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Uni Hamburg
Chiara Steinmann
Rotherbaum

Uni Hamburg: 10 Spannende Fakten über die Hochschule

Auch wenn ihr nicht (mehr) studiert – es lohnt sich, sich einmal mit der Uni Hamburg auseinanderzusetzen. Interessantes und Kurioses haben wir hier für euch zusammengetragen.


Die Uni Hamburg in Zahlen

1919 wurde die Uni Hamburg gegründet und pünktlich zum 100. Geburtstag im Jahr 2019 als Exzellenzuniversität Deutschlands ausgezeichnet. Dabei bemerkenswert: Die Gründung der Uni Hamburg wurde von der Hamburger Bürgerschaft beschlossen, was sie zur ersten demokratisch gegründeten Universität in Deutschland macht.

Gemessen an ihren mehr als 40.000 Studierenden, die hier an acht Fakultäten über 170 verschiedene Studiengänge studieren können, zählt die sie zu den zehn größten Universitäten des Landes – und ist entsprechend nicht nur die größte Hochschule der Hansestadt, sondern auch die größte Institution für Forschung und Ausbildung in ganz Norddeutschland. Im weltweiten Vergleich landet sie unter den Top 200 – klingt erst einmal nicht so besonders, tatsächlich besteht diese Liste aber aus weniger als einem Prozent aller Hochschulen. Seit 2012 entzieht sich die Uni Hamburg allerdings jeglichen Rankings.

Auf dem Campus der Uni Hamburg gibts RICHTIG gute Pizza

Gut, dieser Fakt hat jetzt nicht so viel mit der Geschichte der Hochschule zu tun – aber wo der Geist derart gefüttert wird, darf der Magen schließlich nicht leer bleiben. Bei Essen an der Uni denkt ihr eher an Hühnerfrikassee-und-Kartoffelbrei-Mensa-Matsch? Diese Zeiten sind glücklicherweise größtenteils passé. Wem die Auswahl in der Kantine aber dennoch nicht zusagt, der findet unter Garantie im Schlüters auf dem Campus der UHH die richtige Stärkung. Pizza geht schließlich immer. Und in vegan gibts die hier auch. Weiteres dickes Plus: Günstiger kommt ihr in Hamburg kaum an das italienische Kulturgut. Denn das Schlüters ist Teil des Studierendenwerks und hält auch dann mehr als faire Preise für die Gäste des Campus bereit.

Infos: Schlüters, Von-Melle-Park 2, 20146 Hamburg

Unter Zoologen? Die Sache mit den Gebäudenamen

Apropos Schlüters. Das Gebäude wird unter den Studierenden "Schweinemensa" genannt. Klingt wenig appetitlich. Woher die Bezeichnung genau stammt ist nicht sicher geklärt, sie könnte aber darauf anspielen, dass die Mensa tatsächlich einmal zur Haltung von Schweinen genutzt wurde. Durchaus denkbar, schließlich trägt der Komplex für Sozial- und Politikwissenschaften am Allende-Plaz 1 den Beinamen "Pferdestall", weil er – naja, früher eben ein solcher war. Genauer gesagt ließ ein Fuhrunternehmen das Gebäude 1908 errichten und neben den Pferden fand man vor Ort auch Droschken. Schon 20 Jahre später wurde es Teil der Universität Hamburg. Unschwer zu erraten also, wie die beliebte Pony Bar zu ihrem Namen kam. Und da aller guten Dinge nunmal drei bleiben, wäre da noch der "Rattenstall" zu nennen. Hiermit wird das Gebäude am Von-Melle-Park 11 beschrieben, in dem ihr den Fachbereich Psychologie findet. Es wird gemunkelt, dass dort einst Tierversuche an Ratten durchgeführt wurden. Diese sind glücklicherweise nicht geblieben – der Spitzname schon. Wundert euch also nicht über die tierischen Codes auf dem Campus der Uni Hamburg.

Ach ja – und dann die Sache mit dem Standort

Dabei gibt es DEN Standort eigentlich gar nicht – was unter den Studierenden schon so manches Mal Verwirrung gestiftet hat. Klar, alle denken bei "Uni Hamburg" erst einmal an das schmücke alte Gebäude, das sich stolz schräg gegenüber des Bahnhofs Dammtor präsentiert. Die Sache sieht allerdings folgendermaßen aus: Auch wenn sich der Großteil des Geschehens zwischen Von-Melle-Park, Schlüterstraße und Allende-Platz abspielt, zur Uni Hamburg gehören sage und schreibe 150 Gebäude – und die sind eben über die ganze Stadt verteilt. Der Fachbereich Informatik beispielsweise befindet sich in Stellingen – unweit vom Tierpark Hagenbeck und der Stellinger Schweiz.

