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Hamburg

So schafft Hamburg Platz und Perspektiven für Flüchtlinge

Linda Bernhof
Linda Bernhof

Seit dem 24. Februar 2022 steht die Welt Kopf. Immer mehr Menschen flüchten vor dem Krieg in der Ukraine. Auch in Hamburg kommen viele Flüchtende an, mehr noch als 2015 und 2016. Welche Anstrengungen die Stadt und die Hamburger unternehmen, um ihnen eine Unterkunft und eine Perspektive zu bieten, lest ihr hier.

Am 9. März 2022 lautete der Stand: 5.800 Ankünfte in Hamburg. Mittlerweile schätzt die Innenbehörde, dass bereits rund 9.000 Menschen seit Ausbruch des Krieges in Hamburg angekommen sind. Die tatsächliche Zahl ist aber wohl noch deutlich höher. Denn viele Flüchtlinge sind privat in der Stadt untergekommen und noch nicht registriert. Das zeigt: Nicht nur die Politik bemüht sich nach Kräften, den Menschen aus der Ukraine ein Zuhause zu bieten, sondern auch viele Privatmenschen stellen Unterkünfte zur Verfügung.

So viele Flüchtlingen wie seit Jahrzehnten nicht mehr

Diese Krise ist wohl auch nur so zu bewältigen – indem möglichst viele mit anpacken. "Seit Jahrzehnten hatten wir keinen vergleichbaren Flüchtlingsstrom", sagte Innensenator Andy Grote bei der Pressekonferenz am 10. März 2022. Die Flüchtlinge werden am Hauptbahnhof von Mitarbeitenden des Arbeiter-Samariter-Bundes und am Flughafen vom Ehrenamtlichen des DRK Hamburg empfangen und mit Informationen versorgt. Sie sollen in Hamburg eine Unterkunft bekommen, in der sie möglichst dauerhaft wohnen können. Das verlangt der Politik, den Hilfsorganisationen und den Privatleuten, die helfen wollen, einiges ab. 1.300 Menschen (Stand: 10. März) konnten bereits dauerhaft untergebracht werden. Nun arbeitet die Stadt daran, die Kapazitäten im Unterkunftssystem schnellstmöglich zu erhöhen. 

Hamburg schafft Platz

Um zusätzlichen Platz zu schaffen, werden unter anderem Kapazitäten in Hotels und Hostels genutzt und zum Beispiel auch leere Schulstandorte. Darüber hinaus lässt die Stadt an der Schnackenburgallee Container und Zelte aufbauen, die Platz für circa 1.000 Flüchtlinge bieten sollen. Zudem haben das Deutsche Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr eine Notunterkunft mit 600 Feldbetten im ehemaligen Fegro-Markt in Harburg eingerichtet. Kurzfristig können die Menschen im Ankunftszentrum in Rahlstedt, in den Messehallen und in fünf Turnhallen von beruflichen Schulen mit je 150 Feldbetten unterkommen. "Wir werden jede Fläche nutzen, die wir bekommen können", so der Innensenator.

Flüchtlinge bekommen direkt eine Arbeitserlaubnis

Nach der Registrierung und der Vermittlung einer Unterkunft geht es weiter: Die Flüchtigen bekommen direkt eine Aufenthaltsbescheinigung mit Arbeitserlaubnis und außerdem Zugang zum Leistungssystem, mit dem sie unter anderem Anspruch auf eine Krankenversicherung haben. Um die Kinder möglichst schnell ins Schulsystem zu integrieren, sollen die Integrationsklassen in Hamburg verdoppelt werden. Kleinere Kinder sollen in Kitas unterkommen und Menschen mit Erkrankungen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. 

Die Stadt nimmt mehr Menschen auf als sie muss

Mit der Anzahl der Flüchtlinge, die Hamburg aufgenommen hat, wurde der Anspruch bereits übererfüllt. Das Verteilverfahren nach dem "Königsteiner Schlüssel" soll ganz bald dafür sorgen, dass die Geflüchteten auf alle Bundesländer verteilt werden. So sollen vor allem Berlin und Hamburg entlastet werden.

Ihr würdet den Menschen aus der Ukraine gerne helfen, wisst aber nicht so recht wie? Wir haben ein paar Anregungen und Anlaufstellen für euch zusammengestellt: So könnt ihr Flüchtlingen aus der Ukraine helfen.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

Quellen zum Text: