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Hamburg

Zum Weltbienentag: "There Is A Bee On The Roof" im Interview

Immer mehr Menschen setzen sich aktiv für die Rettung der Bienen und den Erhalt ihres Lebensraums ein. Wie diese fünf Jungs, die Bienen über Hamburgs Innenstadt ein neues Zuhause geben.


1,75 Millionen Menschen haben sich zu Beginn des Jahres am Volksbegehren für Artenvielfalt ("Rettet die Bienen") in Bayern beteiligt. Seither sind die gestreiften Tierchen quasi in aller Munde – und das ist auch gut so. Ein kleiner Reminder (ohne jetzt übermäßig dramatisch klingen zu wollen): Die Lebensmittelversorgung der GESAMTEN MENSCHHEIT hängt von Bienen ab. Kein Scherz. Umso besser, dass man sich auch hier, buchstäblich über unseren Köpfen, für den Schutz der Bienen und ihren Lebensraum einsetzt. Denn vor rund drei Jahren haben die Franzosen Benjamin, Thomas, Jean-Baptiste, Paul und Sebastian in Hamburg There Is A Bee On The Roof gegründet – mit dem Ziel, Menschen für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. Pünktlich zum Weltbienentag am 20. Mai 2019 haben wir die Jungs ein bisschen mit Fragen gelöchert:

1. Manch einer vertreibt sich die Zeit im Fitnessstudio oder auf Netflix – ihr stellt Bienenstöcke über Hamburgs Innenstadt auf. Wie kommt man auf so eine Idee?

Als wir in Hamburg angekommen sind, waren wir sehr oft in Bars und Cafés unterwegs. Doch irgendwann wollten wir in unserer Freizeit etwas Sinnvolleres machen. Etwas, das eine positive Wirkung auf die Gesellschaft hat. Eines Tages war der Cousin eines Freundes zu Besuch in Hamburg und hat uns von seinem Hobby erzählt – Imkerei. So kamen wir auf die Idee. Stadtimkerei war zu dem Zeitpunkt ja nichts Neues. Es gab bereits berühmte Beispiele wie Sidney, Paris oder Chicago. Wir wussten also, dass es Bienen in der Stadt prinzipiell gutgehen würde. Man muss allerdings auch sagen, dass wir damals absolut null Ahnung von der Imkerei hatten – geschweige denn von Bienen oder Dächern!Die Bienen sind mittlerweile in der Stadt sicherer als auf dem Land.

2. Das Bienensterben ist ein aktuelles und vor allem wichtiges Thema. Doch warum ist gerade die (Groß-)Stadt ein guter alternativer Lebensraum für die Tiere?

Neben dem Bienensterben ist auch das Thema 'Eat Local' sehr wichtig für uns. There Is A Bee On The Roof verbindet beides miteinander. Aktuell ist es nämlich so, dass noch viel Honig importiert wird, obwohl wir genügend Blumen und Nektar in Deutschland haben, um die inländische Nachfrage zu erfüllen! Stattdessen erzeugen wir aber unnötige Immissionen. Und auch mit der massiven Anwendung von Pestiziden schaden wir diesen wichtigen Bestäubern. Unser intensives Landwirtschaftsmodell inklusive Monokulturen reduziert dazu noch die Verfügbarkeit ihrer Ressourcen. Und nicht nur die Honigbienen haben damit ein Problem – auch die Wildbienen und mehrere andere Insekten sind betroffen. In den Städten hingegen können die Bienen pestizidfrei ihre Pollen und Nektar einsammeln. Sie sind mittlerweile also in der Stadt sicherer, als auf dem Land.

3. Habt ihr ein paar Tipps, wie auch die restlichen Hamburger den Bienen helfen können?

Beispielsweise lokalen Honig verwenden, um dadurch die Imker der Region zu unterstützen. Ansonsten natürlich möglichst viele bienenfreundliche Blumen pflanzen oder – wenn ein Garten vorhanden ist – sogar ein Insektenhotel aufstellen. Übrigens: Den Innenstadt-Honig kann man auch kaufen – oder wunderbar verschenken. Zum Beispiel bei den Hermetic Coffee Roasters auf der Schanze, bei Roots in Ottensen und im Kochhaus Eimsbüttel und Eppendorf. Zu haben ist der Honig in den Geschmacksrichtungen Eimsbüttel, Rotherbaum oder Neustadt. We like!

Nachhaltig Leben – neben Jutebeutel und Co.

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