Standort mit jüdischer Geschichte

Aber nochmal zurück zum Pferdestall: Als das Grindelviertel noch jüdisch war – vor dem Zweiten Weltkrieg – und sich hier die größte Synagoge Norddeutschlands befand, lautete die Adresse Bornplatz 1-3. Schon damals fand man die Sozial- und Erziehungswissenschaften in dem Gebäude, aber auch Germanistik und Psychologie wurde dort gelehrt und gelernt. Die Bornplatzsynagoge fiel 1939 der Reichspogromnacht zum Opfer, Oberrabbiner Joseph Carlebach musste 1942 sterben. Nach ihm ist der Platz am Hauptcampus benannt, auf dem das Deckengewölbe der Synagoge nachgebildet ist, die Uni Hamburg verleiht außerdem alle zwei Jahre den Joseph-Carlebach-Preis im Forschungsbereich zur jüdischen Geschichte, Religion und Kultur. Tatsächlich befindet sich um den Universitätsstandort herum auch noch heute das Zentrum des jüdischen Lebens in Hamburg.

Berühmte Söhne und Töchter der Uni Hamburg

Bevor sie 1933 vertrieben wurden, konnten Studierende im Pferdestall berühmten jüdischen Persönlichkeiten der Wissenschaft wie lauschen, die an der Uni Hamburg forschten und unterrichteten. Darunter beispielsweise der Psychologe William Stern, seines Zeichens Begründer des Intelligenzquozienten und Agathe Lasch, die erste Professorin der Uni Hamburg, nach der der schöne Hörsaal im Hauptgebäude der Hochschule benannt ist. Deutschlandweit war Lasch sogar die erste Professorin in ihrem Fachbereich der Germanistik. Darüberhinaus ging der Nobelpreis bisher fünfmal an Forschende der Uni Hamburg.

Bildung auf hohem Niveau

Bevor es steil die Karriereleiter hinaufgeht, müssen einige zunächst den Philosophenturm erklimmen. Das 14-stöckige Gebäude am Von-Melle-Park 6 ragt 52 Meter gen Himmel und ist damit das höchste auf dem Hauptcampus der Uni Hamburg. Der Fahrstuhl fährt allerdings nur bis in den zwölften Stock – die letzten zwei Etagen können also gerne auch mal zur unfreiwilligen Sporteinheit dienen. Seit dem Wintersemester 2017/18 ist der "Philturm" allerdings leer, denn er wird saniert. Die Arbeiten werden noch bis (mindestens) 2022 andauern. Auch wenn der gelbe, denkmalgeschützte Klotz aus den Sechzigern nicht unbedingt eine Augenweide darstellt – der Ausblick von ganz oben machts definitiv wieder wett.

Kuriose Studengänge an der Uni Hamburg

Bei 71 Bachelor- und 88 Master-Studiengängen ist klar, dass es sich nicht nur um Medizin, Lehramt, BWL und Jura handeln kann. An der Uni Hamburg gibt es etliche Studiengänge, die klar definierte Nischen belegen. Einige der Programme stechen allerdings als wirklich außergewöhnlich bis kurios hervor. "Kosmetik und Körperpflege" beispielsweise ist eine Wissenschaft für sich – zuletzt hat schließlich die Corona-Pandemie gezeigt, dass Menschen tatsächlich eine Anleitung zum gründlichen Händewaschen benötigen. Im Modulplan finden sich Fächer wie Hautalterung und -barriere oder Dermatokosmetik. Wusstet ihr außerdem, dass man Gebärdensprachendolmetschen studieren kann? Ein weiterer Studiengang steht im Zeichen der Vergangenheit der Bildungsinstitution: Ihr könnt an der Uni Hamburg die Jiddische Sprache studieren.

Vom Audimax habt ihr sicher schon gehört

.. denn im Audimax wird nicht nur studiert! Musikbegeisterten wird der Name des Hörsaals in Bezug auf Konzerte ein Begriff sein. Sogar echte Weltstars standen hier schon auf – beispielsweise Pink Floyd. Damals, 1970. Auch Filmvorführungen, Theatervorstellungen und und und finden statt. Audimax steht übrigens für Auditorium Maximum und beschreibt damit – Lateiner werden es wissen – den größten Hörsaal einer Hochschule. Und der der Uni Hamburg muss sich mit seinen 1.674 Plätzen nicht verstecken.

An der Uni Hamburg gibt es die größte Regenwurmsammlung der Welt

Wir bleiben kurios. Und lassen das einfach mal für einen Moment so stehen. Fragen uns bei einigen der Hamburger Rekorde aber doch ... warum? Genauer gesagt handelt es sich um die größte Sammlung wirbelloser Tiere, die sich da im Zoologischen Institut der Uni Hamburg befindet – mehr als 4.500 Regenwürmer zählen zu den insgesamt rund 50.000 Präparaten. Neben dem Zoologische Museum gehören auch das Herbarium Hamburgense und das Geologisch-Paläontologische Museum, der Botanische Garten sowie der Loki Schmidt Garten, die Hamburger Sternwarte und natürlich das Universitätsmuseum im Hauptgebäude zur Uni Hamburg. Wart ihr schon einmal dort?

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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