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Vier-und Marschlande
Unsplash / Benjamin Davies
Hamburg

Schon gewusst: 10 Fakten über die Vier- und Marschlande

Die Vier- und Marschlande im Süden Hamburgs sind eine Landschaft von Geschichte, Tradition und viel Natur. Zwölf Stadtteile, knapp 40.000 Menschen und zahlreiche spannende Ecken: Hier kommen 10 Fakten über die Vier- und Marschlande, die sich zu wissen lohnen.


Was sind überhaupt die Vier- und Marschlande?

Die Vier- und Marschlande sind eine von der Landwirtschaft geprägte Landschaft im Bezirk Bergedorf. Viel Gemüse wird hier angebaut, wenig erinnert an die Großstadt. Bauern- und Fachwerkhäuser sind in dieser Ecke Hamburgs vorzufinden. Die Stadtteile Allermöhe, Billwerder, Moorfleet, Neuallermöhe, Ochsenwerder, Reitbrook, Spadenland und Tatenberg bilden die Marschlande, die bereits seit dem 14. Jahrhundert zu Hamburg gehören. Altengamme, Curslack, Kirchwerder und Neuengamme bilden die Vierlande, die noch bis ins 19. Jahrhundert von Hamburg und Lübeck gemeinsam verwaltet wurden. Also gehören zu den Vier- und Marschlanden eigentlich alle Stadtteile des Bezirks Bergedorf, abgesehen von Bergedorf und Lohbrügge.

37.000 auf einem Fünftel

Über 37.000 Menschen nennen die Vier- und Marschlande ihr Zuhause. Das sind circa zwei Prozent der Einwohner von Hamburg. Nun leben diese zwei Prozent aber auf 132 Quadratkilometern, was wiederum ein Fünftel der Fläche Hamburgs ist! Während wir in Eimsbüttel oder Barmbek in kleinen, viel zu teuren Wohnungen wohnen, hat man in Ochsenwerder oder Moorfleet noch richtig viel Platz!

Schon im 12. Jahrhundert …

... begann man mit der Bedeichung und Besiedelung der Gegend, die zu dieser Zeit zur Grafschaft Holstein gehörte. Es wurden Deiche gebaut, die gegen das immer wieder auftauchende Hochwasser ankämpfen sollten, und mehr und mehr Bauern kultivierten die Flächen. Ab dem 16. Jahrhundert zog es reiche Kaufleute aus Hamburg in den Südosten der Stadt, um dem Trubel und Lärm zu entgehen. Sie machten die Marschlande zum Sitz ihrer Ferienhäuser, bevor die Elbchaussee überhaupt en vogue wurde. Bei einer Reise in diese Gegend Hamburgs werdet ihr also auf wunderschöne historische Fachwerkhäuser und prachtvolle Bauernhäuser stoßen.

Traditionelle Trachten

Zu so einer langjährigen Geschichte gehört selbstverständlich auch eine traditionelle Tracht. Passend zu der Arbeit auf dem Bauernhof trugen die Frauen der Vier- und Marschlande typisch bäuerliche Kleidung. Auf den Märkten in der Stadt galten die Trachten als Gütesiegel für die qualitativ hochwertigen Produkte aus den Gebieten südlich von Hamburg. Noch bis ins 20. Jahrhundert wurden die schicken Kleider und Blusen in Hamburg getragen. Heute könnt ihr euch eine große Sammlung im Museum für Kunst und Gewerbe ansehen.

Das sogenannte Dreistromland

So werden die Vier- und Marschlande auch genannt, da sich hier die Elbe in den Hauptstrom, die Dove und die Gose Elbe teilt. Die Dove Elbe mit ihren wunderschönen Badestränden kennen wir, aber Gose? Nie gehört! Dieser Nebenarm der Elbe ist etwa 15 Kilometer lang und befindet sich südlich der Dove Elbe. Damit sind die Marschlande durchzogen von Flüssen und kleinen Bächen und hatten in der Vergangenheit regelmäßig mit Hochwasser zu kämpfen.

Und wieso dann Vierlande?

Vehrlande war der ursprüngliche Name dieser Gegend und der bezieht sich auf die vier Kirchbezirke auf vier Flussinseln, die im ursprünglichen Stromtal der Elbe lagen. 1548 wurden die Vehrlande erstmal im Bergedorfer Schatzregister erwähnt und wechselten in den anschließenden Jahrhunderten immer wieder die Herrschaft.Funfact: Neben der Landwirtschaft war auch der Blutegelhandel ein bedeutender Wirtschaftszweig der Bauern!

Deiche, Deiche, überall Deiche

Die Vier- und Marschlande sind besonders anfällig für Hochwasser: Norder- und Süderelbe treffen hier zusammen, ebenso die Dove- und die Gose-Elbe. Zudem fließt im Norden die Bille. Durch den hohen Grundwasserspiegel und die Tieflage stand das Land häufig unter Wasser. Bis heute sind die Deiche in Hamburg auf mindestens 7,50 Meter Höhe angewachsen, bei Altengamme sogar auf 7,80 Meter.

Die Gemüsekammer Hamburgs

Die Vier- und Marschlande werden auch der Gemüsegarten Hamburgs genannt. Das liegt vor allem an dem vielen Wasser in der Gegend, wodurch die Erde besonders fruchtbar ist. Blumen und Gemüse werden hier angebaut und machen die Gegend zu Deutschlandsgrößtem zusammenhängenden Blumen- und Gemüseanbaugebiet! Viele Bauern haben sogar Bio-Gemüse im Angebot, welches ihr auf den lokalen Wochenmärkten in Hamburg kaufen könnt.

Einer der jüngsten Stadtteile

Und auch wenn die Marschlande schon im 16. Jahrhundert zum Ausflugsziel der Hamburger Elite wurden, ist ein Teil dieses Gebiet noch taufrisch: Neuallermöhe wurde nämlich erst am 1. Januar 2011 gegründet. So ist dieser Stadtteil nach der HafenCity der jüngste Neuzugang Hamburgs.In die Siedlung mit Einfamilienhäusern und höchstens viergeschossigen Wohnhäusern wurden uferbegrünte Fleete und zahlreiche Grachten integriert. Viele Grundstücke haben einen Zugang zum Wasser und die Bewohner freuen sich über eigene Bootsanleger - klingt nach einem sehr idyllischen Ort. Und mit der S2 ist man sogar in 21 Minuten am Jungfernstieg.

Naherholung in den Vier- und Marschlanden

Ihr müsst nur ein paar Kilometer aus der Stadt rausfahren und schon befindet ihr euch in einem grandiosen Naherholungsgebiet.Der Hohendeicher See als Bade- und Surfsee und der Wasserpark Dove-Elbe mit der Ruderregattastrecke zwischen Allermöhe und Tatenberg sind euch sicherlich bekannt. Falls nicht, dann solltet ihr euch zwei Tage im Kalender markieren, um diese wunderschönen Orte zu entdecken.

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