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Unsplash / Markus Spiske
Hamburg

Vermögensbarometer 2022: So sehen Hamburger ihre finanzielle Lage

Karina Engelking
Karina Engelking

Krisen, Inflation und das Bangen um die Nebenkosten – 2022 hat uns bisher ganz schön in Atem gehalten. Wie steht es da um die finanzielle Zufriedenheit der Hamburger? Das Vermögensbarometer 2022 zeigt: Im deutschlandweiten Vergleich blicken wir am optimistischen in die Zukunft.

Die Ereignisse der letzten zwei Jahre schlagen sich auch in der Bewertung der persönlichen finanziellen Zufriedenheit nieder. Das verwundert wohl niemanden und zeigt sich auch in den neuen Zahlen des Vermögensbarometers des Deutschen Sparkassen und Giroverbands (DSGV) sowie Zahlen der Haspa. War in jährlichen Umfrage bis 2021 noch ein bundesweit positiver Trend zu verzeichnen, sieht es im aktuellen Jahr erstmals wieder anders aus. Im Vorjahr bezeichneten noch 43 Prozent der Befragten ihre finanzielle Lage als (sehr) positiv. Diese Prozentzahl sank nun auf 38.

Junge Hamburger sind sparsamer und zufriedener

Deutlich positiver gestimmt sind da die befragten Hamburger, die mit 42 Prozent die Stimmung des Vorjahres fast gehalten haben. Am zufriedensten sind dabei die 14- bis 29-jährigen Hanseaten, unter denen 43 Prozent ihre Situation als (sehr) gut einordnen. Hier zeigt sich ein starker Kontrast zu etwa den 50- bis 59-Jährigen und über 60-Jährigen, bei denen nur 34 Prozent bzw. 37 Prozent so empfinden. Und wer spart mehr? Die Jüngeren! Von ihnen gaben 64 Prozent an jetzt mehr zurückzulegen. Dass sie damit auf dem richtigen Weg sind, bestätigt Dilek Knüpfer, Leiterin der Haspa-Filiale in Seevetal: "Vorsorge war noch nie so wichtig wie heute. Sonst droht später Altersarmut – insbesondere bei Frauen. Fondssparen ist eine sehr gute Möglichkeit, auch mit geringen Beträgen langfristig ein kleines Vermögen aufzubauen und breit gestreut in den Aktienmarkt einzusteigen. Wichtig ist, bereits in jungen Jahren mit dem Sparen anzufangen und dies dann regelmäßig zu tun."

Alter und Einkommen machen den Unterschied

Neben dem Alter der Befragten spielt auch das Nettoeinkommen pro Haushalt eine große Rolle bei der Einordnung der eigenen Lage. Zufriedenheit steigt hier Hand in Hand mit dem monatlich zur Verfügung stehendem Geld. Während in der Einkommensklasse zwischen 2.000 und 3.000 Euro 37 Prozent (sehr) zufrieden auf ihre Finanzen blicken, sind es ab 6000 Euro satte 86 Prozent. Mit Blick auf die nächsten zwei Jahre zeigt sich der größte Kontrast zu den Vorjahren. Im Vergleich zu 13 Prozent in 2021 sehen sich nun ganze 31 Prozent aller Befragten einer Verschlechterung der eigenen finanziellen Situation gegenüber. Eine Einschätzung, die zuletzt in der Finanzkrise von 2008 gemessen wurde. Doch auch hier verläuft der Pessimismus entlang des Altersgefälles: Während 59 Prozent der 14- bis 29-Jährigen mit einer Verbesserung rechnen, sinkt dieser Wert kontinuierlich bis auf elf Prozent bei den über 60-Jährigen.

Hamburger trotz Sorgen optimistisch

Die Hansestadt positioniert sich im Vergleich der Bundesländer klar als Optimist. Immerhin glauben 40 Prozent daran, dass sich ihre Situation verbessern wird. Ein Wert, mit dem Hamburger das bundesweite Feld anführen und sich klar von etwa dem Schlusslicht Thüringen absetzen, wo lediglich 20 Prozent positiv in die eigene finanzielle Zukunft blicken. Zudem ist die Anzahl der Pessimisten die geringste auf Bundesebene: Nur jeder vierte Hamburger sieht eine Verschlechterung auf sich zukommen. Dagegen halten sich auf Bundesebene negative Einordnung und Optimismus die Waage.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

Quellen zum Text: