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Unsplash / Philipp Deus
Hamburg

Stadt der Superlative: Hamburgs Rekorde Teil II

Zeit für Funfacts! Wir wissen selbstredend, dass es nirgendwo besser ist als in Hamburg. Falls ihr aber mal schlagfertige Argumente brauchen solltet, warum das so ist, steht euch kiekmo zur Seite: Hier kommen zehn weitere Rekorde, die wir euch nicht vorenthalten wollen.


Das älteste Krankenhaus Deutschlands

1190 wurde ein sogenanntes "Seekenhuss" dem Ritter Georg geweiht. 1823 zieht die Klinik in den Neubau des Allgemeinen Krankenhauses St. Georg an die Alster. Dort betreuten acht Ärzte, vier Apotheker, fünf Oberkrankenwärter und 300 Mitarbeiter Patienten aller sozialen Schichten. Über 1.000 Betten gab es auf vier Stationen für "innere Kranke" , "äußere oder chirurgisch Kranke", "Haut- und Geschlechtskranke“ und Gemütskranke – die "Irrenstation". Während sich wohlhabende Patienten schon damals den Genuss eines privaten Zimmers gönnen konnten, teilten sich bis zu 30 Kranke einen Saal. Als eines der ersten deutschen Krankenhäuser verfügte die Klinik in St. Georg über Wasserleitungen sowie Lüftungs- und Heizungssysteme. Schnell entstanden mit dem medizinischen Fortschritt weitere Abteilungen wie HNO- und Röntgenabteilung, ihrerseits unter den ältesten im deutschsprachigen Raum. So galt das Krankenhaus im 19. Jahrhundert als eines der fortschrittlichsten. Heute hört das Klinikum auf den Namen Asklepios St. Georg und führt 24 Fachabteilungen mit insgesamt 1.650 Beschäftigten.

Die erste Bücherei für Arbeiter

Die Schule auf der Veddel entstand Ende der 1920er Jahre unter Regie von Fritz Schumacher. In ihr enthalten die Bücherhalle – die deutschlandweit erste Freihandbücherei für Arbeiter. 1938 fanden sich in der Bücherhalle etwa 800 Kinderbücher und halb so viele Bände für Erwachsene. Die damalige Leiterin Gertrud Seydelmann legte höchsten Wert auf qualitative Bildung und erweiterte den Bestand fortlaufend. So wurde die Bücherhalle zu einem besonders für Kinder und Jugendliche elementaren Bildungsstandort und kulturellen Treffpunkt im eher benachteiligten Viertel. Seit 2009 tritt "Veddel aktiv" als Trägerverein auf. Wegen erhöhter Schülerzahlen soll die Bücherei nun zum 31. Juli 2020 weichen – die Räume werden für den Unterricht benötigt.

Das größte Hafenfest

Feiern können wir Hamburger. Stolz auf unseren Hafen sind wir auch. Klar, dass etwas Großes entsteht, wenn beides zusammen kommt. Nämlich nichts geringeres als das größte Hafenfest der Welt: der Hamburger Hafengeburtstag. Am 7. Mai 1189 ging er an den Start. Und er ist so groß geworden! Da werden auch hartgesottene Hamburger ganz rührselig. Und da ein einziger Ehrentag im Jahr dem Herzen unserer Stadt nicht gerecht werden würde, feiern wir einfach ein ganzes Wochenende durch. Hauptattraktion sind natürlich die Schiffe, ganz klar. An Landungsbrücken und Museumshafen versammeln sich jährlich Dampfer, Museumsschiffe, Windjammer, Traditionssegler, Marine- und Kreuzfahrtschiffe, Motor- und Segelyachten und Schiffe der Feuerwehr, Fischereischutz, Polizei, THW und Zoll. Rundherum gibt's buntes Hafenprogramm für jedermann. Immer wieder ein Highlight: das weltweit einzigartige Schlepperballett. Gehört auch zur Tradition: Über die noch größeren Massen an Touristen und die totale Übervölkerung der Bahnen zu meckern. Hach ja, alle Jahre wieder.

Die erste Straße in Gedenken an ein NSU-Opfer

Ein Rekord, mit dem sich die Stadt nicht unbedingt schmücken kann: Hamburg hat 2014 als erste Stadt in Deutschland dem Gedenken eines NSU-Opfer eine Straße gewidmet. Süleyman Taşköprü wurde am 27. Juni 2001 von Mitgliedern der rechtsextremen Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" erschossen. 300 Meter der Kohlentwiete, unweit des Tatorts entfernt, tragen nun den Namen Taşköprüstraße. Die Umbenennung ist auch als Bitte um Vergebung an die Hinterbliebenen zu werten, denn lange standen diese im Fokus der polizeilichen Ermittlungen.

Die größte maritime Sammlung

Der Kaispeicher B, das älteste noch stehende Speichergebäude Hamburgs, beherbergt seit 2007 einen Schatz. 3.000 Jahre Schifffahrts- und Marinegeschichte bildet die weltweit größte maritime Privatsammlung auf zehn "Decks" im Internationalen Maritimen Museum ab. Über Jahrzehnte trug der Journalist, Manager und Verleger Professor Peter Tamm eine unglaubliche Menge nautischer Dinger zusammen: Rund 26.000 Schiffsmodelle, 50.000 Konstruktionspläne, 5.000 Gemälde und Grafiken, über 2.000 Filme, 1,5 Millionen Fotografien, 120.000 Bücher und vieles mehr. 11.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche füllt er damit. Schon als kleiner Junge entdeckte er seine Sammelleidenschaft und seine Faszination für die Tiefsee, der eine eigene Etage gewidmet ist. 2016 verstarb Tamm, setzte sich mit seiner Sammlung jedoch ein eigenes Denkmal.

