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Zeise Hallen Ottensen
kiekmo
Ottensen

Warum heißt Ottensen eigentlich Ottensen?

Das quirlige Szene-Viertel kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Aber lest selbst, was Ottensen schon so alles erlebt hat.


Es war einmal ein tapf'rer Ritter namens Otto von Bahren. Der hatte die Motten (Tuberkulose) und hustete auf einem Felde in der Nähe der mächtigen Stadt Hamburg. Oder vielleicht auch nicht: Ob es jenen legendären Otto von Bahren, nach dem ein Park auf dem Gaswerk-Gelände benannt wurde und auf den angeblich die Namen der Stadtteile Ottensen und Bahrenfeld zurückgehen, wirklich gab, ist ungewiss. Oder mehr noch: sehr zweifelhaft. Tatsache ist dagegen, dass im Jahre 1310 die Siedlung "Ottenhusen" erstmals urkundlich erwähnt wurde. Daraus wurde später, verkürzt: Ottensen.

Schon Mitte des 16. Jahrhunderts ein ansehnliches Dorf

Die Siedlung gab es aber offenbar schon sehr, sehr viel länger. Ob tatsächlich ebenso lange wie die Hammaburg, also seit dem fränkischen Reich, darf zwar ebenso wie die Legende des Ritters Otto angezweifelt werden. Doch gewiss lebten hier schon deutlich vor dem 14. Jahrhundert Bauern und Fischer. Und es florierte: Während im benachbarten Altona Mitte des 16. Jahrhunderts nur eine Handvoll Häuser standen, lebten in Ottenhusen wohl schon um die 500 Menschen.

Einer der wichtigsten Industriestandorte Norddeutschlands

Seinen großen Aufstieg erlebt das Bauern- und Handwerkerdorf dann nach dem Deutsch-Dänischen Krieg: Ottensen wurde 1866 Teil der preußischen Provinz Schleswig-Holstein – und gehörte damit, anders als Hamburg und Altona, zum Wirtschaftsgebiet des Deutschen Zollvereins. Das Dörfchen entwickelte sich zu einem der wichtigsten Industriestandorte Norddeutschlands, der zudem für seine Toleranz gegenüber Andersgläubigen und zunftlosen Handwerkern bekannt war. Relikt aus jener Zeit sind beispielsweise die Zeisehallen, seinerzeit eine Fabrik für Schiffsschrauben. Heute sind hier die Zeise Kinos, Gastro und diverse Lädchen zuhause. Die Bevölkerungszahl von Ottensen verzehnfachte sich innerhalb weniger Jahrzehnte; um 1900 lebten hier bereits etwa 40.000 Menschen.

Viele Ottenser hatten "die Motten"

Doch so rosig, wie die Sache klingt, war sie nicht. Die Wohnsituation war nicht zuletzt aufgrund der Bevölkerungsexplosion beengt und ungesund. Vor allem für die vielen Glasschleifer, die in den zahlreichen Glasbläsereibetrieben arbeiteten und berufsbedingt an Tuberkulose litten – sie hatten umgangssprachlich "die Motten", weil die Lunge völlig zerfressen war. Daher (vermutlich) auch der Name Mottenburg, der ab den 1870er-Jahren gebräuchlich war – nach dem auch das Stadtteilzentrum "Motte" benannt ist.

1871 Stadt, 1889 Teil von Altona, 1938 zu Hamburg

Zur Stadt wurde Ottensen übrigens am 26. Oktober 1871 per kaiserlichem Erlass. Weil 1888 Altona und Hamburg ebenfalls dem Zollgebiet des Deutschen Reiches beitraten, ging Ottensen seiner Vorteile verlustig – und war gezwungen, sich Altona anzuschließen (Eingemeindung am 1. Juli 1889). 1938 wurde Ottensen mit Altona dann Teil Hamburgs.

Ottensen in Zahlen

**Einwohner:**35.585, davon 52,3 Prozent weiblich und 47,7 Prozent männlich, 13,1 Prozent ausländischer Herkunft (Hamburger Durchschnitt: 50,8/49,2/16,9 Prozent) **Durchschnittsalter:**41,1 Jahre (Hamburger Durchschnitt: 42,1 Jahre) **Einpersonenhaushalte:**61,4 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 54,4 Prozent) **Haushalte mit Kindern:**17,0 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 17,8 Prozent) **Arbeitslosenquote:**4,3 Prozent (Hamburger Durchschnitt: 4,8 Prozent) Durchschnittseinkommen pro Jahr(Stand 2013): 40.830 Euro (Hamburger Durchschnitt: 39.054 Euro) Wenn nicht anders gekennzeichnet: Stand 31.12.2018

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