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True Crime Fälle 2020 aus Hamburg
Unsplash / Jonathan Pielmayer
Hamburg

True Crime 2020 in Hamburg: Diese 5 Fälle bewegten die Stadt

Nur weil eine Pandemie die Welt in den Ausnahmezustand versetzt, steht das Verbrechen nicht still. Im Jahr 2020 gab es in Hamburg diverse Straftaten, Prozesse und Skandale, die uns bewegten.


Attacke vor der Synagoge: Hamburg macht traurige Schlagzeilen

Im Oktober 2020 hatte dieser Angriff auch über die Stadtgrenzen von Hamburg hinaus für Entsetzen gesorgt. Ein jüdischer Student, der die Feierlichkeiten zum jüdischen Laubhüttenfest besuchen wollte, war vor der Synagoge Hohe Weide in Eimsbüttel attackiert worden. Mit einem Spaten fügte ihm der Täter schwere Kopfverletzungen zu, bis ihn Sicherheitskräfte überwältigen konnten.

Der Mann trug nicht nur Tarnkleidung, in seiner Hosentasche fanden die Ermittler auch einen Zettel mit einem aufgemalten Hakenkreuz. Die zeitliche Nähe zu dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle, der sich am 9. Oktober 2019 – also vor fast genau einem Jahr – ereignete, legt ebenfalls ein antisemitisches Motiv nahe. Weil der Täter nach seiner Festnahme einen verwirrten Eindruck machte, wurde er in die Psychiatrie gebracht.

Der verschwundene Informatiker

Als der sonst sehr zuverlässige Matheus A. im September 2019 nicht mehr bei der Arbeit erscheint, melden seine Kollegen den Informatiker als vermisst. Vier Monate ist der Brasilianer schon verschwunden, bis die Polizei einen Tipp bekommt und im Januar 2020 die Wohnung eines Mannes in der Neustadt durchsucht. Dort findet sie die schon stark verweste Leiche von Matheus A. unter einer Matratze, mit Sand bedeckt und mit Säcken umhüllt.

Der tatverdächtige Mieter der Wohnung wird festgenommen und wegen Mordes angeklagt. Doch ob das Opfer letztlich an einem tödlichen Drogencocktail oder durch körperliche Gewalteinwirkung gestorben ist, kann nicht mehr eindeutig festgestellt werden. Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass der Angeklagte das Opfer unter Drogen setzen und sexuell missbrauchen wollte. Der Tatverdächtige schildert bislang jedoch eine andere Version und hat nicht gestanden, sodass der Prozess weiter fortgesetzt werden muss.

Andy Grote und der Corona-Umtrunk

Ein bisschen schadenfroh dürfen zumindest alle Hamburger sein, die gegen die Corona-Maßnahmen verstoßen haben und ein Bußgeld zahlen mussten. Ihr seid nicht allein. Es gibt sogar äußerst prominente Missetäter. Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) zum Beispiel. Der wurde im Juni 2020 dabei ertappt, wie mit einer Entourage von 30 Leuten seine erneute Vereidigung als Innensenator in einem Club in der HafenCity feiern wollte.

Obwohl Grote versuchte, seinen Stehempfang als "gemeinsamen Gastronomiebesuch" zu verkaufen, hatte er danach den Ruf als "Hamburgs Party-Senator" weg. Und auch die zuständige Bußgeldstelle sah das anders und leitete ein Verfahren gegen ihn ein, an dessen Ende der Politiker 1.000 Euro Strafe zahlen musste. "Komm, wir gehen groten" hat sich seitdem zumindest in einigen Kreisen als Synonym dafür durchgesetzt, während der Corona-Pandemie Partys ohne Einhaltung von Abstands- und Haushaltsregeln zu feiern.

Gzuz, der Sozialrüpel: Freiheitsstrafe für den 187-Rapper

Der Prozess gegen Rapper Gzuz muss unterhaltsamer als jede Comedy gewesen sein. Auszug gefällig? "Sie sind ein Sozialrüpel", wies der Hamburger Amtsrichter Johann Krieten den Angeklagten während der Verhandlung zurecht. Gzuz konterte: "Sie auch." Gebracht hat es dem prominentesten Mitglied der Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande am Ende nichts. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten – ohne Bewährung. Außerdem muss Kristoffer Klaus, wie der Rapper mit bürgerlichem Namen heißt, eine Geldstrafe von 510.000 Euro zahlen.

Gzuz ist wegen unerlaubtem Waffen- und Drogenbesitz sowie Körperverletzung angeklagt, hat allerdings schon einige Vorstrafen auf dem Buckel. Ins Gefängnis muss er vorerst nicht, sein Anwalt kündigte an, in Berufung zu gehen.

Der geplatzte Koks-Coup der Osdorf-Connection

Noch ein weiterer Prozess sorgte im vergangen Jahr für Aufsehen. Die Straftat liegt allerdings schon länger zurück. Im November 2018 sollen die acht Angeklagten der sogenannten Osdorf-Connection einen LKW überfallen und entführt haben, indem sich einige Mitglieder als Polizeibeamte ausgaben. Im Laderaum befand sich ein aus Brasilien verschiffter Container mit Gelatine – und außerdem versteckt: 1,1 Tonnen Kokain, auf die es die Gruppe eigentlich abgesehen hatte. Ein filmreifer Coup, der allerdings platzte, als die echte Polizei plötzlich auftauchte und die Bande auf frischer Tat ertappte.

Das Landgericht Hamburg verurteilte die Mitglieder der Osdorf-Connection im Mai 2020 letztendlich zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb und zehn Jahren. Die höchste Strafe erhielt dabei der Kopf der Bande, ein Mitglied der Hells Angels. Klingt wie eine schlechte Version von "Ocean's Eleven".

Ihr kriegt nicht genug von True Crime aus Hamburg?

Wir haben noch mehr in petto! Zum Beispiel diese Hamburger Orte mit dunkler Vergangenheit, die ihr besuchen könnt. Und auch an diesen Plätzen, wo sich wahre Verbrechen zugetragen haben, gibt es die geballte Ladung True Crime aus Hamburg.

Unsere Texte, Tipps und Empfehlungen richten sich an alle, die sich für Hamburg interessieren. Deshalb bemühen wir uns um genderneutrale Formulierungen. Nutzen wir die männliche Form, dient dies allein dem Lesefluss. Wir denken aber stets Menschen aller Geschlechter mit.

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