Der spitzeste Fassadenwinkel

Das Chilehaus im Kontorhausviertel wurde 1924 errichtet und zählt zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands. Henry Brarens Sloman, seines Zeichens Hamburger Kaufmann, war mittellos nach Chile ausgewandert und mit 60 Jahren gut betucht zurückgekehrt. 1922 kaufte er das Grundstück, auf dem zwei Jahre später eines der prächtigsten Backsteingebäude der Stadt stehen sollte. Aus 4,8 Millionen Ziegelsteinen wurde das Haus in Form eines Passagierschiffes unter Leitung von Fritz Höger errichtet und ein Symbol des Aufschwungs nach dem Ersten Weltkrieg. Der "Bug" am östlichen Ende ist der spitzeste Fassadenwinkel in ganz Europa. 1993 ging das Chilehaus in den Besitz der Union Investment Real Estate GmbH über.Der denkmalgeschützte Klinkerbau beherbergt heute modernste Büroflächen. Seit 2015 gehört das Gebäude zum Unesco-Weltkulturerbe.

Die erste Flussunterquerung

Wobei es sich hier handelt, sollte wohl jeder Hamburger wie aus der Pistole geschossen beantworten können: Ganz klar, die Rede ist vom Alten Elbtunnel. Er ist die erste Flussunterquerung auf dem europäischen Festland. Ein Vorbild hatte er allerdings: den Clyde-Tunnel in Schottland. Er verbindet die St. Pauli Landungsbrücken auf 426 Metern mit dem Hafengebiet Steinwerder. Der kunstvoll geflieste Tunnel ist nicht nur eine der beliebtesten touristischen Attraktionen der Stadt, auch für Hamburger ist er immer wieder ein Erlebnis. Vor allem, wenn es mit den hydraulischen Fahrkörben in die Tiefe geht. Besonders bei einer sommerlichen Radtour bietet der Alte Elbtunnel eine willkommene Abkühlung, bevor es von St. Pauli auf die Elbinseln geht. 1911 wurde er als Verbindungsweg für Hafenarbeiter eröffnet und war seinerzeit eine technische Innovation. Seit 2003 steht er unter Denkmalschutz.

Die größte Baustelle

Gleichermaßen gefeiert und gehasst: Mit 2,4 Quadratkilometern gilt die Hamburger HafenCity als die größte Baustelle Europas. Auf dem Areal zwischen Oberhafen, Baakenhafen und Speicherstadt entstehen seit 2003 insgesamt elf Quartiere. Die Anfänge der Planung gehen zurück bis in die 1980er Jahre. Im neuen Stadtteil, der den Innenstadtbereich um etwa 40 Prozent erweitert, finden sich unter anderem die rekordträchtige Elbphilharmonie, die HafenCity Universität, ein neues Cruise Center und das Maritime Museum. Ein weiteres Riesenprojekt wird der Elbtower sein. Die Flächen für Büros und Gewerbe sollen bis zu 45.000 Menschen Arbeitsraum bereitstellen. Zusätzlich werden rund 5.500 Wohnungen gebaut. Anfang der 2030er Jahre wird das gigantische Stadtentwicklungsprojekt voraussichtlich fertiggestellt.

Die erste asphaltierte Straße

Das heutige Mekka der Autoposer an der Alster war die erste asphaltierte Straße in Deutschland. Der heutige Dreh- und Angelpunkt in Hamburgs Innenstadt existiert bereits seit 1235 und behielt seine ursprüngliche Funktion bei – schon im 17. Jahrhundert wurde er als Flaniermeile genutzt. Damals war allerdings das Ziel, unverheiratete Töchter bei einem Sonntagsspaziergang potenziellen Gatten zu präsentierten – mit Hoffnung auf eine möglichst vorteilhafte Ehe. Daher rührt auch der Name: Die Rede ist natürlich vom Jungfernstieg. 1838 wurde er als erste deutsche Straße asphalitert. Der erste Alsterpavillion wurde bereits 1800 errichtet und durch immer höhere Frequentierung bis 1914 vier Mal abgerissen und neu gebaut. Heute ist der ALEX ein beliebter Treffpunkt. Der Apple Store am Jungfernstieg ist übrigens seines Zeichens der größte in Deutschland. Auch im ÖPNV nimmt der Jungferntieg eine zentrale Rolle ein: Hier treffen sich jeweils drei U- und S-Bahn-Linien und vom Anleger geht es über Hamburgs Kanäle.

Die älteste Dampfschiff-Flotte

Apropos Jungfernstieg. Der "Alsterdampfer St. Georg", mit dem ihr heute noch historisch schippern könnt, wurde 1876 als "Falke" gebaut und ist das deutschlandweit älteste in Betrieb befindliche Dampfschiff. Er ist originalgetreu restauriert und seit jeher mit drei Personen bemannt: Kapitän, Maschinist und Condukteur. Der Verein Alsterdampfschifffahrt besitzt außerdem die "Nixe" mit Baujahr 1875 und die "Winterhude" aus dem Jahr 1879. Sie stehen zur Restaurierung bereit und bilden zusammen mit der "St. Georg" die weltweit älteste Dampfschiff-Flotte.

Größer, länger, älter: Noch mehr Hamburger Rekorde

Die schönste Stadt der Welt ist noch in einigen weiteren Belangen Spitzenreiter. Erfahrt sie in unserem ersten Teil der Hamburger Rekorde.

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