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Unsplash / Moritz Kindler
Hamburg

Schöne Strecken: 10 malerische Gassen in Hamburgs Innenstadt

Gegenüber der allgemein überbewerteten Straße haben Gassen ganz klar den Vorteil, dass sie uns – oft ohne nervigen Autolärm – zum lauschigen Flanieren und aufmerksamen Schauen einladen. Wir verraten euch, was ihr in den zehn schönsten Gassen der Hamburger Alt- und Neustadt so entdecken könnt.


Unesco-Weltkulturerbe: Fischertwiete im Kontorhausviertel

Authentisch hanseatisch und seit 2015 offizielles Unesco-Weltkulturerbe: Das Kontorhausviertel weiß mit Größe, kaufmännischem Flair und rotgebrannten Klinkerfassaden zu begeistern. Architektonisches Highlight der torartig überbauten Fischertwiete ist, ganz klar, das Chilehaus. Seine nach Osten weisende Spitze erinnert an einen Schiffsbug und wird heute als Pionierarbeit des sogenannten Backsteinexpressionismus betrachtet.

Jazz und Graffiti: Steinwegpassage

Keine Frage, die Fassaden in mondänem Weiß machen schon was her. Die Steinwegpassage verbindet in der Neustadt die Wexstraße mit dem Alten Steinweg. Internationale Jazzfans kennen den Durchgang vor allem dank des legendären Cotton Clubs – seines Zeichens Hamburgs erster Jazzkeller. Grafitti-Kenner entdecken auf einem Beton-Pfeiler vielleicht sogar das einzige Hamburger Werk des ominösen Künstler Banksy. Nach dem Durchschreiten der Passage lockt mit La Locanda auch noch einer der besten Italiener Hamburgs an der Ecke.

Backsteinromantik: Thielickestieg

Torbögen aus roten Backsteinziegeln und eine ausladende Treppe erwarten euch bei diesem Gassen-Geheimtipp in der Neustadt. Jenseits der Treppe lugt dann ein guter alter Bekannter hervor – der Michel! Und den, da sind sich wohl alle Seebären und Landratten einig, sollte man allemal gesehen haben. Warum also nicht den hübschen Thielickestieg zur Annäherung nutzen?

Klassiker: Colonnaden

Dolce vita in der Hansestadt! Gibt es in einer der ältesten Fußgängerzonen Hamburgs, zwischen Jungfernstieg und Gänsemarkt gelegen. Für italienisches Flair bietet sich das Flanieren unter den Arkaden an, zum Shoppen reizen hier vor allem kleine, feine Fachgeschäfte. Freunde des gepflegten Kartoffelgerichts sollten sich die Kartoffelstube vormerken.

Musik für die Augen: Komponistenviertel

Johannes Brahms, Gustav Mahler, Fanny und Felix Mendelssohn. Auf den Spuren der großen Komponisten führt euer Weg ganz unbedingt in die Fachwerk-Idylle der Peterstraße. Zwischen barocken Giebeln sind im dort beheimateten Museums-Ensemble unter anderem originale Libretti und Musikinstrumente der einst in der Hansestadt lebenden und wirkenden Berühmtheiten zu bestaunen.

Bewegte Gassen: Gängeviertel

„Komm in die Gänge“, denn hier findest du schöne Gassen und noch viel mehr. Letzteres vor allem dank der gleichnamigen Initiative: Der Gängeviertel-Verein hat die letzten räumlichen Relikte des ehemaligen Arbeiterquartiers erhalten, bietet Raum für Hamburgs wilde Alternativ-Kreativszene und führt euch auch gerne auf einen spannenden Trip durch ein bewegtes Stück Hamburg-Historie.

Malerisches Pflaster: Bäckerbreitergang

Wir verweilen noch etwas im Gängeviertel und widmen den Nummern 49 bis 58 des Bäckerbreitergangs unsere verdiente Aufmerksamkeit. Hier finden sich nämlich mit den schlichten, restaurierten Fachwerk-Traufenhäusern die letzten Relikte des originären Wohnquartiers. Das Pflaster hier lässt noch erkennen, wie schmal die Gänge im 18./19. Jahrhundert mal waren.

Fachwerk-Idylle: Reimerstwiete

Fachwerk und Rotklinker formieren sich in dieser kurzen, autofreien Gasse auf der Cremon-Insel zu einem harmonischen Bild. Die Hausnummern 17 bis 21, restaurierte Fachwerkspeicher, wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut. Urig-hanseatisch schlemmen geht hier heute zum Beispiel im Restaurant Schoppenhauer.

Zeitreise ins alte Hamburg: Krameramtsstuben

Wie wohnte eigentlich die stilvolle Witwe vor 400 Jahren? Die Antwort (nicht nur) auf diese Frage halten die Krameramtsstuben bereit, der Krayenkamp ist hier die Gasse der Wahl. Unterhalb des Michels liegt Hamburgs letzte erhaltene Hofbebauung aus dem 17. Jahrhundert. Daneben verleiten viele kleine Geschäfte und Galerien zum Schauen und Kaufen.

Dem großen Brand gedenken: Hamburgs Deichstraße

Eine schöne Tasse Kaffee auf den Pontons im Nicolaifleet und danach Hamburgs älteste Bürgerhäuser bewundern – das geht in der Deichstraße. Ein geschichtsträchtiger und als solcher auch ein bisschen gruseliger Ort: Genau hier brach 1842 der Große Brand aus. Dem Ereignis gedenken und dabei köstlich schmausen geht im Restaurant „Zum Brandsanfang“ mit der Hausnummer 25.

Klar, Michel, Landungsbrücken & Co. müssen bei jedem Hamburg-Besuch sein. Aber auch abseits der Touri-Pfade gibt es einiges zu entdecken: Zum Beispiel diese Orte, die ihr Besuchern zeigen solltet.

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