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Unsplash / Julia Solonina
Hamburg

Tschüss, Alsterblick? Neuer Tunnel für Hamburgs S-Bahnen

Einer unserer liebsten Nur-in-Hamburg-Momente: Wenn die S-Bahn über die Alster zu schweben scheint. Den könnte es aber nicht mehr allzu lange geben. Denn ein neuer S-Bahn-Tunnel nach Altona soll her.


Verträumtes "Ooh" und "Aah", verklärter Blick – jeder Hamburger hat wohl schon mal mit leicht entrücktem Gesichtsausdruck den Blick aus der S-Bahn auf den Jungfernstieg genossen. Wer trotz Alster-Überfahrt nur Augen fürs Smartphone hat, dem ist beim besten Willen nicht mehr zu helfen. Doch in Hamburg sagt man eben auch Tschüss – und dieser wohltuende Moment während der Fahrt mit S21 oder S31 zwischen Hauptbahnhof und Dammtor soll Geschichte werden. Ab Mitte der 2030er Jahre nämlich. Ab dann könnte es Richtung Altona keine oberirdische S-Bahn mehr geben. So lautet der zugegeben ehrgeizige Plan.

Ferlemann-Tunnel durch die Hamburger City

Wem wir den zu verdanken haben? Enak Ferlemann (CDU), seines Zeichens Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Schon vor einem Jahr war ihm die Idee gekommen, weshalb in der Diskussion auch vom "Ferlemann-Tunnel" die Rede ist. Der Gedanke: Die heutige Strecke der Verbindungsbahn soll ausschließlich für den Fern- und Regionalverkehr genutzt werden. Zwei neue, eingleisige Röhren sollen die Bahnen vom Hauptbahnhof unter der Alster entlang bis zum neuen Fernbahnhof Diebsteich leiten – mit Halt an Stephansplatz, Schlump und Doormannsweg. Der mit täglich 500.000 Fahrgästen rettungslos überlastete Hauptbahnhof könnte so etwas befreit werden. Nun liegt das erste Konzept vor. Technisch ist das Vorhaben umsetzbar. Weitere Machbarkeitsstudien müssen folgen.

Ein Ding der Unmöglichkeit?

Hamburgs Studierende sowie Anwohner an Sternschanze und Holstenstraße dürften weniger erfreut über diese Veränderung sein. Auch Verkehrssenator Anjes Tjraks ist sich des sehr großen Abers bewusst. "Die Ideen, die der Bund entwickelt hat, sind ein erster Aufschlag, der nicht nur Lösungen, sondern auch viele Herausforderungen bringt", äußerte er sich laut NDR.

Klar ist: Sollte es zur Umsetzung des Megaprojekts kommen, wird sich der Hauptbahnhof für Jahre in eine Baustelle verwandeln. Die neuen Haltestellen müssten tief ins Erdreich gegraben und etliche Gebäude abgerissen werden, um das Vorhaben zu verwirklichen. Erste Schätzungen gehen von drei Milliarden Euro (!!!) Kosten aus – und das für gerade mal 5,5 Kilometer Strecke. Umbau der Verbindungsbahn zur Fernbahnstrecke sind hier allerdings inklusive.

Aktuelles aus dem HVV

Und wie sieht es mit anderen Bahnlinien und neuen Tickets aus? kiekmo klärt über Streckenplanungen im HVV und mehr auf.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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