um das schnell entstandene Durcheinander aus Karussells, Kaspertheatern und verschiedenen Buden in eine gewisse Ordnung zu bringen, legte die Stadtverwaltung später schließlich Bauplätze für feste Gebäude fest.

Und wie kam St. Pauli nun zu seinem Namen?

Um das Jahr 1830 bekam der Hamburger Berg schließlich den Status einer Vorstadt und lag fortan unter städtischer Verwaltung. 1833 bekam er dann auch den Namen, den er bist heute trägt: St. Pauli. Und ironischerweise wurde der Stadtteil, der bereits damals als "sündig" und "nicht sauber" galt, nach der St.-Pauli-Kirche benannt! 1865 sammelten sich auf Pauli schließlich immer mehr Handwerker und Gewerbebetriebe an. Überall entstanden Arbeiterquartiere und andere Wohnmöglichkeiten. Dieser Fakt und die parallel zunehmende Schifffahrt lockte letzten Endes auch zahlreiche Prostituierte in den Stadtteil.

In Gedenken an den Hamburger Berg

Moment, aber wo ist der Berg hin?! Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ Napoleon diesen abtragen, um ein besseres Schussfeld zu haben. Nach dem Abzug der Franzosen wurde dann aber alles recht schnell wieder aufgebaut; schon 1820 war der vorherige Zustand wiederhergestellt. Heute erinnert nur noch die Querstraße "Hamburger Berg" an die ehemalige Anhöhe.

St. Pauli in Zahlen

Einwohner: 22.097, davon 47 Prozent weiblich und 53 männlich (Hamburger Durchschnitt: 50,8/49,2 Prozent) Kulturelle Vielfalt: 135 Nationalitäten (Stand 2019) Durchschnittsalter: 39,5 Jahre (Hamburger Durchschnitt: 42,1 Jahre) Einpersonenhaushalte: 69,1 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 54,4 Prozent) Haushalte mit Kindern: 13 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 17,8 Prozent) Arbeitslosenquote: 6,8 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 4,8 Prozent) Durchschnittseinkommen pro Jahr (Stand 2017): 27.977 Euro (Hamburger Durchschnitt: 40.771 Euro) Wenn nicht anders gekennzeichnet: Stand 31.12.2019.

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